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Sensibel und kreativ: Arndt Jubal Mehring

So schön kann Flöte sein

Bad Pyrmont. Ein großer Solist gab sich am Donnerstagabend im Konzerthaus die Ehre – und eine große Anzahl von Pyrmontern war neugierig auf ihn. Nicht, dass Arndt Jubal Mehring es nötig hätte, beim durchaus fachkundigen heimischen Publikum noch bekannter zu werden. Nein, man war gespannt, wie es ihm gelingen würde, dem Konzert für Flöte und Orchester f-Moll op. 38 des im 19. Jahrhundert berühmten, aus Pyrmont stammenden Flötisten Ferdinand Büchner (1825 bis 1912) neues Leben einzuhauchen.

veröffentlicht am 07.09.2013 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 02.11.2016 um 17:21 Uhr

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Autor:

Rudi Rudolph
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Es sei vorweggenommen: Der Erfolg war phänomenal. Was Mehring da an sensiblem und kreativem Potenzial eingebracht hatte, indem er die im Zweiten Weltkrieg durch ein Feuer vernichtete Orchesterfassung sozusagen innerlich nachempfand und kompositorisch wieder vervollständigte, begeisterte die Zuhörer. Da ihm nur die Klavierfassung des Flötenkonzertes vorlag (wir berichteten), bedurfte es schon profunder Kenntnis und einer reichen Fantasie, um daraus wieder eine komplette Orchesterversion zu kreieren. Auch das aus Mitgliedern der berühmten „Großpolnischen Philharmonie Kalisch“ bestehende Orchester „Concerto Verizano“ unter der Leitung von Generalmusikdirektor Volker Schmidt-Gertenbach schien sich mit Engagement und Freude darin zu vertiefen.

Eingeleitet hatte den Abend aber die Organistin Judit Izsák, die mit Georg Friedrich Händels Konzert für Orgel und Orchester g-Moll op. 4 Nr. 1 schon die erste Fährte in Richtung Virtuosität legte. Tatsächlich hatte Händel das 1735 entstandene Konzert als Pausenfüller zwischen den Akten seiner Oratorien gedacht und wollte damit ein Gegenstück zum virtuosen Stil des bekannten Kastraten Farinelli schaffen. Den soliden Vortrag bedachte das Publikum mit Applaus, dann allerdings, nach dem leidenschaftlichen und tatsächlich virtuosen Vortrag Arndt Jubal Mehrings, tobte es förmlich, trampelte, man hörte Kreischen und rauschenden Beifall. Hier hatte nicht nur der Lokalmatador „seine“ Anhängerschaft mitgerissen, jeder war fasziniert von der Interpretation, die, wohl sicher ganz im Sinne Büchners, hochgradig virtuos mit schnörkeligen Trillern, atemberaubenden Läufen und leise wehenden Tönen sowie mit unglaublicher Leichtigkeit herüberkam.

Dagegen konnte nach der Pause, während der der Flötist im Foyer im Beifall der Menge badete, alles Weitere natürlich nicht reüssieren. Ottorino Respighi, dessen Antike Tänze und Arien, Suite Nr. 3, noch einmal sommerlich-italienisches Flair ins Konzerthaus zauberten, hätte sicherlich einmal einen eigenen Abend verdient. Und auch die Sinfonie Nr. 44 e-Moll von Joseph Haydn, oft als „Trauersymphonie“ bezeichnet, obwohl der Titel nicht von Haydn selbst stammt, war nur noch ein gelungener Abschluss eines absolut lohnenden Abends.

Astor Piazzollas „Libertango“ als Zugabe war da nur noch das Tüpfelchen auf dem „i“.



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