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Es fehlt an kleinem, preiswertem Wohnraum

Single, 65 Jahre alt, sucht Wohnung

BAD PYRMONT. Klein und preiswert sollten sie sein, doch von diesen Wohnungen gibt es in Bad Pyrmont zu wenige. Das ist eine – wenn auch nicht überraschende – Erkenntnis aus dem der GEWOS – Institut für Stadt-, Regional- und Wohnforschung – erstellten Wohnraumversorgungskonzept, das Baurat Thomas Goretzki vorstellte.

veröffentlicht am 19.01.2017 um 16:06 Uhr
aktualisiert am 10.10.2017 um 09:20 Uhr

Es gibt noch Baulücken in Bad Pyrmont, wie beispielsweise an der Heinrich-Mogk-Straße. Auf Innenentwicklung, so empfehlen die GEWO-Gutachter, sollte sich die Stadt fokussieren. Foto: uk
Hans-Ulrich Kilian

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Hans-Ulrich Kilian Redaktionsleiter Bad Pyrmont zur Autorenseite
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Wenn von kleineren Wohnungen die Rede ist, dann ist damit nicht zuletzt Wohnraum für Singlehaushalte gemeint. Und dabei fällt auf: Gut die Hälfte aller in Bad Pyrmont allein lebenden Menschen sind älter als 65 Jahre, der Anteil der Seniorenhaushalte insgesamt liegt bei 38 Prozent.

Die Empfehlungen, die die Gutachter daraus ableiten, liegen auf der Hand: Die Wohnungen sollten seniorengerecht sein. Dazu gehören nicht nur Barrierearmut oder gar -freiheit, sondern auch eine Lage in der zentralen, integrierten Kernlage mit einer guten Versorgungsstruktur und ein barrierearm gestaltetes Wohnumfeld. „Wohnungen am Siedlungsrand ohne diese Faktoren sind für Senioren wenig geeinigt“, zitiert Goretzki aus dem Gutachten. Eigentlich ist das eine Binsenwahrheit, die es aber dennoch lohnt, betont zu werden. Und auch die Nachfrage nach betreuten Wohnformen sei in Bad Pyrmont wie in allen Gemeinden sehr stark und der Bestand sei weitgehend ausgelastet, so die Gutachter.

Auf der anderen Seite hat Bad Pyrmont mit 16 Prozent unter allen Kreisgemeinden den geringsten Anteil an Familienhaushalten. Die Stadt ist also gut beraten, auch Grundlagen für familienfreundliches Wohnen zu schaffen und sich dabei auch auf die bestehenden Immobilien und nicht nur auf Neubauten zu konzentrieren, um Strukturen zu erhalten. „Gerade das neue Forschungszentrum von Phoenix Contact mit etwa 600 Arbeitsplätzen ist eine Chance für Bad Pyrmont“, ist im Gutachten zu lesen. Und dafür müsste gegebenenfalls auch neues Bauland für Einfamilienhäuser ausgewiesen werden. „Empfohlen wird aber, sich dabei vor allem auf die Innenentwicklung zu fokussieren“, betont Goretzki. „Das gibt bereits das Baugesetztbuch vor.“ Rein rechnerisch gebe es in den nächsten Jahren keinen Neubaubedarf, heißt es an anderer Stelle. Ausnahme seien lediglich Einfamilienhäuser.

Doch wie der hohen Nachfrage nach preisgünstigen Wohnungen begegnen? Die Modernisierung vorhandenen Wohnraums sei aufgrund Mietniveau und Bewohnerstruktur nur schwer darstellbar, eine Umlage der Kosten angesichts einkommensschwacher Mieter oft nicht möglich. Interessant: Die Kaufkraft je Haushalt ist laut Gutachten die mit Abstand niedrigste im Kreis. Notwendig sei eine finanzielle Förderung, ohne die die Mieten nicht auf niedrigem Niveau gehalten werden könnten.

Dem Alter nach gibt es in der Kurstadt reichlich Immobilien, die sanierungs- oder modernisierungsbedürftig sind. Dafür spricht auch der im Landkreis mit 9,4 Prozent höchste Anteil beim Leerstand, denn viele dieser Wohnungen sind nicht oder nur sehr schwer vermietbar. 53 Prozent aller Wohngebäude in Bad Pyrmont sind zwischen 1949 und 1978 errichtet worden, damals zum großen Teil als Feriendomizile für Westberliner. Konsequent sanieren und modernisieren, lautet die Ansage, zumal laut Goretzki die erste Wärmeschutzverordnung erst 1977 in Kraft trat. 30 Prozent der Gebäude sind vor 1949 erbaut worden.

Gemeinsam lässt sich mehr erreichen. Das gilt auch für der Wohnraumversorgung und ist an die Adresse der Gemeinden gerichtet. Die sollten gemeinsame Strategien entwickeln und ein gemeindeübergreifendes Flächenmanagement einführen, empfehlen die Gutachter und betonten ausdrücklich, „den Dialog zwischen Wohnungs- und Immobilienwirtschaft sowie Politik und Verwaltung zum gemeinsamen Nutzen zu fördern.“



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