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Boygroup mit Geheimratsecken

„Sistemfeler“ begeistert das Publikum im Schlosshof

BAD PYRMONT. Nein, der blaue Qualm, der sich langsam, aber sicher auf der Bühne im Schlosshof ausbreitet, hat nichts zu tun mit den Sicherheitshinweisen, die ein Staatsbad-Mitarbeiter vor Beginn der Show „Maybebop“ ordnungsgemäß zum Besten gibt. Die Hinweise auf mögliche Fluchtwege im Katastrophenfall müssen jetzt vor jeder Veranstaltung im Schlosshof sein, und so langsam gewöhnt man sich an dieses Vorspiel.

veröffentlicht am 02.09.2018 um 18:52 Uhr

„Sistemfeler“ brachte den Schlosshof zum Brodeln. Foto: yt
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Autor

Karin Heininger Reporterin
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Die blaue Wolke indes, später noch ergänzt durch andere Farbtöne, gehört zur Lichtshow des neuen Programms „Sistemfeler“, mit dem Maybebop, eine überaus musikalische, pfiffige, vielseitige und jung gebliebene „Boygroup“ mit Geheimratsecken, im Schlosshof gastiert. Zum wiederholten Male sind sie in Bad Pyrmont, aber ihr Programm ist immer wieder neu und frisch. Vier Querdenker und A-Capella-Artisten aus Hamburg, Berlin und Hannover, die ein unerschöpfliches Repertoire haben und dies immer wieder anders präsentieren.

Zum festen Stamm aus Jan Bürger, Lukas Teske und Oliver Gies ist ein neues Gesicht gekommen: Bassist Christoph Hiller vertritt Sebastian Schröder, der Rückenschmerzen hat und pausieren muss. Doch Hiller ist alles andere als Ersatzmann, sondern reiht sich als Könner nahtlos in das Team ein.

Die Vier sind in jedem Genre zu Hause, stimmlich jederzeit präsent, abwechslungsreich, frech und laut, können aber auch leise, wenn sie zum Beispiel das bekannteste plattdeutsche Lied „Dat du min Leevsten büst“ zum Besten geben. Und sie sind zeitkritisch, ob es um Fernsehen geht („Früher gab’s die Tagesschau“), um den Kontakt „an der digitalen Front“ oder um Querschüsse auf dem Fußballfeld („Schiri, erbarme dich“) .

Ein Medley bekannter Schlager, verfremdet nach Maybebop-Art, kommt beim Publikum ebenso gut an wie ihr Geständnis, in einer „WG“ zu leben und die Macken ihrer liebenswerten, aber nervigen Mitbewohner (sieben und 13 Jahre ) auszuhalten. Manchmal untermalen sie ihre Songs mit fantasievoller Choreografie, etwa wenn sie von der kleinen Melodie singen, Töne im Überfluss, die ihnen immer im Kopf herum gehen – wer kennt das nicht? Und selbst ein guter alter Marsch ist nicht vor ihnen sicher, mit ein bisschen getanzter Folklore ironisch verfeinert. Und welches Wort sich bei dem frechen Quartett auf Marsch reimt, ist ja wohl klar...

Dass sie zum Schluss auch noch einen Rap improvisieren mit den vom Publikum zugerufenen Begriffen „Suppengemüse, Pyrmonter Wasser und geplatztes Kondom“, führt zu einem viel bejubelten Finale.



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