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Warum Polizei und Landkreis bei Tempomessungen in Thal relativ wenige Raser ertappt haben

Sichtbare Blitzer verfälschen das Ergebnis

Bad Pyrmont (uk). Seit Jahren stöhnen die Thaler unter Rasern. Vor allen Dingen am östlichen Ortseingang aus Richtung Welsede fordern sie eine Querungshilfe für die viel befahrene Landesstraße.

veröffentlicht am 21.11.2010 um 16:18 Uhr
aktualisiert am 04.11.2016 um 23:41 Uhr

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Drei Monate lang haben Polizei und Landkreis nun abwechselnd die im Ort gefahrenen Geschwindigkeiten gemessen. Das Ergebnis wird sicherlich viele Thaler erstaunen. „Es waren nur relativ wenige Autofahrer zu schnell“, berichtet Klaus Titze vom Polizeikommissariat Bad Pyrmont, um dann allerdings zu relativierten: „So richtig aussagekräftig sind unsere Messungen aber nicht.“

Die Tempokontrolleure von Landkreis und Polizei haben sich zu unterschiedlichen Tages- und Nachtzeiten hinter der östlichen Ortseinfahrt positioniert. Geblitzt wurde von den Ordnungshütern jeder, der mit mehr als Tempo 65 unterwegs war.

Der Überwachungszeitraum der Polizei umfasste laut Titze 7 bis 14 Uhr, 14 bis 20 Uhr und 20 Uhr bis Mitternacht. „Wir haben nachmittags dreimal so viele Verstöße festgestellt wie vormittags“, so der Polizeihauptkommissar.

Der Landkreis, der zwischen 6 und 13 Uhr und zwischen 13 und 19 Uhr kontrollierte, kam zu einem anderen Ergebnis: Vormittags waren doppelt so viele Autofahrer zu schnell wie nachmittags.

In der Quote liegen Polizei und Kreis allerdings ähnlich. Die Landkreismitarbeiter, die an elf Tagen vor Ort waren und in dieser Zeit 10 400 Fahrzeuge gezählt haben, melden eine Temposünderquote von 3,6 Prozent. Die Polizei ist technisch nicht in der Lage, die Zahl aller Autos zu erfassen. Ihre Beamten haben in 36 Stunden 142 Temposünder ertappt. „Das sind im Durchschnitt vier pro Stunde“, so Titze. „Das ist nicht allzu viel.“

Drei Fahrer waren allerdings schneller als 80 und mussten ihren Führerschein abgeben. Sie waren vor allen Dingen abends unterwegs, wenn der Verkehr nachließ. Die Polizei hat für sich ein klares Fazit gezogen: Je mehr auf der Straße los ist – etwa im Berufsverkehr –, desto geringer das Tempo. Und, im Umkehrschluss: Je weniger Autos unterwegs sind, desto schneller wird gefahren.

Für eine Entscheidung, ob und was sich dort ändern soll, reichen diese Ergebnisse laut Titze aber nicht. „Sie sind wegen der Erkennbarkeit der Kontrolle verfälscht“, weiß der Polizeihauptkommissar. „Die Autofahrer fahren dann einfach langsamer als sonst.“

Er rät der Politik, vor einer Entscheidung über weitere Geschwindigkeitsbeschränkungen oder bauliche Maßnahmen zum Einsatz von Messplatten, die ein genaueres Ergebnis liefern könnten. Solche Platten sind beispielsweise schon einmal auf der Landesstraße unterhalb des Hagener Berges eingesetzt worden.

Heute wird sich der Ausschuss für Feuerschutz, Sicherheit und Verkehr mit der Situation in Thal befassen. Dabei werden auch die Ergebnisse der Geschwindigkeitsmessungen vorgestellt. Es geht nämlich um einen Antrag der Fraktion SPD/Muchow zur Durchführung baulicher und verkehrlicher Maßnahmen in der Ortsdurchfahrt Thal.

Die öffentliche Sitzung beginnt um 17 Uhr im Pyrmonter Rathaus (Raum 300).

Eltern aus Thal machen sich schon lange um ihre Kinder Sorgen, die die Ortsdurchfahrt auf ihrem Schulweg queren müssen. Foto: ein/Archiv

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