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Mit welchen Bildern die vierte „Illumina“ die Besucher im Kurpark bezaubert

So schlagen die Herzen der Bäume

Bad Pyrmont. Bubumm, bubumm, bubumm: Laut und schwer schlägt das Herz des Kurparks. Dieser Herzschlag begleitet die Besucher der Illumina bei ihrem Rundgang über den etwa einen Kilometer langen Parcours. Die riesigen Solitäre scheinen ebenfalls lebendig zu werden: Im Rhythmus des dumpfen Klangs gehen Scheinwerfer an und wieder aus. Im Wechsel des Lichts wirkt es, als atmeten die Bäume.

veröffentlicht am 30.09.2013 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 02.11.2016 um 13:41 Uhr

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Autor:

Karin Heininger
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Dies ist nur einer der Eindrücke in der vierten Licht- und Klanginszenierung des Parks, die diesmal besonders den seit 100 Jahren hier angesiedelten Palmen gewidmet ist. Ein schöneres Geburtstagsgeschenk hätten die Show-Macher den grünen Exoten nicht bescheren können, als sie malerisch einzutauchen in eine Palette intensiver, warmer Farben.

„Das ist ja nah an der Grenze zum Kitsch“, lässt sich aus dem Pulk der staunenden Besucher eine ernüchternde Stimme vernehmen. So kann man es auch sehen, doch bei den Meisten überwiegen in diesem Moment die Verzauberung und das Wundern darüber, dass die gewohnte Weg-Orientierung aufgehoben scheint. Die Besucher können sich treiben lassen wie durch einen Märchenwald.

Irgendwann holt die Vergangenheit die Besucher ein. Unter dem Programmpunkt „Nostalgie“ werden Fotos aus früherer Zeit auf eine Riesenleinwand projiziert. Als die Bilder noch schwarz-weiß waren, hatte auch der Palmengarten seinen ganz eigenen Charme. Elegant gekleidete und behütete Damen und Hofgartendirektor Werner Dirks mit anderen wichtigen Herren setzten sich in Positur. Dazu besingen die „Comedian Harmonists“ den kleinen grünen Kaktus, doch vielleicht hätte Musik von Mario Traversa und seinem Orchester noch besser gepasst. Als plötzlich der Palmengarten und die Bilder bunt werden, hat dieser Gegensatz einen besonderen Reiz.

2 Bilder

Überhaupt lebt die Inszenierung der Illumina von Kontrasten. Haben die Menschen eben noch auf den Parkbänken nachdenklich dem „Märchen von der Zeit“ gelauscht, das in der Erkenntnis mündet „Es ist nicht wichtig, wie viel Zeit man hat, sondern was man daraus macht“, so werden sie beim nächsten Spielort von lebhaften Gesprächen und südamerikanischer Musik begrüßt. Ein Sandstrand unter Palmen („Fata Morgana“) lädt zum Ausruhen und Genießen ein. „Das ist wie in unserem Urlaub auf Lanzarote“, staunt der fünfjährige Leon, dem seine Mutter vorausschauend eine kleine Schaufel eingepackt hat. Etwas Buddeln ist erlaubt, während die Erwachsenen in den Liegestühlen chillen und sich dann an der daneben platzierten Imbiss- und Getränkebude stärken.

Der wohl schönste Eindruck des Abends kommt zum Schluss. Nach einer lautstarken grellbunten Berieselung durch abendlichen Straßenlärm und Disco-Sound auf einer Leinwand müssen sich die Betrachter nur einmal umdrehen – und da sehen sie ihn: den Vollmond. Dick und rund schwebt er in der Ferne über der Schlossinsel. „Mama, ist der echt?“, fragt ein kleiner Besucher. Natürlich nicht. Und doch ist die „Magie der Nacht“, wie der Spielort heißt, perfekt.

Als dann eine sanfte Frauenstimme über die Wiese den Text des Liedes „Der Mond ist aufgegangen“ zitiert und die Melodie dazu leise im Hintergrund erklingt, werden die Menschen mucksmäuschenstill.

Und als die Meisten noch ganz beeindruckt dem Ausgang zustreben, kommt bei mehreren Besuchern die Überlegung, warum eigentlich in der Schlussstrophe „Lass uns ruhig schlafen“ die letzte Zeile „und unseren kranken Nachbarn auch“ gestrichen wurde.

Die bisherigen Besucherzahlen konnte Kurdirektor Heinz-Hermann Blome gestern Abend noch nicht beziffern. Sein Eindruck: „Es hat sich gut angelassen.“ Er gehe davon aus, dass die Zahlen des Vorjahres in etwa erreicht würden. Bis 6. Oktober ist die Illumina täglich ab 19.30 Uhr zu erleben.

Nicht nur

eine „Fata Morgana“, sondern noch für eine Woche Realität: Am Goldfischteich im Kurpark haben Helfer des Staatsbades mit 90 Tonnen Sand einen südlichen Strand gebaut. yt



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