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Johanniter geben Tipps, um Verletzungen durch Böller zu vermeiden

Sicher durch die Silvesternacht

Blomberg. Silvester bedeutet für die Mitarbeiter des Rettungsdienstes der Johanniter-Unfall-Hilfe regelmäßig Hochbetrieb: Alljährlich erleiden in der letzten Nacht des Jahres Tausende Menschen in Deutschland Verbrennungen, Augenverletzungen oder Gehörschäden, weil leichtsinnig oder unter Alkoholeinfluss unsachgemäß mit Feuerwerkskörpern hantiert wird. Hat sich jemand verletzt, kommt es darauf an, richtig und schnell zu reagieren, um Schlimmeres zu verhindern. Augenverletzungen werden oft durch einen zu geringen Sicherheitsabstand verursacht.

veröffentlicht am 28.12.2015 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 27.10.2016 um 23:21 Uhr

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Daniel Fischer, Regionalverbandsarzt des Johanniter Regionalverbandes Lippe-Hoxter, rät: „Wenn Fremdkörper ins Auge geraten, sollten Laien diese nicht selbst entfernen. Stattdessen muss die verletzte Person sofort in eine Notaufnahme oder Rettungsstelle gebracht oder der Rettungsdienst alarmiert werden.“ Als erste Maßnahmen vor Ort sollte das betroffene Auge mit einer keimfreien Wundauflage bedeckt und dann beide Augen vorsichtig mit einem Tuch verbunden werden. Fischer weiter: „Nur durch das Verbinden beider Augen wird eine Ruhigstellung des verletzten Auges und damit eine Schmerzlinderung erreicht.“

Zur Vorsorge raten die Johanniter, nicht nur den auf der Verpackung angegebenen Sicherheitsabstand beim Zünden unbedingt einzuhalten, sondern am besten eine Schutzbrille zu tragen.

Auch die Ohren sind bei der Silvesterknallerei gefährdet. Die beste Vorbeugung bieten hier Ohrstöpsel. Daniel Fischer warnt: „Silvesterböller erreichen eine Lautstarke von bis zu 175 Dezibel. Das ist lauter als ein Presslufthammer. Der hohe Schalldruck kann ein Knalltrauma auslosen und zu einer Schädigung des Innenohrs führen. Die Folge ist Schwerhörigkeit in den ersten Stunden oder Tagen. Schlimmstenfalls bleibt das Gehör ein Leben lang geschädigt.“

Zu den häufigsten Verletzungen an Silvester zählen Verbrennungen und andere Verletzungen an den Händen bis zum Verlust von Fingern. Diese werden meist verursacht durch zu frühe Explosionen oder, weil Feuerwerkskörper mit bereits brennender Lunte zu lange in der Hand gehalten werden – eine gerade bei Jugendlichen beliebte Mutprobe. Fischer rät daher: „Brandwunden sollten allenfalls kurz mit Leitungswasser, auf keinen Fall aber mit Eis gekühlt werden. Puder oder Salben gehören ebenfalls nicht auf offene Wunden. Bei schwereren Verletzungen sofort unter der Rufnummer 112 den Rettungsdienst alarmieren.“

Damit es gar nicht erst zu einem Unfall kommt, hier die wichtigsten Tipps für eine sichere Silvesterknallerei:

Nur geprüftes Feuerwerk mit Hinweis der Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung auf der Verpackung kaufen.

Vor dem Zünden sorgfältig die Gebrauchsanweisung lesen.

Feuerwerk nur im Freien abbrennen, nie in geschlossenen Räumen.

Feuerwerkskörper nie länger als nötig in der Hand halten.

Nach dem Anzünden den vorgegebenen Sicherheitsabstand einhalten.

Niemals auf Menschen, Tiere, Gebäude oder Fahrzeuge zielen.

Kinder nie alleine mit Feuerwerk hantieren lassen.

Kleinere Kinder auch beim Zünden von Knallerbsen oder Ähnlichem beaufsichtigen.

Nie versuchen, Feuerwerkskörper, die beim ersten Versuch nicht gezündet haben, ein zweites Mal anzuzünden, sie können schnell explodieren.

Keine Blindgänger aufsammeln, sie können immer noch explodieren.

Schon beim Einkauf der Silvesterknaller sollte man auf die Prüfsiegel achten, um sich nicht unnötig in Gefahr zu bringen.



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