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Jüngste Schätzung: 680 000 Euro

So teuer wird Bad Pyrmonts Rathausdach

BAD PYRMONT. Jetzt geht‘s dem undichten Rathausdach an die Substanz: Weil es nicht einmal 30 Jahre nach dem Neubau hier und da schon seit geraumer Zeit durch die Zinkblech-Hülle ins Gebälk tropft und auch die Dämmung ihren Namen nicht verdient, muss die Erneuerung dringend sein. Am Montag beginnen die Arbeiten.

veröffentlicht am 09.06.2017 um 21:39 Uhr
aktualisiert am 12.06.2017 um 21:04 Uhr

Hier und da wurde das schadhafte Zinkblech auf den Dachflächen des Rathaus-Neubaus zwar in den letzten Jahren ausgebessert. Eine Dauerlösung ist das Flicken aber nicht.
Juliane Lehmann

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Juliane Lehmann Reporterin zur Autorenseite
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Das ist schon seit 2015 klar. Aber jetzt wird es ernst: Ein Teil des Gebäudekomplexes ist eingerüstet; am Montag sollen die umfangreichen Arbeiten an der 1600 Quadratmeter großen Dachfläche beginnen. Im Bauamt kalkuliert man laut Stadtsprecher Wolfgang für die Maßnahme bis August.

Allerdings ist die Sanierung nun nicht mehr für die 450 000 Euro zu haben, die der 2015 von der Stadt beauftragte Architekt Manfred Weber damals ermittelt hatte – 10 Prozent Sicherheitszuschlag inklusive (wir berichteten). Und auch der noch im November 2016 von den Politikern abgesegnete Ansatz – 605 000 Euro brutto – ist längst überholt. Die Ausschreibungsergebnisse haben erwiesen: Für unter 680 000 Euro ist das neue Dach nicht zu haben. Der Stadt blieb also nichts anderes übrig, als den Posten im Haushalt aufzustocken.

Ein Grund für die Verteuerung, der alle trifft, die jetzt ein Bauprojekt angehen: Die niedrigen Zinsen bescheren der Branche massenhaft Aufträge. Die Preise ziehen an.

Nach fast drei Jahrzehnten ist natürlich niemand mehr für Denk- und Konstruktionsschwächen oder eine fehlerhafte Ausführung zu belangen. Was Architekt Weber vor knapp zwei Jahren auflistete, klingt für Laien dennoch ziemlich nach Pfusch: Weil sich das seinerzeit beim Dach-Bau offenbar noch feuchte Unterbau-Holz mit der Zeit verzogen habe, arbeiteten sich die Nägel durch die Bleche darüber. Das Resultat: diverse Lecks, durch die nach Regenfällen Feuchtigkeit ins Gebälk dringen konnte. Nicht gut für die Bausubstanz.

Die kaum über die Wandoberkanten hinausreichenden eckigen Dachrinnen erscheinen aus heutiger Sicht ebenfalls als schwache Konstruktion. Ende der 1980er Jahre mag so etwas der letzte Schrei gewesen sein. Ihren Zweck erfüllen die stellenweise porösen Zinkrinnen aber nicht. Durch Risse tropft das Wasser auf Fensterbretter darunter oder rinnt gleich die Wand entlang. In den vergangenen Jahren wurden die derbsten Schadstellen im Zinkblech zwar geflickt. Doch so etwas ist keine Dauerlösung. Bliebe alles so, dann hätten die Dachdecker ein ebensolches Reparatur-Abo auf dem Rathaus wie seit vielen Jahren die Bauhof-Mitarbeiter beim Minipflaster-Flicken auf dem Rathausplatz.

Die alten Bleche werden nun in fünf Abschnitten abgebaut, ebenso wie die Dachschalung auf den Sparren und die einst zum Dämmen genutzte Mineralwolle in den Gebälk-Zwischenräumen.

Weil der Platz unterm jetzigen Dach nicht reicht, um eine nach heutigen Maßstäben und gemäß Energieeinsparverordnung korrekte Isolierung anzubringen, muss das bestehende Gebälk angehoben werden. Anschließend kommen eine neue Schalung und schließlich eine neue Hülle drauf. Die wird wieder aus Zink-Stehfalzblechen bestehen. An der Optik des Rathaus-„Neubaus“ wird sich also nicht viel ändern.

Neue Dachflächenfenster werden indes über zwei Fluren im West- und Ostflügel eingebaut. Die bisher beauftragten Handwerker – Zimmerer, Klempner, Trockenbauer und Maler – kommen laut Verwaltung aus der Region.

Die Bauverwaltung ließ über Stadtsprecher Siefert am Freitag mitteilen: „Die Koordinierung der Sanierungsarbeiten wird so erfolgen, dass keine beziehungsweise nur geringfügige Beeinträchtigungen (zum Beispiel bei den Abbrucharbeiten) eintreten.“



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