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Stadt will Katzen kastrieren lassen

Die Pyrmonter Politik stellt sich einmütig hinter die Pläne der Verwaltung

veröffentlicht am 06.03.2013 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 03.11.2016 um 12:41 Uhr

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Bad Pyrmont. In Bad Pyrmont soll es künftig eine Kastrations-, Kennzeichungs- und Registrierungspflicht für freilaufende Katzen geben. Trotz einiger Zweifel an der Umsetzbarkeit dieser Vorgaben hat sich der Ausschuss für Feuerschutz, Sicherheit und Verkehr einstimmig für eine entsprechende Regelung ausgesprochen. Endgültig soll darüber am 25. April der Rat entscheiden.

Die von der Stadtverwaltung in Abstimmung mit anderen Städten und Gemeinden im Landkreis Hameln-Pyrmont erarbeitete Verordnung sieht vor, dass Katzenhalter ihre freilaufenden männlichen und weiblichen Katzen ab dem fünften Lebensmonat von einem Tierarzt kastrieren lassen und mit einem Mikrochip kennzeichnen und in einer Datenbank registrieren müssen. Als Katzenhalter gilt auch, wer regelmäßig freilaufende Katzen füttert. Ausnahmen sind auf Antrag möglich, zum Beispiel für die Zucht von Rassekatzen.

Die Stadt begründet diesen Schritt zum einen mit Tierschutz, um die Zahl der verwahrlosten Katzen zu reduzieren und ihre Lebensbedingungen zu verbessern und zum anderen mit den gestiegenen Kosten für das Tierheim Hameln, die hauptsächlich auf die kontinuierlich zunehmende Zahl von zu betreuenden Katzen zurückzuführen seien.

„Wir müssen uns deutlich machen, dass eine unkastrierte Katze im Laufe eines Jahres bis zu 35 Nachkommen haben kann“, machte Bürgermeisterin Elke Christina Roeder (SPD) die Dimension des Problems deutlich. Im vergangenen Jahr seien im Hamelner Tierheim 61 Katzen aufgenommen worden, berichtete sie. Wie viele davon aus Bad Pyrmont stammten, konnte sie nicht sagen. Auch über die Zahl der aktuell freilaufenden Katzen in Bad Pyrmont machte sie keine Angaben. Dafür wies sie darauf hin, dass auch im Koalitionsvertrag zwischen SPD und Grünen in Niedersachsen eine Kastrationspflicht vereinbart worden ist.

Diese Pflicht sei die einzige Möglichkeit, den Katzenüberschuss unter Kontrolle zu bringen, argumentieren Tierschützer. Denn das rasante Wachstum der Population erzeuge enormen Druck. „Die Tiere ziehen sich Krankheiten zu, leiden unter Parasiten und verelenden. Viele kommen schon krank zur Welt“, so Heiko Schwarzfeld, Geschäftsführer des Tierschutzvereins für Hannover und Umgebung.

Ein möglicher Grund, warum Katzenbesitzer ihre Tiere nicht kastrieren lassen, könnte in den Kosten liegen. Im Durchschnitt 60 Euro berechnet ein Veterinär, wenn er einem Kater die Hoden abschneidet. Muss er eine Katze behandeln, ist der Eingriff komplizierter und kostet deutlich mehr.

Willa Bohnet, stellvertretende Leiterin des Tierschutzzentrums an der Tierärztlichen Hochschule Hannover, sieht die Dinge ein wenig anders. „Es ist kritisch, wenn die Politik vorschreibt, dass jemand einem Tier Organe entnehmen lassen muss“, sagt sie. Bestehendes Recht, wonach Kommunen auf Basis des Gefahrenabwehrgesetzes Zwangskastrationen anordnen können, hält sie für ausreichend. Ansonsten müsse das Tierschutzgesetz gelten, das einen Eingriff nur erlaube, wenn eine tierärztliche Indikation vorliege. Und das müsste zunächst auf Bundesebene geändert werden, wollte das Land Niedersachsen die Kastrationspflicht einführen.

Einige Pyrmonter Politiker wie Michael Rausch (CDU) und Hans-Herbert Webel (SPD) bezweifeln ohnehin, dass die Stadt in der Lage sein wird, die neue Verordnung zu kontrollieren. „Das wird schwierig sein“, räumte Roeder ein. „Wir sehen das aber als Appell an die Katzenhalter und deren Verantwortung.“

Einig war man sich im Ausschuss mit Roeder darin, dass dieser Vorstoß nur dann Sinn habe, wenn möglichst alle Kommunen mitziehen, auch Lügde. Sie werde Bürgermeister Reker darauf ansprechen, versprach die Bürgermeisterin den Ausschussmitgliedern.uk/se

Nicht allen Katzen geht es gut. Viele Tiere verelenden, die Tierheime sind voll mit ihnen.pr



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