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Erst Sicherheitstag, dann Kontrollen

So reagiert Bad Pyrmonts Polizei auf schwere Unfälle

BAD PYRMONT. Drei Motorradfahrer haben 2018 im Revier des Pyrmonter Polizeikommissariats ihr Leben verloren: ein Honda-Biker (19) aus Lügde und eine Kawasaki-Fahrerin (29) aus Leopoldhöhe starben am Hagener Berg, und Pyrmonter (59) erlag zwei Wochen nach einem Überholmanöver am Grießemer Berg seinen schweren Verletzungen. Die absolute Zahl mag niedrig erscheinen. Aber jeder Verkehrstote ist einer zuviel. Und letztlich jeder Unfall.

veröffentlicht am 03.05.2019 um 23:03 Uhr

In dieser Saison will die Pyrmonter Polizei wieder verstärkt Motorradfahrer ins Visier nehmen. Foto: yt
Juliane Lehmann

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Juliane Lehmann Reporterin zur Autorenseite
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Entgegen dem allgemeinen Trend im Bereich der Inspektion Hameln-Pyrmont/Holzminden verzeichnete die Pyrmonter Polizei 2018 insgesamt 798 Unfälle, ein Dutzend mehr als noch 2017. Überhöhtes oder unangepasstes Tempo machten die Ermittler in 357 Fällen als Ursache aus (2017: 353). Bei 38 Crashs trugen Beteiligte mehr als leichte Verletzungen davon.

Immerhin: Alkohol war im vergangenen Jahr bei nur sieben Karamboulagen im Spiel (2017: 18). Andere Drogen wurden, wie schon im Jahr zuvor, keinem Unfallfahrer nachgewiesen. Beides könnte am gestiegenen Überwachungsdruck gelegen haben: 2018 ertappten die Beamten bei Kontrollen 30 alkoholisierte Fahrer (2017: 22), während sie 36 Konsumenten von Betäubungsmitteln aus dem Verkehr zogen (2017: 13), bevor etwas passierte

Bei der ersten Kradkontrolle dieser Saison am 9. April registrierten die Beamten gleich 40 Verstöße (wir berichteten). Vier Fahrer sind nun ihre Führerscheine los.

Ein frisch aufgeschütteter Erdwall verhindert die Nutzung des letzten Parkplatzes am Hagener Berg. Foto: Ti

In der Konsequenz setzen der Leiter des Einsatz- und Streifendienstes, Polizeihauptkommissar Arnold Schiffling, und sein Team auf „Aufklärung und die Bewusstmachung von Gefahren“. Denn, so Schiffling, auch mit Blick auf die Todesopfer: „Hätten sie sich an die Geschwindigkeitsbeschränkungen gehalten, dann wäre es nicht zu diesen Unfallfolgen gekommen.“

Deshalb wollen die Uniformierten ihren Fokus in diesem Jahr verstärkt auf die Sicherheit aller Verkehrsteilnehmer legen. Dabei nimmt die Polizei nicht nur Motorradfahrer ins Visier, sondern will allen Verkehrsteilnehmern mögliche Gefahrenquellen bewusstmachen. Hier kommt nun Christian Jäckel ins Spiel. Der Oberkommissar bereitet für Sonntag, 12. Mai, einen großangelegten Verkehrssicherheitstag vor. Bei dem gemeinsam mit der Freiwilligen Feuerwehr, dem Rettungsdienst, der Verkehrswacht, dem Seniorenbeirat und dem Präventionsrat sowie den Öffis organisierten Aktionstag auf dem Parkplatz am Gondelteich sollen den Besuchern die diversen Risiken vor Augen geführt werden. „Da geht es unter anderem um die Ablenkung durch das Handy“, erklärt Jäckel. Bei Kontrollen erlebe er immer wieder, wie ertappte Telefonnutzer ihr Tippen bagatellisierten. Doch: „Wenn man die Leute über die möglichen Folgen ihres Blindflugs aufklärt, werden sie kleinlaut.“

Auf praktische Aufklärung setzt er zudem mittels Fahrrad- und Motorradsimulator, Rauschbrillen- und Geschicklichkeitsparcours. „Und wir behandeln auch das Thema Bus-Ein- und Ausstieg mit Rollator.“ Spektakulär dürfte die realistische Vorführung einer Verletztenrettung aus einem Unfallwagen werden. Zum Verkehrssicherheitstag lädt die Pyrmonter Polizei alle Interessierten für Sonntag, 12. Mai, von 11 bis 17 Uhr auf dem Parkplatz vor dem Gondelteich in Bad Pyrmont ein. In der Folgewoche sollen verstärkte Kontrollen folgen.

Den Parkplatz in der „Showkurve“ des Hagener Bergs gibt es schon seit dem vergangenen Sommer nicht mehr. Die Schließung war eine Konsequenz aus den beiden tödlichen Motorradunfällen auf dieser Strecke. Seit einigen Tagen ist nun auch der letzte Parkplatz in diesem Bereich der Landesstraße 430 dicht. Jetzt kann in der unteren Kurve ebenfalls niemand mehr zum Halt rechts abfahren. Laut Markus Brockmann, Chef der Hamelner Niederlassung der Niedersächsischen Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr, sind in eben dieser scharfen Rechtskurve Schutzplanken aufgestellt worden, die nun den Weg zum Parkplatz verschließen. Dessen bisherige Ausfahrt wird zudem von einem frisch aufgeschütteten langen Erdwall blockiert. Als Grund für die Schließung auch des letzten Parkplatzes am Hagener Berg nennt Brockmann die starke Vermüllung des Areals. Das Problem habe in den letzten zwei Jahren stark zugenommen und erhebliche Entsorgungskosten verursacht. Die Palette der dort abgelagerten Dinge reichte von Papier über Reifen bis hin zu Sperrmüll. Sogar einer kompletten Küche habe sich jemand dort entledigt. Den nunmehr völligen Verzicht auf einen Parkplatz in dem Bereich hält Brockmann wegen der Kürze der Strecke für vertretbar. Auch Lkw-Fahrern müsse dort unbedingt ein Rastplatz vorgehalten werden. Für Wanderer sieht er auf der südlichen Seite der Landesstraße noch immer ausreichend Möglichkeiten zum Parken, Anhalten und Ausruhen.(Ti)



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