weather-image
13°

Ariana Burstein und Roberto Legnani heizen in der Beletage des Schlosses ein

Spanienes glutvolles Temperament

Bad Pyrmont. Wie schon seit Jahren gastierte das Duo Ariana Burstein, Violincello, und Roberto Legnani, Gitarre, in der Beletage des Schlosses. Beide Künstler finden ihre Erfüllung in der „Música española“. Spanische und Lateinamerikanische Musik ist bei uns ja mehr unter dem Allgemeinbegriff Latino bekannt, gehört also in den Bereich Folklore. Dieses Duo aber rückt die Tradition der spanischen Musik in die ihr angemessene Bedeutung.

veröffentlicht am 29.03.2009 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 07.11.2016 um 12:41 Uhr

Ariana Burstein und Roberto Legnani in der Beletage des Schlosse

Autor:

Winfried Kühne
Weiterlesen für 20 Cent oder mit Ihrem Digital-Abo
Sie haben bereits ein Digital-Abo der DEWEZET? Dann melden Sie sich hier mit Ihren DEWEZET -Login an und lesen Sie den Text, ohne Ihn bei LaterPay bezahlen zu müssen.

Als ein seit Jahren eingespieltes Duo verstehen sie sich blind. Ihr Zusammenspiel ist von einer nicht mehr zu steigernden Dichte geprägt. Das Publikum in der Beletage ließ sich verzaubern von der Intensität und dem Nuancenreichtum in Klangschattierungen, dynamischen Abstufungen und musikalisch bedingten Temporückungen. Beide spielen mit dem gleichen Atem, homogen in Phrasierung, Artikulation und gerade in den Schlüssen wirkungsvollen Akzenten.

Das Geheimnis der künstlerischen Ausstrahlung scheint nicht nur in dem vor allem in der Tiefe glutvollen Celloton zu liegen, mehr noch in dem Klangambiente aller Arrangements, meist handelt es sich in den Originalen um Klaviermusik. So überzeugen die Wiedergaben des Barockkomponisten und Organisten Gaspar Sanz durch ihren durchaus modernen Klang. Hinreißende Melodien in den folkloregeprägten, für die höfische Gesellschaft bestimmten Stücken, sensible Farbtupfer in den „Canciones españoles“ und Würde, Größe und Distanz in den drei sephardisch empfundenen Weisen. Volkstümlich ging es in die Pause mit Habanera- Rhythmen von Sebastian de Yradier , „La Paloma“ rief den blonden Hans Albers in Erinnerung, „El arreglito“ Bizets Carmen!

Der zweite Teil las sich mit Werken von Isaac Albéniz, Enrique Granados, Heitor Villa-Lobos und Pablo de Sarasate wie das „who is who“ der spanisch, südamerikanischen Musikergarde des 19. Jahrhunderts. Wie in einer Ausstellung zogen Naturbilder in verschiedensten Farbtönen vorüber. In „Asturias“ wurde die Unwirtlichkeit dieser spanischen Landschaft Wirklichkeit, in „Danza española“ die Eleganz der spanischen Etikette, in „Rio amazonas“ die unendliche Weite des unruhigen Flusses und in den weltberühmten „Zigeunerweisen“ wie auch in den beiden Zugaben das glutvolle Temperament der spanischen Gitanos!

Das Publikum war hingerissen, innerlich aufgeheizt, ein herrlicher Kontrast zum Wintereinbruch draußen!



Copyright © Deister- und Weserzeitung 2019
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.


Weiterführende Artikel
    Anzeige

    Immobilien in Hameln: auf immo.dewezet.de finden Sie tagesaktuelle Angebote zur Miete und zum Kaufen

    Immobilien mieten

    Immobilien kaufen

    Anzeige
    Kommentare
    Kontakt
    Redaktion
    E-Mail: redaktion@dewezet.de
    Telefon: 05151 - 200 420/432
    Anzeigen
    Anzeigen (Online): Online-Service-Center
    Anzeigen (Telefonisch): 05151 / 200 - 666
    Abo-Service
    Abo-Service (Online): Online-Service-Center
    Abo-Service (Telefonisch): 05151 / 200 777

    Keine Zeitung bekommen? Hier zur Zustell-Reklamation.
    X
    Kontakt