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Im Bürgerforum wird mehr Engagement bei der Erhaltung von historischen Gebäuden gefordert

Sind die Kurhäuser gefährdet?

BAD PYRMONT. Die Bausünden der Vergangenheit und der Verfall von leerstehenden Gebäuden waren ein zentrales Thema beim Bürgerforum, zu dem die Gruppe 17 in die Mensa des Schulzentrums eingeladen hatte. Hier war es vor allem eine Besucherin, die deutlich kritische Worte fand und die Pyrmonter Politik in die Pflicht nahm.

veröffentlicht am 14.06.2019 um 17:11 Uhr
aktualisiert am 14.06.2019 um 21:20 Uhr

Dem Verfall preisgegeben: die Fassade des einstigen Kurhauses am Park am Altenauplatz. Foto: ti
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Klaus Titze Reporter
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„Man muss nur einmal einen Blick in die Brunnenstraße werfen, wo in früheren Jahren Villen weggerissen und durch dem historischen Anblick absolut widersprechende Betonbauten ersetzt worden sind“, sagte die kommunalpolitisch versierte gebürtige Pyrmonterin Carolin Muschter. Dass sich diese Entwicklung im Kernbereich der Innenstadt womöglich fortsetze, sei zu befürchten.

Lohnenswert sei in diesem Zusammenhang der Hinweis auf einen Werbeslogan, in dem insbesondere das individuelle Flair einer historischen Kurstadt hervorgehoben werde, das von einem geschlossenen Erscheinungsbild bürgerlicher Hausfassaden lebe.

Von der Politik wollte Muschter wissen: „Wie denn, so frage ich, wird dieses Ambiente in Zukunft aussehen, wenn die derzeit ungenutzten oder zum Teil maroden Privathäuser und Beherbergungsbetriebe bis zur Abrissgenehmigung verrotten? Werden dann anstatt dieser das Kurstadtbild prägenden Fassaden auch hässliche und überhaupt nicht ins Bild passende Anblicke zukünftige Gäste Bad Pyrmonts abschrecken?“

Am Altenauplatz und anderswo gebe es ausreichend Beispiele für die Befürchtung, dass die derzeitigen Eigentümer die Gebäude so lange eingerüstet und ungeschützt dem Verfall überließen, bis sich letztlich nur noch Abriss und Neubauten anböten.

Dieser fatalen Entwicklung sieht die gebürtige Pyrmonterin auch die Pensionen an der Park- und Schlossstraße ausgeliefert. Hier dürfe die Politik nicht tatenlos zusehen, warnte Muschter: „Sie müssen sich doch als Kommunalpolitiker Gedanken über das zukünftige Erscheinungsbild des historischen Pyrmonts machen!“, forderte sie. „Also sich die Frage stellen, wie soll Bad Pyrmont in der Zukunft aussehen, welche Gäste sollen nach Bad Pyrmont gelockt werden und wie soll dann die Werbung für diese Stadt aussehen?“

Aus ihrer Sicht sei es überfällig, städteplanerisch in einer Satzung festschreiben zu lassen, dass zum Erhalt der historischen Struktur bei zukünftigen Baumaßnahmen eine Ansichtserhaltung beispielsweise durch Sicherung oder Wiederherstellung der historischen Fassade vorgegeben werde. Zu einer zukunftsorientierten Stadtplanung gehöre eben auch der Aspekt, nicht nur Neuentwicklungen vorzusehen, sondern auch Prägendes zu erhalten.

Insbesondere auch private Eigentümer sollten seitens der Stadt zu Fördermöglichkeiten beraten und bei der Umsetzung von baulichen Maßnahmen unterstützt werden. Es könne nicht sein, diese Menschen mit ihren Problemen im Stich zu lassen, denn mit ihrem Scheitern würde sich das Stadtbild dramatisch verändern und so ein gewichtiger Werbefaktor für diese Stadt verloren gehen, argumentierte sie.

Der SPD-Fraktionsvorsitzende Uwe Schrader sicherte zu, das Thema in seiner Fraktion zu beraten und in die politische Diskussion einbringen zu wollen. Er verspricht sich auch deutliche Impulse durch den Wirtschaftsförderer, dessen Stelle von der Stadt neu geschaffen worden sei. Zu dessen Aufgaben werde es auch gehören, über in Betracht kommende Fördermöglichkeiten zu informieren und individuelle Beratungen anzubieten.



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