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Showabsage: Kunden versuchen vergeblich, Geld zurückzugeben

BAD PYRMONT. „Vielleicht sind Sie bald unsere nächste Dancing Queen.“ Das steht auf den Eintrittskarten einer Abba-Dinner-Show, die am vergangenen Samstag im Steigenberger-Hotel in Bad Pyrmont stattfinden sollte. Die Show fiel ersatzlos aus. Jetzt fragt sich Jörg Hachmeister, ob er Opfer eines Betruges wurde. Der Hessisch Oldendorfer versucht seit Tagen, den zuvor bezahlten Eintrittspreis zurückerstattet zu bekommen.

veröffentlicht am 30.11.2018 um 18:27 Uhr
aktualisiert am 30.11.2018 um 20:40 Uhr

Dieses Ticket kaufte Jörg Hachmeister bereits im Mai dieses Jahres. Jetzt möchte der Hessisch Oldendorfer sein Geld zurückhaben. Foto: pr
Frank Neitz

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Frank Neitz Reporter / Fotograf zur Autorenseite
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„Vielleicht sind Sie bald unsere nächste Dancing Queen.“ Das steht auf den Eintrittskarten einer Abba-Dinner-Show, die am vergangenen Samstag im Steigenberger-Hotel in Bad Pyrmont stattfinden sollte. Das Lied „Dancing Queen“ sang niemand. Auch kein „Waterloo“, kein „Mamma mia“. Die Show fiel ersatzlos aus.

Jetzt fragt sich Jörg Hachmeister, ob er Opfer eines Betruges wurde. Der Hessisch Oldendorfer versucht seit Tagen, den zuvor entrichteten Eintrittspreis zurückerstattet zu bekommen. Bislang ohne Erfolg. Hachmeister hatte sich bereits im Mai vier Karten für je 79 Euro in einem Ticketshop in einer Hamelner Einkaufsmeile gesichert. Dort tauchte er auch gleich am Montag auf, wollte sein Geld zurückbekommen – immerhin 316 Euro.

„Mir wurde mitgeteilt, dass nach Aussage des Ticketportals, das den Kartenverkauf als Ticketsystem übernommen hatte, kein Geld erstattet werden könne“, erzählt Hachmeister. Man habe ihm gesagt, dass er sich direkt an den Veranstalter, eine Firma aus Hamm, wenden sollte, so der verhinderte Dinner-Show-Besucher.

Jörg Hachmeister setzte sich an den Computer und recherchierte. Der Name des Unternehmens sei in Suchmaschinen aufgetaucht, deren eigene Internetseite jedoch nicht aufzufinden gewesen, so Hachmeister. „Daraufhin habe ich im Netz nach der Dinnershow gesucht und bin darauf gestoßen, dass schon mehrere Leute auf diese Masche hereingefallen sein sollen“, so Hachmeister. Telefonisch habe er die Firma nicht erreichen können, sagt Hachmeister. „Für mich stellt sich die Frage, was mit den anderen offenbar auch geschädigten Abba-Fans aus Bad Pyrmont passiert ist“, sagt der Mann aus Hessisch Oldendorf.

Auch Leonard Niehus läuft noch hinter seinem Geld her. Der Hamelner kaufte im gleichen Ticketshop zwei Karten. „Das war ein Geburtstagsgeschenk für unsere Mutter“, erklärt Niehus. Er wusste allerdings schon seit Mitte Oktober, dass die Show ins Wasser fallen sollte.

Das Ticketportal schickte ihm eine E-Mail und informierte ihn darüber, dass vom 19. Oktober bis zum 14. Dezember Shows dieses Veranstalters ausfallen werden. „Bitte wenden Sie sich bezüglich der Rückerstattung der Tickets ausschließlich direkt an den Veranstalter“, teilte ihm das Ticketportal zusätzlich mit. Der Hamelner schrieb das Unternehmen an und setzte der Firma eine Frist. Doch eine Antwort, geschweige denn Geld, habe er nicht erhalten, so Niehus.

Der Hamelner hat am 13. November auf einer „Online-Wache“ der Polizei Strafanzeige gestellt. Jetzt sucht er Hilfe bei einem Anwalt, um doch noch an sein Geld zu kommen. Einem Kunden, der zwei Eintrittskarten im DewezetTicketshop in Hameln erstanden hatte, konnte der Eintrittspreis dagegen problemlos zurückerstattet werden. „Eine Stornoanfrage war online freigeschaltet“, erklärt Mitarbeiterin Andrea Heye, weshalb der Kunde problemlos die Karten zurückgeben konnte.

Offenbar gibt es mehrere Anbieter, die die unterschiedlichsten Dinner-Shows inszenieren. Das Gros davon ist seriös. Beim Hotel Steigenberger, das nicht der Veranstalter der Dinner-Show war, wollte sich niemand mit Hinweis auf ein „laufendes Verfahren“ äußern. Der Veranstalter selbst war für die Zeitung am Telefon nicht zu erreichen. Bei der Polizei in Bad Pyrmont sei bisher keine Anzeige erstattet worden, heißt es aus dem Kommissariat.

Ist der Weg, mit dem Veranstalter direkt in Kontakt treten zu müssen, der richtige? Es komme auf die allgemeinen Geschäftsbedingungen an, meint der Hamelner Rechtsanwalt Rüdiger Zemlin. Im Prinzip sei derjenige verantwortlich, mit dem der Vertag abgeschlossen worden sei. „Ist das nur ein Vermittler, ist der nicht zuständig, wenn es eine reine Vermittlungstätigkeit ist“, erklärt der Anwalt.



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