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Kreiskämmerer Frank Schäfer feiert 50. Dienstjubiläum

„Spannende Veränderungen mitgestaltet“

Detmold. Vier Verwaltungschefs hat Frank Schäfer erlebt, seit er mit 16 Jahren seine Ausbildung beim damaligen Kreis Detmold begann. „Ich hatte gerade die Realschule beendet und entschied, mich für eine Ausbildung in der Kreisverwaltung zu bewerben“, blickt Schäfer zurück. Ein halbes Jahrhundert ist seitdem vergangen, 50 Jahre, in denen der ehemalige Azubi eine beeindruckende Laufbahn hinlegte.

veröffentlicht am 08.04.2015 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 29.10.2016 um 18:41 Uhr

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„Insgesamt vier Ausbildungen haben Sie während ihrer Tätigkeit beim Kreis Detmold beziehungsweise Kreis Lippe absolviert und dabei viel Zielstrebigkeit bewiesen“, lobt Landrat Friedel Heuwinkel während der Ehrung zu dem ungewöhnlichen Dienstjubiläum. Nach der Verwaltungsausbildung folgten die Ausbildungen für den mittleren, dann den gehobenen nichttechnischen Dienst und schließlich das Diplomstudium zum Kommunalwirt. Während seiner 50-jährigen Dienstzeit durchlief Schäfer viele Stationen und Bereiche der Kreisverwaltung, zunächst als Sachbearbeiter und ab 1987 in verschiedenen Leitungsfunktionen. Ab 1999 war er Leiter des Fachbereiches „Jugend, Soziales und Gesundheit“, bis er 2003 die Aufgaben des Kreiskämmerers und zugleich die Leitung des Fachbereichs „Service“ übernahm, womit er die gesamte Personalverantwortung innehat.

Rückblickend ist er auf einige Meilensteine und gemeisterte Herausforderungen besonders stolz. „1985 wurde ich der erste Pressesprecher, den der Kreis Lippe überhaupt hatte“, erzählt Frank Schäfer. „Nachdem Sie in der neugegründeten Pressestelle gezeigt haben, dass Sie die richtige Person sind, um Strukturen und Aufgaben neu zu gestalten und neu aufzubauen, wurden Sie 1993 federführend damit beauftragt, das Neue Steuerungsmodell in der Kreisverwaltung Lippe zu implementieren und umzusetzen“, erklärt Landrat Heuwinkel in seiner Laudatio. Das Neue Steuerungsmodell sah vor, dass die Fachbereiche nicht nur die fachliche Entscheidungszuständigkeit haben, sondern auch eigenständig über Ressourcen wie Personal und Finanzen entscheiden konnten.

Was heute in vielen Verwaltungen selbstverständlich ist, war damals eine echte Revolution. „Als ich anfing, waren Verwaltungen noch stark hierarchisch und preußisch geprägt. Nach und nach wurden diese alten Strukturen verändert und ich hatte großes Glück, diese spannenden Veränderungen und Modernisierungen mitgestalten zu können“, sagt Schäfer.

In den vergangenen zwölf Jahren als Kämmerer des Kreises stechen für Frank Schäfer drei besondere Herausforderungen hervor: „2006 haben wir als einer der ersten Kreise in Nordrhein-Westfalen die kaufmännische Doppelte Buchführung eingeführt. Da es kaum Vorbilder anderer Verwaltungen in Deutschland gab, haben wir vieles als Pilotanwender von null aufgebaut. Dabei sind uns sicherlich auch hier und da Fehler unterlaufen, aber aus heutiger Sicht kann ich nur sagen: Das war genau der richtige Schritt.“ Die Doppelte Buchführung ermöglichte es den Verwaltungen erstmals, ihre finanzielle Lage vollständig und transparent darzustellen. Zum Beispiel waren Aufwandsposten für Abschreibungen und Rückstellungen vorher nicht erfasst worden. „Heute haben wir einen vollständigen Überblick über unser Vermögen und unsere Verbindlichkeiten.“

Der zweite Meilenstein ist für Schäfer das unter seiner Mitwirkung entstandene Berechnungsmodell zur Kreisumlage, das bis heute angewendet wird. „Erstmals sind wir hier hingegangen und haben partnerschaftlich zusammen mit den Städten und Gemeinden die absolute Höhe der Kreisumlage nach dem Berechnungsmodell beraten, statt sie per Kreistagsbeschluss einfach festzusetzen“, erläutert Schäfer. Der dritte Meilenstein in seiner Amtszeit als Kämmerer sind die durchgeführten Aufgaben- und Strukturanalysen, für die er maßgeblich verantwortlich war.

Schäfer betont, dass die in allen Bereichen erzielten Ergebnisse ohne die stets kollegiale Zusammenarbeit auf der Führungsebene und ohne eine gute Mannschaft im Rücken nicht möglich gewesen wären.

„Als Sie hier anfingen, gab es den Kreis Lippe noch nicht, sondern das Gebiet war noch geteilt in die Kreise Detmold und Lemgo. Dass der Kreis Lippe in den letzten 40 Jahren zu dem werden konnte, was er heute ist – ein modernes Dienstleistungsunternehmen für seine Bürger, gut aufgestellt und schlank organisiert –, dazu haben Sie einen entscheidenden Beitrag geleistet“, fasst Heuwinkel zusammen. Nachdem Frank Schäfer, der im Juli 2012 vom Kreistag zum Allgemeinen Vertreter des Landrates bestellt wurde, seine Dienstzeit über das 65. Lebensjahr hinaus verlängert hatte, geht er nun Ende dieses Jahres in den Ruhe-stand.red



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