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Die meisten waren 2016 Bagatellen

So viele Verkehrsunfälle wie noch nie

BAD PYRMONT. So viele Verkehrsunfälle wie im vergangenen Jahr hat es in Bad Pymront noch nie gegeben. „Mit insgesamt 584 Unfällen bewegen wir uns auf einem Allzeithoch“, zog Polizeihauptkommissar Arnold Schiffling am Montag Bilanz. Bei der überwiegenden Zahl handele es sich um Bagatellunfälle.

veröffentlicht am 10.04.2017 um 17:34 Uhr
aktualisiert am 29.05.2017 um 17:28 Uhr

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Hans-Ulrich Kilian

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Hans-Ulrich Kilian Redaktionsleiter Bad Pyrmont zur Autorenseite
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Eine wirkliche Erklärung hat der Leiter des Einsatz- und Streifendienstes der Pyrmonter Polizei für die Entwicklung nicht. Wohl aber dafür, warum es nur bei etwa jedem zehnten Unfall Verletzte gegeben hat. „Die Straßen sind sicher, die Einrichtungen der Fahrzeuge tragen ihren Teil dazu bei“, so sein Fazit. 2016 wurden zwar 21 Personen schwer verletzt, aber es gab „nur“ einen Toten. Ein 79-Jähriger war mit seinem E-Scooter in der Brunnenstraße umgestürzt und verletzte sich dabei so schwer, dass er Tage später starb. Drei Viertel aller Unfälle ereigneten sich 2016 innerorts. Hier wurden auch zwei Drittel der Schwerverletzten registriert. In 21 Fällen waren Fußgänger und Radfahrer beteiligt, deren Verletzungsrisiko erheblich höher als das von Autofahrern sei, so Schiffling. Vier Radfahrer wurden schwer und sechs leicht verletzt.

Im Vorjahr hatte die Polizei noch drei Verkehrstote zählen müssen. In zwei Fällen spielte dabei überhöhte Geschwindigkeit eine Rolle. Das führte dazu, dass die Polizei im letzten Jahr verstärkt Temposünder ins Visier nahm. Mit entsprechendem Erfolg: Die Zahl der Fahrer, die zu schnell unterwegs waren und von der Polizei erwischt wurden, stieg auf 326. Zum Vergleich: 2015 waren es noch 194. Dabei rangierte 2016 bei den Ursachen ein zu hohes Tempo erst auf Platz 3. Ein zu geringer Sicherheitsabstand, gefolgt von Vorfahrtsmissachtungen spielten häufiger eine Rolle.

Alleen an Straßen sehen schön aus, sind aber auch eine Gefahr, wenn etwas schief läuft. Zwölf Baumunfälle, meist mit schweren Folgen für die Beteiligten, mussten die Beamten aufnehmen. „Ein Abstand der Bäume zur Fahrbahn von 30 Metern ist die Idealvorstellung. Das ist aber im Weserbergland nicht realistisch“, berichtete Schiffling von Überlegungen der Verkehrskommission, die sich im vergangenen Jahr auch die Straße zwischen Thal und Bad Pyrmont angesehen hatte. Bei Neuanpflanzungen soll nun ein Abstand zwischen fünf und sechs Metern eingehalten werden, um die Kollisionsgefahr zu reduzieren.

PHK Schiffling. Foto: uk
  • PHK Schiffling. Foto: uk

Unfälle durch Präventionsarbeit zu verhindern, ist Aufgabe der Polizei. Sie tut das unter anderem in Kindergärten, Schulen und Seniorenkreisen. In diesem Jahr kommt im Juni eine Verkehrssicherheitswoche dazu. „Damit wollen wir verschiedene Zielgruppen ansprechen“, so Kommissariatsleiter Manfred Hellmich. Das reiche von Radfahrern mit E-Bikes bis hin zu jungen Autofahrern. Dabei soll auch ein Gurtschlitten zum Einsatz kommen, der die immensen Kräfte bei einem Aufprall erlebbar macht.

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