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Warum die JSG Rischenau-Elbrinxen die Vereinbarung mit der „Sportjugendförderung e.V.“ widerruft

Sportler verbieten Nutzung ihres Namens

Weil die mit dem Segen der JSG Rischenau-Elbrinxen hausierenden Illustrierten-Abo-Werber an der Tür offenbar widersprüchliche Angaben gemacht haben, entzieht die Spielgemeinschaft aus der Lügder Südstadt ihnen die Unterstützung. „Wir stellen unseren Namen nicht mehr zur Verfügung“, sagt Stefan Vierus von der JSG.

veröffentlicht am 07.04.2016 um 20:47 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 14:37 Uhr

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Juliane Lehmann

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Juliane Lehmann Reporterin zur Autorenseite
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Lügde. Für Zeitschriftenwerber sind sie eigentlich das ideale Pflaster – die Osterräderstadt und ihre Ortsteile. Denn hier treffen zwei geschäftsfördernde Umstände zusammen: Fast nirgends sonst im Kreis Lippe sind so viele Menschen Mitglied in Sportvereinen wie in Lügde: Im Durchschnitt gehört hier fast jeder Zweite einem Club an. In den Dörfern liegt der Anteil der Vereinsmitglieder an der Gesamtbevölkerung sogar noch höher. Und: In Lügde und seinem Umland leben viele ältere Menschen. Von denen hat ein Gutteil etwas übrig für Nachwuchssportler – zumal, wenn vielleicht sogar der eigene Enkel Fußball spielt.

Die Förderung ihres Nachwuchses hatten gleich mehrere Sportclubs im Sinn, denen die „Sportjugend-Förderung e.V.“ aus Wassenberg (Kreis Heinsberg) eine ganz besondere Unterstützung in Aussicht stellte: Für jedes bei einer Werbekampagne abgeschlossene Zeitschriften-Abo sollen die Vereine mit einer Prämie belohnt werden – mit Trikots, Bällen oder auf Wunsch in bar. Voraussetzung: Die Vereine geben den Werbern Brief und Siegel, dass die Aktion seriös ist. Gleich mehrere Vorstände haben das getan (wir berichteten).

Einen anderen Eindruck hat mittlerweile die Spitze der JSG Rischenau-Elbrinxen: „Uns wurde aus der Bevölkerung von widersprüchlichen Aussagen eines Werbers berichtet, der in der Südstadt unterwegs war“, sagt Stefan Vierus aus dem Vorstand der von Oliver Müller geleiteten Jugendspielgemeinschaft. Deshalb hat die JSG-Spitze am Donnerstag nach eigener Auskunft beschlossen, die Reißleine zu ziehen. „Wir stellen unseren Namen nicht mehr zur Verfügung“, betonte Vierus am Telefon gegenüber unserer Zeitung. Den Widerruf der Vereinbarung mit der „Sportjugend-Förderung“ hat er auch auf die Startseite des JSG-Internetauftritts gestellt. In dem per E-Mail, WhatsApp-Nachricht und auf Papier verschickten Brief an die Wasserberger Organisation sowie die unter derselben Adresse firmierende Unternehmergesellschaft untersagt Vierus „ab sofort, den Namen der JSG Rischenau-Elbrinxen zu benutzen“ – weder zu Werbezwecken noch als Nutznießer oder in anderen Formen.

Dem Entschluss zu diesem Schritt ging laut Vierus ein Austausch mit dem erweiterten Vorstand der JSG voraus. Dem gehören die Vorsitzenden der Vereine aus Elbrinxen, Rischenau, Sabbenhausen, Falkenhagen und Niese an. „Wenn jetzt noch Haustürgeschäfte hier stattfinden, dann haben wir damit nichts zu tun“, betont Vierus.

Womit die JSG-Spitze ein Problem hat, erklärt der Sabbenhausener damit, dass sich die Zeitschriftenwerber offenbar nicht an die Absprachen gehalten hätten, die vorher getroffen worden seien. So habe am Mittwoch in Rischenau jemand erklärt, er wolle im Auftrag des TSV Elbrinxen Zeitschriften verkaufen. „Aber das ist nicht richtig“, sagt Vierus. Einen solchen Auftrag habe die TSV-Vereinsspitze den Werbern seines Wissens nicht erteilt.

Der JSG Rischenau-Elbrinxen ging es so wie unter anderem auch dem TuS WE Lügde sowie den Sportvereinen in den Pyrmonter Ortsteilen Hagen und Löwensen: Der Kontaktmann der „Sportjugend-Förderung e.V.“ bahnte die Kooperation so an, dass die Vereinsspitzen vor allem den Vorteil für ihre Nachwuchs-Kicker sahen.

„Wir hatten schon ein bisschen das Gefühl, uns auf dünnes Eis zu begeben“, räumt Stefan Vierus ganz ehrlich ein. „Uns war bewusst, dass es um Geld ging.“ Der fade Beigeschmack sei allerdings von der Hoffnung überdeckt worden, „etwas für unsere Jungs zu erreichen“. Denn: Trikots und Bälle sind teuer. Und, so das Vorstandsmitglied: Schließlich habe man darauf vertraut, dass die Aktion genau so laufen werde wie von den Wassenbergern zugesagt.

Nachdem die JSG-Spitze von den Erfahrungen einiger Kernstadt-Lügder mit den Werbern erfuhr und auch aus den Ortsteilen die ersten negativen Rückmeldungen und skeptischen Nachfragen eingingen, machte sich an der JSG-Spitze schnell ein schlechtes Gewissen breit. Und man beschloss: „Wir wollen die Leute informieren und einen Schlussstrich ziehen.“

Sollte der eine oder andere mit seiner Unterschrift unter den mit „Vereinssponsoring“ überschriebenen Zettel unwissentlich ein Zeitschriften-Abo abgeschlossen haben, dann bedaure er das sehr, sagt Stefan Vierus. „Wir haben einen Fehler gemacht, dass wir uns darauf eingelassen haben. Uns auf Kosten anderer zu bereichern – das ist nicht, was wir wollten.“



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