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Rechnung bekommt der Eigentümer

Stadt lässt Gründerzeit-Villa an der Bahnhofstraße sichern

BAD PYRMONT. Die Stadt Bad Pyrmont lässt die seit Jahren leer stehende und unter Denkmalschutz stehende Gründerzeit-Villa Bahnhofsstraße 46 auf Kosten des Eigentümers sichern. Das hat Hans-Joachim Böhnke von der Bauverwaltung auf Anfrage berichtet. Die Arbeiten sollen Mitte Januar erledigt werden.

veröffentlicht am 03.01.2019 um 13:19 Uhr
aktualisiert am 03.01.2019 um 15:20 Uhr

Die Gründerzeit-Villa an der Bahnhofstraße steht seit Jahren leer und nach einem behördlich verfügten Baustopp tut sich dort gar nichts mehr. Foto: uk
Hans-Ulrich Kilian

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Hans-Ulrich Kilian Redaktionsleiter Bad Pyrmont zur Autorenseite
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Mit dieser Ersatzvornahme durch die Stadt erreicht das schon im vergangenen Jahr eingeleitete Bauordnungsverfahren seinen Höhepunkt und – zumindest auf mittelfristige Sicht – sein vorläufiges Ende. „Und geht es darum, die Gebäudesubstanz zu erhalten und Gefahr für Dritte zu vermeiden“, begründete Böhnke den jetzt angeordneten Schritt. Dass dies so lange gedauert habe, begründete er mit der Einhaltung vorgebenden Verfahrensschritte. Schon vor zwei Jahren hatte sich die Nachbarin Waltraud Mazet bei der Stadt beschwert und deren Untätigkeit kritisiert.

Mit einem Bauordnungsverfahren reagiert die Bauordnungsbehörde auf Verstöße gegen das Baurecht. In diesem Fall hatte der Eigentümer des Gebäudes laut Böhnke weder eine Baugenehmigung für den von ihm geplanten Umbau noch die Auflagen des Denkmalschutzes erfüllt. Das hatte einen Baustopp ausgelöst. Seitdem tut sich an der Villa nichts mehr. „Bei unseren Maßnahmen geht es um die Abwägung der Gefahren für Leib und Leben und für das Gebäude selber“, sagte der Leiter des städtischen Fachbereichs Bauverwaltung und Technische Dienste. Anfangs habe man diese Gefahren als nicht so konkret gesehen. Doch nachdem sich die Sicherung immer weiter verschlechtert habe, habe sich diese Sicht verändert. Gegen den Eigentümer, zu dem es schon länger keinen Kontakt mehr gebe, sei zunächst ein Zwangsgeld in vierstelliger Höhe zunächst angedroht und dann verhängt worden. Bis heute seien weder Rechtsmittel eingelegt worden, noch gebe es die verlangten Genehmigungen. „Dabei haben wir nicht gesagt, dass wir uns die Pläne für das Haus nicht vorstellen können“, so Böhnke.

Jetzt sollen sämtliche Fensteröffnungen mit Platten gesichert werden. Schöner wird das Gebäude dadurch nicht aussehen, doch Optik ist für die Stadt kein Maßstab. Auch für die sechs vollen Container auf dem Grundstück, die mit Bauschutt und nach Angaben von Nachbarn auch mit Müll gefüllt sind, interessiert sich die Stadt nicht. „Das Ordnungsamt hat nach Hinweisen von Nachbarn einen Experten beauftragt das Gelände auf Rattenbefall zu überprüfen, der dafür aber keine Anzeichen festgestellt hat“, versichert Stadtsprecher Wolfgang Siefert.

Das Gebäude selber wurde Ende vergangenen Jahres von einem Statiker begutachtet, der es als standfest einschätzte. Schon aus Gründen des Denkmalschutzes will die Stadt das Gebäude im Blick behalten. Handlungsspielraum hat die Stadt laut Böhnke aber wenig. „Der Eigentümer ist in der Pflicht. Ich sehe für uns in den nächsten drei bis fünf Jahren keine Möglichkeit, die Situation zu verändern.“



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