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Das sagt der Stadtsparkassen-Chef

Staatsbad-Sponsoring „kein Dauerauftrag bis in die Ewigkeit“

BAD PYRMONT. Der überraschende Rückzug der Pyrmonter Stadtsparkasse aus der langjährigen Förderung des Staatsbad-Kulturprogramms schlägt Wellen. Das Thema ist Stadtgespräch. Dabei zeigt sich mancher Pyrmonter verwundert über die jetzt von Kurdirektor Maik Fischer bekanntgemachte Entwicklung. Sie wirft viele Fragen auf.

veröffentlicht am 19.12.2017 um 22:59 Uhr
aktualisiert am 20.12.2017 um 09:25 Uhr

Eine Verbindung zwischen dem Rückzug der Stadtsparkasse von der Förderung des Staatsbad-Kulturprogramms mit der Absage der Illumina sieht SSK-Chef Martin Lauffer nicht. Zu den Gründen der Entscheidung will er sich aber nicht explizit äußern. Foto: yt
Juliane Lehmann

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Juliane Lehmann Reporterin zur Autorenseite
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Welche Gründe hatte die Sparkasse für den kurzfristigen Zahlungsstopp? Behielt ihr Vorstand das Geld – es soll sich bis 2016 um 50 000 Euro pro Jahr gehandelt haben – per Alleinverfügung ein? Oder hat er sich das Okay ihres Verwaltungsrats geholt – des mit Pyrmonter Politikern unter Vorsitz des Bürgermeisters besetzten Organs, das den SSK-Vorstand überwachen soll? Und, falls das Kontrollorgan involviert war: Warum trug es die Entscheidung mit?

Martin Lauffer, Vorstandsvorsitzender der Stadtsparkasse, könnte das Gros der Fragen beantworten. Aber er lässt sie offen. Nach Rücksprache mit dem Anwalt seines Geldinstituts sagte der Sparkassenchef am Dienstag auf Anfrage: „Wir wollen und können uns nicht äußern.“ Dabei berief er sich auf eine im Sponsoringvertrag zwischen Staatsbad und Sparkasse enthaltene „explizite Vertraulichkeitsvereinbarung“. An die müsse er sich halten, auch nach Ende des Vertrages.

Allgemein sagt Lauffer, die Stadtsparkasse überprüfe ihre Förderschwerpunkte regelmäßig darauf, ob sie sinnvoll und wertschöpfend seien. Sie seien „kein Dauerauftrag bis in die Ewigkeit“. Mit 150 000 Euro habe man zum Beispiel die Anschaffung von Jacken für die Jugendfeuerwehr unterstützt. Zu den weiteren Geförderten zählten unter anderem das Hospiz, die Tafel, ein inklusives Theaterprojekt sowie die Musikschule, hier speziell die Gratis-Früherziehung für alle Vorschulkinder sowie das Singspiel „Undina“. Über Förderschwerpunkte entscheide die Geschäftsführung in Abstimmung mit dem Verwaltungsrat.

Ob und inwieweit das Kontrollgremium im Falle des Staatsbad-Sponsorings eingebunden war, bleibt offen. Der Bürgermeister und SSK-Verwaltungsratsvorsitzende war am Dienstag nicht zu erreichen. Allerdings soll er Martin Lauffer zum Gespräch ins Rathaus gebeten haben.

Falls die Mitglieder des Verwaltungsrats von der Entscheidung wussten, sie aber nicht guthießen, wäre die Angelegenheit am vergangenen Donnerstag im Rat wohl kaum unerwähnt geblieben. Dort nämlich wurde das Gremium im Zusammenhang mit dem 2016er-Jahresabschluss der Stadtsparkasse entlastet. Einstimmig, bei einer Enthaltung. In seiner Stellungnahme nannte Dirk Wöltje (CDU) das heimische Bankhaus „eine verlässliche Größe“.

Die rund 1,3 Millionen Euro Bilanzgewinn fließen zwar nicht in die Kasse der Stadt, sondern werden – wie schon in den Vorjahren – der Rücklage zugeführt. Die Stadt geht laut Wöltje jedoch nicht leer aus. Die Stadtsparkasse habe mehr als 70 Projekte mit insgesamt rund 160 000 Euro unterstützt. „Wir können also froh sein, ein derart gesundes Institut in unserer Stadt zu haben“, sagte er. Der Verwaltungsrat hatte den Sparkassenvorstand für 2016 am 22. Juni 2017 entlastet.

Doch, zurück zu Martin Lauffer. Er zeigte sich am Dienstag erstaunt, dass Staatsbad-Geschäftsführer Maik Fischer am Ausfall der Förderung die Absage der „Illumina“ 2018 festmache. Für welche Events der Sponsoringvertrag abgeschlossen wurde, mochte Lauffer nicht sagen.

Könnte das Staatsbad-Kulturprogramm mit den Fördermaximen der Stadtsparkasse kollidiert sein? Das deutet der SSK-Chef nur an: „Wir können jeden Euro nur einmal ausgeben. Sollen wir ihn für das Essen armer Kinder ausgeben oder für Ireen Sheer?!“

Die Schlagersängerin war 2013 Stargast beim Goldenen Sonntag. Wahrscheinlich also, dass die Stadtsparkasse in der Vergangenheit maßgeblich dieses Traditions-Event förderte.



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