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Pilotprojekt des Bildungsbüros für sprachliche Integration von Kindern mit Migrationshintergrund an den Schulen

Sprache als Bildungsgrundlage

Detmold. Sprache ist der Schlüssel zur Bildung, denn Kommunikation ist notwendig, um die berufliche und persönlichen Entwicklung zu gestalten. Die Basis dafür wird bereits in der Schule geschaffen, doch hier haben es Kinder, die Deutsch nicht als Muttersprache erlernt haben, oftmals schwer und weisen deshalb Förderbedarf auf. Aber auch die Lehrer stellt diese Situation vor eine Herausforderung. Deshalb können lippische Lehrkräfte aller Schulformen jetzt an der Fortbildung „Bildungssprache – Sprachbildung (SBBS)“ teilnehmen.

veröffentlicht am 24.03.2015 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 29.10.2016 um 21:21 Uhr

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Die SBBS-Fortbildung ist ein Pilotprojekt des Bildungsbüros des Kreises Lippe in Kooperation mit der Universität Paderborn und der landesweiten Koordinierungsstelle kommunale Integrationszentren (LaKI). „Ziel ist es unter anderem, die Lehrkräfte im Umgang mit den Schülern zu sensibilisieren. Es kommen zunehmend Kinder zu uns nach Lippe, die kein Deutsch sprechen, aber oft über große Potenziale verfügen, diese aber aufgrund von Sprachbarrieren nur schwer oder gar nicht abrufen können. Dies ist eine Herausforderung und deshalb sind Fortbildungsangebote wie SBBS ungemein wichtig“, erklärt Landrat Friedel Heuwinkel. Und so funktioniert die Fortbildung: Die kostenlose Schulung erfolgt freiwillig in zwei Durchgängen mit jeweils 30 Teilnehmern aus Grundschule, Sekundarstufe I und Förderschule in sechs Modulen à sieben Zeitstunden durch Dozenten der Universität Paderborn und dauert insgesamt ein Jahr. „Die Inhalte der Fortbildung müssen in den Unterricht und die Lehrkonzepte der jeweiligen Schule integriert werden, die Praxisnähe der Fortbildung erleichtert dies erheblich“, erläutert Markus Rempe, Leiter des Stabsbereichs Bildung beim Kreis Lippe.

Inhalte der verschiedenen Module sind unter anderem die Stolperfallen der deutschen Sprache beispielsweise in puncto Grammatik. So ist die korrekte Stellung der einzelnen Glieder eines Satzes im Deutschen sehr wichtig, in anderen Sprachen allerdings nicht, was das Erlernen der hiesigen Landessprache für Nicht-Muttersprachler oft deutlich erschwert. Außerdem sollen die Teilnehmer der SBBS-Fortbildung erfahren, wie sie aktiv-sprachhandelnden Unterricht gestalten können, in dem die Schüler unter anderem Alltagsszenarien, wie etwa im Supermarkt einkaufen gehen, nachstellen und so leichter meistern können. „An der Geschwister-Scholl-Gesamtschule in Detmold leben und arbeiten Menschen aus den unterschiedlichsten Kulturen, Nationen und Lebenssituationen seit Jahren gut miteinander. Ein ganz wichtiger Schlüssel für eine gelingende Inklusion ist eine gemeinsam gesprochene Sprache. Da die Schule sich als eine Schule für alle versteht, wird sie von Menschen mit sehr unterschiedlichem Sprachvermögen ausgewählt.

Um diesem Anspruch gerecht zu werden, bilden sich die Lehrer immer wieder fort“, erklärt Ernst Meuß, didaktischer Leiter der Gesamtschule. „Um unsere Schüler besser individuell zu fördern, bieten wir seit diesem Schuljahr eine spezielle Förderung für diejenigen an, die Deutsch als Zweitsprache erlernen. Nach den Sommerferien werde auch ich in den entsprechenden Kursen eingesetzt. An vorherigen Schulen konnte ich bereits einige Erfahrungen in diesem Bereich sammeln und freue mich nun, durch die SBBS-Fortbildung meine Kompetenzen zu erweitern und neue Anregungen für den eigenen Unterricht zu erhalten“, fügt Anna-Lena Klemen, ebenfalls Lehrerin an der Geschwister-Scholl-Gesamtschule in Detmold, an.



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