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Proben für Jobcenter-Projekt „Theater macht Arbeit“

Spielend zur Ausbildung

Lippe. „Wer erinnert sich nicht an seine ersten Vorstellungsgespräche mit schwitzenden Händen, trockenem Gaumen, einem Wörterwirrwarr im Kopf und dem Gefühl, sich besonders gut verkaufen, etwas ‚vorspielen‘ zu müssen“, sagt Andrea Berger, Vorstandsvorsitzende vom Jobcenter Lippe. Und erklärt damit, warum die Kombination Theaterpädagogik und Ausbildungsplatzsuche gut zusammenpasst.

veröffentlicht am 20.12.2013 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 02.11.2016 um 02:21 Uhr

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Zum achten Mal führt das Jobcenter Lippe ein Theaterprojekt für Arbeitslosengeld-II-Empfänger zwischen 18 und 25 Jahren durch, diesmal in Kooperation mit der Netzwerk Lippe gGmbH und der gemeinnützigen Projektfabrik aus Witten. Mit Vermittlungsquoten von regelmäßig rund 75 Prozent in den vergangenen Jahren gehört das Theaterprojekt zu den erfolgreichsten Angeboten des Jobcenters Lippe, dessen Vermittlungsquote insgesamt schlechter als der Landesdurchschnitt ist und deshalb in der Kritik steht. Seit Oktober lernen 17 Teilnehmer Stimmübungen, Körpersprache, freies Sprechen und Präsentieren vor Fremden, aber auch Sozialkompetenzen wie Teamarbeit und Kritikfähigkeit. „Schon in den ersten Wochen sind deutliche Veränderungen zu beobachten“, erzählen die Theaterpädagogen Gunther Möllmann und Peter Hain. „Waren einige am Anfang kaum zu verstehen, weil sie so leise sprachen und nuschelten, treten sie jetzt deutlich selbstbewusster auf.“ Außerdem habe es anfangs Streitigkeiten gegeben, weil einige Teilnehmer Kritik persönlich genommen haben und „explodiert“ seien. Im Verlauf der Proben haben sie gelernt, konstruktiver damit umzugehen. Dies sind Fähigkeiten, die ihnen nicht nur beim Entwickeln eines eigenen Theaterstückes, sondern auch im normalen Berufsleben hilfreich sein werden.

Von Abiturienten bis zum Schulabgänger ohne Schulabschluss können alle bei „Theater macht Arbeit“ teilnehmen. Gemeinsam ist den Jugendlichen die Tatsache, dass sie nach der Schule keinen Ausbildungs- oder Arbeitsplatz gefunden haben. „Das eine Standbein des Projekts ist die Theaterpädagogik, das andere sind die bewerbungsbezogenen Hilfen wie das Erstellen von Bewerbungsmappen, Hilfe bei der Kontaktaufnahme zu Arbeitgebern und das Absolvieren von Praktika“, erklärt Esther Raum, Sozialpädagogin beim Netzwerk Lippe. Sie betreut die Teilnehmer abseits der Bühne. Dazu gehört auch, den einen oder anderen Langschläfer ans Aufstehen zu erinnern oder den Teilnehmern bei familiären Problemen zu helfen. Alle betraten mit den sprichwörtlichen Brettern, die die Welt bedeuten, Neuland – einige mit Aufregung, andere mit Skepsis. „Inzwischen motivieren sich die Teilnehmer gegenseitig, gehen mit Spaß und hoher Zuverlässigkeit an die neue Aufgabe“, so Möllmann und Hain. Die Herausforderung der Theaterpädagogen ist es, innerhalb von sechs Monaten mit 17 Theater-Neulingen ein eigenes Stück auf die Beine zu stellen, das im März im Sommertheater Premiere feiern wird. Danach schließt sich die zweite Projektphase an. Die Teilnehmer werden ein viermonatiges Praktikum absolvieren. Am Ende der ereignisreichen Monate wird für die meisten Teilnehmer eine Zukunftsperspektive feststehen. Für einige ist dies eine Ausbildung, für andere ein höherer Schulabschluss oder ein Studium.red



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