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Museum im Schloss bekommt Objekte des Brunnenfundes als Dauerleihgabe aus Hessen

So kostbar können Nadeln sein

Bad Pyrmont. Ein Museum lebt nicht nur von den eigenen erworbenen Beständen, sondern auch von Dauerleihgaben, die ein Sammler, eine Stadt oder ein anderes Museum von außen unbefristet zur Verfügung stellen. So geht es auch dem Museum im Schloss, das in seinen Räumen und auch im Fundus einige Exponate vorhält, die sinnvoll ergänzen können, was zu den Themen der Ausstellungen und zur Stadt- und Badgeschichte gehört.

veröffentlicht am 31.12.2013 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 02.11.2016 um 00:41 Uhr

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Autor:

Karin Heininger
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Und in naher Zukunft soll diese Sammlung noch durch eine ganz besondere Dauerleihgabe aufgewertet werden. Ein Brief aus dem Hessischen Landesmuseum in Darmstadt hat Pyrmonts Museumsleiter Dr. Dieter Alfter bestätigt, dass rechtzeitig zur Neugestaltung der Stadt- und Badgeschichte 36 Objekte aus dem berühmten Brunnenfund wieder nach Bad Pyrmont zurückkehren, also dorthin, wo sie 1863 gefunden und ausgegraben wurden. „Bisher lagerten die Exponate in der Abteilung Archäologische Sammlungen des Landesmuseums und sind noch nie ausgestellt worden. Für uns sind sie aber ein ganz besonderer Schatz, und entsprechend groß ist die Freude über diese Dauerleihgabe“, betont Alfter.

Die sogenannten 36 Darmstädter Fibeln werden die bisherige Pyrmonter Sammlung von 156 Fundstücken ergänzen, die nach der Neugestaltung noch besser als bisher präsentiert werden soll. Die emaillierte Schöpfkelle, einige römische Münzen und vor allem die verschiedenen Fibeln, die in der Ur- und Frühgeschichte vermutlich als eine Art Sicherheitsnadel zur Befestigung der Kleidung dienten, stehen im Mittelpunkt des neuen Rundgangs (wir berichteten). „Es sind dann immerhin 192 von 300 einst geborgenen Objekten, die wir zeigen können“, sagt der Museumsleiter, der die geschichtliche Bedeutung des Pyrmonter Brunnenfundes als einzigartig einschätzt und darin auch von den Göttinger Historikern Frank Mario Andraschko und Dr. Wolf-Rüdiger Teegen (er schrieb seine Doktorarbeit zum Brunnenfund) bestärkt wird.

Bleibt die Frage, wie die Fundstücke aus der Pyrmonter Sammlung nach Darmstadt gekommen sind. 1863 wurde der damals bekannte Darmstädter Geologe und Quellenfachmann Rudolph Ludwig (1812-1888) von Fürst Georg Victor zu Waldeck und Pyrmont mit der Neufassung der Pyrmonter Quellen beauftragt, wie Teegen in seiner Dissertation beschreibt. Bei den Arbeiten auf dem Brunnenplatz ließ Ludwig einen größeren Bereich um den Brodelbrunnen etwa 3,75 Meter tief ausschachten und stieß dabei auf eine Sensation: Im Quellwasser auf der Baugrubensohle lagen zahlreiche antike Fundstücke, die sich als einer der bedeutendsten frühgeschichtlichen Opferfunde entpuppten. Der Großteil der Sammlung ging nach Arolsen zu dem fürstlichen Auftraggeber. Warum Rudolph Ludwig einige Gegenstände (neben den Fibeln gehörte dazu ein Spiralring) dem Großherzoglich Hessischen Museum (heute Hessisches Landesmuseum) schenkte, ist unbekannt. Bei seinen Recherchen fand Teegen heraus, dass die Objekte bereits 1864, spätestens 1865, in das Museum gelangten. „Nähere Einzelheiten lassen sich wohl nicht mehr ermitteln, da sämtliche Kataloge des Hessischen Landesmuseums Darmstadt im Zweiten Weltkrieg zerstört wurden“, hat Wolf-Rüdiger Teegen herausgefunden.

Wie auch immer: Für Bad Pyrmont bedeutet die Rückkehr der Objekte eine absolute Bereicherung. Wie kostbar der unschätzbare Brunnenfund ist, zeigt allein die Versicherungssumme, die dann insgesamt bei einer halben Million Euro liegt.

Der Pyrmonter

Brunnenfund mit Schöpfkelle, Fibeln und Münzen wird demnächst um 36 Objekte aus dem Hessischen Landesmuseum Darmstadt ergänzt.



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