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Wie Sonnenmangel die Stimmung prägt und welche Tricks dagegen helfen können

So drücken trübe Tage vielen aufs Gemüt

Bad Pyrmont (ube/uk/jl). Gestern war wieder so ein Tag, an dem es nicht hell werden wollte: trüb, trist und feucht. Die Morgendämmerung schien nahtlos in die Abenddämmerung überzugehen. Die Sonne, die zu dieser Jahreszeit ohnehin tief am Himmel steht, konnte das Wolkengrau gar nicht durchdringen. Kein Wunder: Die tief hängenden Nimbostratus-Regenwolken erreichen nach Angaben von Dr. Werner Schätzle vom Zentrum für Medizin-Meteorologische Forschung in Freiburg eine Höhe von acht bis neun Kilometern. „Wir sprechen hier von den oberen Troposphäre-Schichten.“ Nur etwa zehn Prozent der Sonnenenergie kommen laut Dr. Schätzle am Boden an. Das habe Auswirkungen auf den Menschen, sagt der Medizinmeteorologe des Deutschen Wetterdienstes. „Man kann sagen: Trübes Wetter, trüber Sinn.“ Die „graue Suppe“ schlage bei manchen Menschen aufs Gemüt. Wie stark, das sei abhängig von der persönlichen Lebenssituation und von der Frage, wie anfällig man dafür sei. Wetterlagen wie diese wirkten sich „blutdrucksenkend“ aus. „Man fühlt sich müde und niedergeschlagen. Wenn man besonders anfällig ist, verstärkt sich der Effekt“, erklärt Dr. Schätzle.

veröffentlicht am 10.01.2013 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 03.11.2016 um 16:21 Uhr

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Die Diplom-Meteorologin Dorothea Paetzold vom Deutscher Wetterdienst erklärt den Winterblues so: „Für die Psyche braucht man die Sonne. Wenn sie fehlt, schlägt das aufs Gemüt. Das merken vor allem Leute, die zu Kopfschmerzen, Migräne oder Depressionen neigen.“

Bislang kam Luft im Wesentlichen vom Atlantik zu uns und ist daher zwar feucht, aber recht mild. „Eine solche Konstellation ist in unseren Breiten durchaus normal, wenngleich zweistellige Plusgerade im Januar eher selten vorkommen – vor allem, wenn diese milde Episode über mehrere Tage hinweg andauert“, erklärt Paetzold.

Immerhin: Zum Wochenende soll es kälter werden – und vielleicht scheint dann auch nach gefühlt viel zu langer Zeit endlich wieder einmal die Sonne. „Bis zu einem Drittel der Menschen mit depressiven Beschwerden leiden unter einer saisonal-affektiven Störung“, schätzt Dr. Hans-Hermann Zimny. Gute Erfahrungen hat der Vorsitzende des Pyrmonter Ärztevereins mit der Lichttherapie gegen Winterdepressionen gemacht. „Wer sich morgens eine halbe Stunde vor so eine Lampe setzt, fühlt sich viel besser.“ Eine selbst konstruierte Lampe hat der Mediziner vor Jahren in der Praxis platziert und stellt sie seinen Patienten auf Anfrage zur Verfügung. „Allerdings sollte man sich nicht nach 14 Uhr davorsetzen, sonst ist man nachts topfit“, sagt Zimny.

Ansonsten muss er in seiner Praxis gerade erkältete Menschen behandeln, denn es kursieren alle möglichen Rhinoviren. „Die leben in der feuchtwarmen Luft draußen länger und vermehren sich besser“, weiß er.

Die aktuelle Variante der echten Influenza verursache indes neben Fieber, Schnupfen, Hals-, Kopf- und Gliederschmerzen obendrein Magen-Darm-Beschwerden. Diese auch als „Hongkong-Grippe“ bekannte Erkrankung ist nach ihrem ersten Auftreten im Dezember in einem Altenheim in Coppenbrügge (wir berichteten) nun auch in der Kurstadt angekommen. „Sie auszukurieren, dauert zwei bis vier Wochen“, so die Erfahrung des Mediziners, der Geimpfte allerdings wesentlich schwächer betroffen sieht.

Richtig arm dran sind Menschen, die unter Infektionen sowohl mit Viren als auch Bakterien leiden. „Aber auch sie sollten keine Antibiotika nehmen“, rät Zimny, „denn die können auf Dauer eher schaden als nutzen.“ Er empfiehlt Betroffenen lieber einige Tage körperliche Schonung und den Verzicht auf jeglichen Stress.

Wer vorbeugen will, sollte auf Bewährtes setzen. „Frische Ananas, Papaya, Kiwi oder frisch gepresster Saft daraus stärken die Widerstandskraft“, sagt der Mediziner und hat auch gegen „die tägliche Tasse Bouillon“ nichts einzuwenden. Generell sei eine vitamin- und spurenelementreiche Kost einem fetten, zuckrigen Essen vorzuziehen.



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