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Pyrmontern gelingt der Einstieg in Hameln / Gesundheitsmanagement soll Rückenschmerzen vorbeugen

Staatsbad macht die BHW-Mitarbeiter fit

Hameln/Bad Pyrmont (tk/uk). Dem Staatsbad Pyrmont ist es gelungen, mit dem Hamelner BHW einen der großen Arbeitgeber der Region als Kunden für sein Gesundheitsmanagement zu gewinnen. Die beiden Partner wollen damit den Rückenschmerzen der Mitarbeiter vorbeugen.

veröffentlicht am 03.06.2009 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 07.11.2016 um 03:41 Uhr

„So wird's gemacht“: Vorstandschef der BHW-Holding,
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Der Arbeitsalltag vieler Beschäftigter hat sich in den letzten Jahren stark gewandelt. Wo vor zwei Dekaden noch „Kumpels“ am Fließband standen, haben Heerscharen von Dienstleistern das Ruder übernommen. Die Produktionsgesellschaft zieht sich immer weiter zurück und tut Dienst am Schreibtisch – nicht ohne Konsequenzen für viele Arbeitnehmer: Sie verbringen einen Großteil ihrer Zeit mittlerweile im Sitzen.

Fast ein Fünftel aller Deutschen sitzt täglich mindestens sechs Stunden vor dem Computer. Besonders hoch ist die Nutzungsintensität bei jungen Erwachsenen. Von den 18- bis 29-Jährigen verbringt mehr als jeder Dritte täglich sechs Stunden am PC (35 Prozent). Bei den 30- bis 44-Jährigen sind es mit 32 Prozent nur unwesentlich weniger – und das hat Folgen: rund zwei Drittel der Deutschen leiden unter Rückenschmerzen. Als eine wesentliche Ursache für Rückenprobleme gelten Bewegungsmangel und langes Sitzen in falscher Haltung.

In der „Arena“ werden Mitarbeiter fit

Viele Firmen organisieren Betriebssportgruppen und stellen ihren Angestellten Krafträume, Tennisplätze und Saunen zur Verfügung – auch im Hamelner BHW gehört „Gesundheitsvorsorge zur Unternehmenskultur“, sagt Steffen Seidler von der Abteilung Arbeitssicherheit des BHW. In Kooperation mit Trainern des Staatsbades Pyrmont können Mitarbeiter des BHW jetzt im hauseigenen Fitnessraum „Arena“ an zehn verschiedenen Trainingsgeräten ihre Muskulatur stärken, können Gewichte heben und Radfahren. Vorbild ist das bereits erfolgreich am Markt bewährte Konzept des Staatsbades Pyrmont bei der Firma Phoenix in Blomberg und Bad Pyrmont. Mit dem Modell „Actiwell“ wird bei Phoenix Contact durch das Staatsbad seit Jahren ein Gesundheitsprogramm angeboten, in dem Bewegungstraining, gesunde Ernährung, Entspannungstechniken und Konzentrationstraining ganzheitlich enthalten sind. „Dass wir nun auch das BHW dafür gewinnen konnten, ist für uns ein großer Erfolg“, freut sich Kurdirektor Heinz-Hermann Blome, der derzeit auf der Suche nach weiteren Partnern ist. Voraussetzung: Das Unternehmen muss mindestens 2500 Beschäftigte zählen, damit sich am Ende genügend Mitmacher finden. Und da es davon nicht so viele gibt, sind auch Zusammenschlüsse mehrerer Unternehmen möglich.

Schon eine halbe Stunde in der Woche bringt was

Nach dem von der Betriebsärztin Elisbeth Frost formulierten Motto „Leben ist Arbeit und Arbeit ist Leben“ soll nun zukünftig im BHW genauso trainiert werden. „Fit im Job“ heißt das niedrigschwellige Gesundheitskonzept des BHW, mit dem Mitarbeitern die Chance gegeben werden soll, auch während der Arbeit Sport zu treiben.

Denn „schon eine halbe Stunde Sport in der Woche steigert deutlich die Leistungsfähigkeit und senkt die Krankmeldungen“, weiß die Medizinerin. Gerade Rücken- und Nackenbeschwerden seien typische Erscheinungen bei Menschen, die viel im Sitzen arbeiten. Ebenso häufig seien aber auch psychische Beschwerden, die von den körperlichen kaum zu trennen seien. Ursache dieser „Arbeitskrankheiten“ sei „der Teufelskreis des Sitzens“: Acht bis zehn Stunden vor dem Computer, danach hat kaum jemand Lust, sich zu bewegen, der Abend endet auf dem Sofa.

Von der Qualität seines Produktes, ist Werner Streicher, stellvertretender Kurdirektor und Therapieleiter, überzeugt. „Wir überlassen nichts dem Zufall. Das Trainingsprogramm ist EDV-gesteuert, und ein hoch qualifiziertes Personal aus Physiotherapeuten, Diplom-Sportlehrern und Diplom-Sportwissenschaftlern kümmert sich um die Sportler.“

Um die Wirksamkeit des ganzheitlichen Fitnesskonzeptes auch wissenschaftlich zu belegen, werden die BHWisten Teil einer Studie, die zusammen mit der Medizinischen Hochschule Hannover ausgearbeitet wird. Dass das Angebot jetzt schon ein voller Erfolg ist, zeigen die Anmeldezahlen. Bereits beim Eröffnungstag der „Arena“ meldeten sich 32 Mitarbeiter an.

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