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Sebastian K. (31) aus Hameln fragt: Bei meinem sechsjährigen Sohn wurde ein starker Kariesbefall an einem Zahn festgestellt. Unser Zahnarzt rät, den betroffenen Zahn zu ziehen. Von Freunden habe ich aber gehört, dass sich das als negativ für die weitere Entwicklung des Gebisses auswirken könnte. Sie meinen, auf jeden Fall zunächst eine Wurzelbehandlung vorzuziehen.

veröffentlicht am 07.04.2009 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 07.11.2016 um 11:21 Uhr

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Heute: Milchzahn ziehen oder nicht?

Dr. med. Werner G. Gehring antwortet: Die Endodontie (Wurzelkanalbehandlung) ist ein Verfahren, welches dem Erhalt eines Zahnes dient. Liegt eine Entzündung des Zahnnerven (Pulpitis) vor, so ist meist eine Wurzelkanalbehandlung notwendig, um den Schmerz zu nehmen und den Zahn zu erhalten.

Milchzähnen wird heute ein hoher Stellenwert zugeschrieben. Sie sind Platzhalter und Wegweiser für die bleibenden Zähne. Ebenso werden sie zum Kauen und zum korrekten Spracherwerb benötigt. Darum ist es wichtig, die Milchzähne möglichst bis zum Zeitpunkt ihres natürlichen Ausfalls zu erhalten. Mitunter ist jedoch auch ein Milchzahn bereits durch Karies so stark zerstört, dass der Zahnnerv in Mitleidenschaft gezogen wurde. Ist die Milchzahnwurzel nicht mehr als zu einem Drittel resorbiert, so kann eine Wurzelkanalbehandlung auch am Milchzahn erfolgen. Hierbei unterscheidet man die Pulpotomie von der vollständigen Wurzelkanalbehandlung.

Im Rahmen einer Pulpotomie wird nur die Pulpa (Zahnnerv) der Zahnkrone entfernt, nicht jedoch die Wurzelpulpa. Diese wird mittels eines Medikamentes, Kalziumhydroxid, abgedeckt. Das Kalziumhydroxid bewirkt die Ausbildung einer Zahnhartsubstanzbrücke, sodass die Restpulpa geschützt wird. Dieses Verfahren darf jedoch nur angewendet werden, wenn der Zahn noch keine Anzeichen für eine Entzündung der Wurzelpulpa aufweist, das heißt, liegen bereits Schmerzen vor oder reagiert der Zahn klopfempfindlich, muss auch die Wurzelpulpa entfernt werden.

Um eine Wurzelkanalbehandlung am Milchzahn durchführen zu können, ist in jedem Fall ein Röntgenbild notwendig, um die Zahnlänge zu bestimmen. Die Instrumente zur Wurzelkanalbehandlung dürfen nur so weit in den Wurzelkanal gelangen, dass eine Schädigung des nachfolgenden Zahnkeimes vermieden wird. Die Wurzelkanäle werden anschließend mit einem resorbierbaren Material, zum Beispiel Kalziumhydroxid, gefüllt. Nach erfolgter Wurzelkanalbehandlung oder Pulpotomie muss der Zahn mit einer Füllung oder einer konfektionierten Milchzahnkrone versorgt werden.

Die Möglichkeiten zur Wurzelkanalbehandlung bei Kindern sind mitunter durch die Kooperationsbereitschaft des Kindes eingeschränkt. Ist bereits mehr als ein Drittel der Wurzel resorbiert, sollte das Ziehen des Zahnes in Betracht gezogen werden. Anschließend muss ein Lückenhalter eingesetzt werden, um den Platz für die bleibenden Zähne zu erhalten.

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