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Verwaltung rät ab

Stadt verzichtet auf Tempo 30-Versuch

BAD PYRMONT. Die Stadt Bad Pyrmont wird aller Voraussicht nach auf die Teilnahme an dem Modellprojekt Tempo 30 in niedersächsischen Kommunen verzichten. Das hat die Stadtverwaltung empfohlen. Angedacht war, dafür die Schillerstraße in Betracht zu ziehen.

veröffentlicht am 24.11.2017 um 13:05 Uhr
aktualisiert am 24.11.2017 um 16:50 Uhr

Angedacht war, einen Teilabschnitt der Schillerstraße für das Modellprojekt Tempo 30 in Betracht zu ziehen. Doch daraus dürfte nichts werden. Foto: uk
Hans-Ulrich Kilian

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Hans-Ulrich Kilian Redaktionsleiter Bad Pyrmont zur Autorenseite
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Aufgrund der nicht erfüllten zwingenden Kriterien, unter anderem lägen weder Lärmaktions- noch Luftreinhaltepläne vor und auch Unfallschwerpunkte gebe es nicht, sollte von einer Bewerbung abgesehen werden.

2018 startet das Land Niedersachsen einen dreijährigen Modellversuch an Hauptverkehrsstraßen, um zu untersuchen, ob Tempo 30 hilft, Lärm und Luftverschmutzung zu senken und die Verkehrssicherheit zu erhöhen. Nach Angaben des federführenden Wirtschaftsministeriums sollen Kommunen unterschiedlicher Größenklassen – voraussichtlich lediglich jeweils zwei Städte beziehungsweise Gemeinden in drei Größenkategorien – ausgewählt werden. Dabei sollen mindestens sechs Streckenabschnitte von mindestens 500 Metern Länge untersucht werden. Das Interesse der Kommunen daran ist groß.

„Wir haben, glücklicherweise muss man sagen, keine so großen Probleme wie andere Städte und bevorzugt werden Strecken, auf denen möglichst viele Erkenntnisse gewonnen werden können, vorzugsweise bei Strecken, bei denen Daten vorliegen“, berichtete Sabine Jösten von der Stadt. In Bad Pyrmont gebe es aber weder Messstellen noch Probeentnahmestellen bezüglich einer Lärm- oder Luftbelastung. Das Ministerium habe darum von einer Bewerbung abgeraten.

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Angedacht war, einen Teilabschnitt der Schillerstraße für das Modellprojekt Tempo 30 in Betracht zu ziehen. Die hatte Michael Gerth ins Gespräch gebracht, der an der Schillerstraße ein Elektrofachgeschäft führt. Er betrachtet die Situation schon seit Jahren kritisch und hat sich mehrfach an die Stadt gewendet. Er hatte eine Reduzierung auf Tempo 30 zumindest in der Zeit zwischen 22 bis 6 Uhr beantragt und begründet das mit einer Verringerung des Lärms, einer Erhöhung der Sicherheit im Straßenverkehr und nicht zuletzt mit der Reduzierung der Feinstaubbelastung. „Für einen Kurort, der an unseren Gästen ein Gesundheitsversprechen auslobt, kann der Anspruch nur darin liegen, die Feinstaubbelastung zu reduzieren“, so der Geschäftsmann, der seine Bemühungen aber jetzt entnervt aufgegeben hat. „Nichts passiert, die Stadtverwaltung reagiert einfach nicht“, beschwerte er sich nun im Verkehresausschuss. Allerdings ist die Wirksamkeit von Tempo 30 umstritten, darum auch der Modellversuch.

Gerth bezweifelt, dass die Stadt das Thema wirklich ernst nimmt. Bislang hatte die Verkehrskommission, der Vertreter verschiedener Behörden angehören, Tempo 30 nämlich abgelehnt, weil – so die Begründung – die Schillerstraße die wichtigste Durchgangsstraße Bad Pyrmonts darstelle. Aus Sicht der Stadt ist sie aber die einzige Straße, die für den Modellversuch geeignet gewesen wäre. Tagsüber, so Ergebnis von Messungen, hätten sich 85 Prozent aller Fahrer an Tempo 50 gehalten. Lediglich in den Nachstunden seien „gelegentliche Ausreißer“ mit Tempo 80 oder 100 unterwegs.

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