weather-image
Die Stadt hat bislang zu wenige Saisonkräfte für die Grünpflege, das Staatsbad pflanzt erst jetzt

Spät am Start

Bad Pyrmont. Der ungewöhnlich lange Winter und der kalte, nasse Mai in Kombination mit einem offenbar falsch eingeschätzten Personalbedarf haben die städtische Grünpflege Bad Pyrmonts offenbar kräftig nach hinten geworfen. Bürgermeister Elke Christina Roeder hat gestern eingegriffen und entschieden, drei weitere Saisonkräfte einzustellen, um den Nachholbedarf zu decken. „Mit den Neupflanzungen sind wir insgesamt rund drei Wochen im Rückstand“, bestätigte Stadtsprecher Wolfgang Siefert.

veröffentlicht am 10.06.2013 um 21:00 Uhr
aktualisiert am 03.11.2016 um 02:41 Uhr

270_008_6404080_pn150_1106_5sp_jl_Kurpark_0044.jpg

Autor:

von hans-ulrich kilian und Juliane Lehmann
Weiterlesen für 20 Cent oder mit Ihrem Digital-Abo
Sie haben bereits ein Digital-Abo der DEWEZET? Dann melden Sie sich hier mit Ihren DEWEZET -Login an und lesen Sie den Text, ohne Ihn bei LaterPay bezahlen zu müssen.

Besonders die Ortseinfahrten der Kurstadt sind nicht so, wie die Bürgermeisterin und viele andere Pyrmonter sich das vorstellen. Eine Leserin berichtete von einem Blumenbeet an der Grießemer Straße in Holzhausen in der Nähe des „Lindenhofs“, auf dem wochenlang nur zwei Tulpen blühten, umrahmt von üppig wucherndem Unkraut. „Das sah schon zur Landpartie Anfang Mai so aus“, so die Frau, die ihren Namen nicht genannt wissen möchte, aber von einem „Armutszeugnis“ für die Stadt spricht. Ende letzter Woche wurde das runde Beet gejätet und soll laut Stadt demnächst neu bepflanzt werden.

In den Vorjahren beschäftigte die Stadt jeweils fünf Saisonkräfte auf Ein-Euro-Basis, die das Team des Bauhofs bei einfachen Arbeiten unterstützten. „In diesem Jahr sind es bislang nur zwei“, so Stadtsprecher Siefert. „Das reicht aber nicht aus, wie sich herausgestellt hat.“ Er bat um Verständnis dafür, dass die Arbeiten nun „von innen nach außen“ erledigt werden. Mit anderen Worten: Der Kurbezirk und die Ortsteinfahrten haben Vorrang, danach kommen die Ortsteile an die Reihe, sofern das Geld reicht. „Das Budget ist begrenzt“, macht Siefert die Notwendigkeit zum Sparen deutlich, betont aber: „An der Grünpflege im Kurort werden wir nicht sparen.“ Die Pflege der 17 Hektar Grünflächen in der Kurstadt und ihren Ortsteilen hat im vergangenen Jahr fast 530 000 Euro gekostet.

Das Wetter hat zusätzliche Probleme bereitet. Durch den späten Frost in der Nacht zum 23. Mai und den starken Regen sei ein Schaden an den Pflanzen in Höhe von 3000 Euro entstanden. So ist die gesamte Bepflanzung an der Hauptallee – 10 000 Begonien – erfroren. Auch diese Summe belaste den Etat des Bauhofs, gibt der Sprecher zu bedenken.

270_008_6403946_pn101_1106.jpg

„Der Frost hätte uns auch getroffen, doch weil wir unser Pflanzkonzept umgestellt haben, war die Sommerbepflanzung zu dem Zeitpunkt noch nicht erledigt“, erklärt der für den Kurpark zuständige Gärtnermeister des Staatsbades, Michael Mäkler. Darum biete der Park zurzeit auch ein ungewohntes Bild, räumt er ein. Dass die Besucher wochenlang auf Erde statt Blumen blickten, lag an einem speziellen Kalk-Stickstoffdünger. „Er tötet auch Pilze und Unkraut“, erklärt Mäkler. „Bis man dort Pflanzen setzen kann, muss man mindestens zehn tage warten.“

Erst in diesen Tagen nehmen die Staatsbadgärtner deshalb die Sommerbepflanzung in der Springbrunnenallee vor; der Palmengarten ist immerhin schon großteils fertig. Insgesamt werden rund 80 000 Blumen wie Eisbegonien, Tagetes, Indisches Blumenrohr, Silberblatt, Leberbalsam und Verbenen im Kurpark gepflanzt. „Die Farben sind in diesem Jahr violett-pink-orange, mit ein bisschen Weiß dazwischen“, so Mäkler, dessen Floristin diese Kombination mit „Geht, ist aber mutig“ kommentiert hat. Immerhin kann der Gärtnermeister die Beete jedes Jahr neu gestalten, weil die Denkmalpflege keine strikten Bepflanzungsvorgaben macht. Und doch fordert ihn die Aufgabe stets heraus, denn: „Die Beete sollen jedes Jahr anders aussehen – und möglichst noch schöner als im Jahr davor.“

Auch das 100-jährige Jubiläum des Palmengartens kommt zum Tragen. Das Staatsbad hat in Sizilien zwölf kanarische Dattelpalmen gekauft. Seit gestern schmücken zehn von ihnen in Kübeln die Springbrunnenallee.

Vom Leid aller Hobbygärtner bleiben auch die Profis nicht verschont. Das Unkraut sprießt nach den vergangenen nassen Wochen kräftig. „Wir werden vom Samenunkraut förmlich überrollt, in jedem Weg könnten zurzeit drei Leute arbeiten,“ beschreibt Mäkler den Arbeitsanfall. Und beim Gras sei man einen Mähdurchgang im Rückstand.

Martin Mulzer (v. re.), Andreas Tappe, Ulrich Recker und Jörg Rainer (nicht im Bild) bringen das in großen Ballen angelieferte Substrat auf dem Riesenbeet der Springbrunnenallee aus. Schon jetzt stehen hier zwischen den zehn Brunnen ebenso viele frisch importierte kanarische Dattelpalmen. 33 000 Blumen sollen bald folgen.jl

Eine einsame Tulpe zierte wochenlang ein Beet an der Grießemer Straße.pr.



Copyright © Deister- und Weserzeitung 2018
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.


Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Anzeige

    Immobilien in Hameln: auf immo.dewezet.de finden Sie tagesaktuelle Angebote zur Miete und zum Kaufen

    Immobilien mieten

    Immobilien kaufen

    Anzeige
    Kommentare

    Kontakt

    Redaktion
    E-Mail: redaktion@dewezet.de
    Telefon: 05151 - 200 420/432
    Anzeigen
    Anzeigen (Online): Online-Service-Center
    Anzeigen (Telefonisch): 05151 / 200 - 666
    Abo-Service
    Abo-Service (Online): Online-Service-Center
    Abo-Service (Telefonisch): 05151 / 200 777

    Keine Zeitung bekommen? Hier zur Zustell-Reklamation.
    X
    Kontakt