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Shi Yan Lin: Langes Leben möglich

Shaolin-Mönch besucht Pyrmont

BAD PYRMONT. Der Shaolin-Mönch Shi Yan Lin hat die Kurstadt besucht und Ähnlichkeiten mit seiner Heimat, dem chinesischen Dorf Bama, gefunden. Dort leben bemerkenswert viele über Hundertjährige.

veröffentlicht am 30.10.2016 um 16:49 Uhr
aktualisiert am 02.11.2016 um 14:46 Uhr

Joachim Zieseniß

Autor

Reporter Coppenbrügge-Salzhemmendorf zur Autorenseite

Angereist war er vom Songshan Shaolin Tempel, gelegen in der chinesischen Provinz Henan. Sein Ziel war eigentlich Paris, wo er bei einer universitären Tagung eine Rede halten wollte. Doch Dr. John Zhou, der in der Buchinger-Klinik Traditionelle Chinesische Medizin (TCM) praktiziert, hatte Shi Yan Lin, seines Zeichens Geschäftsführer des chinesischen Shaolin Tempels, um einen Zwischenstopp in Bad Pyrmont gebeten.

Denn während hierzulande mit dem Shaolin-Kloster und dem Namen eines buddhistischen Mönchsordens in China zuerst immer die Kung-Fu- Kampfkunst der Mönche in Verbindung gebracht wird, verbirgt sich hinter dieser Glaubensrichtung weitaus mehr, erklärt Dr. Zhou: Meditation, Musik, Kunst und nicht zuletzt Medizin. So ist Shi Yan Lin von Haus aus Mediziner. Und als solcher ist er Meister der TCM-Richtung der buddhistisch-tibetischen Medizin. Die ist ein ganzheitliches Heilsystem, das Körper, Rede und Geist einschließt. Dieses System beinhaltet die Informationen und Erfahrungen von jahrtausendealtem Wissen, das ohne Unterbrechung von dem Lehrer auf den Schüler bis in unsere heutige Zeit weitergegeben wurde und noch immer weitergegeben wird. So bezeichnet sich Dr. John Zhou als einen Schüler von Shi Yan Lin. Die grundlegende Philosophie dieses Heilsystems ist der Buddhismus.

Als Geschäftsführer und Heilkundiger des Songshan Shaolin verwaltet Shi Yan Lin noch zwei weitere chinesische Klöster des Ordens – eines davon bei Bama. Die Einwohner des im Süden Chinas gelegenes Dorfes zählen zu den Menschen mit der höchsten Lebenserwartung auf der Welt. So gehört das Dorf, prozentual gesehen, zu den weltweit fünf Gebieten, in denen die meisten über 100-Jährigen leben. Dadurch stellt sich natürlich die Frage: Was macht Bama zur Quelle der ewigen Jugend und Gesundheit? Dieser Frage geht man auch im Shaolin-Kloster nach. Und immer wieder lädt der Shaolin-Tempel weltweit zu medizinischen Symposien ein, in der dieser Frage nachgegangen wird. So jetzt erst wieder im August mit dem Thema Medizin und Meditation; im Dezember will man auf einer Fachtagung die neuesten Ursachen-Forschungen zum Thema „Langes Leben“ beleuchten, so Dr. Zhou.

Für Chinas Dorf der über 100-Jährigen gilt schon jetzt als erwiesen, das wie in den anderen Gebieten mit auffälliger Langlebigkeit auch bei den Bamaern die Ernährung eine herausragende Rolle spielt. Neben frischem, fetthaltigen Fisch und magerem Ziegenfleisch wird hier einem besonderen Kräuter-Reiswein eine altershemmende Wirkung nachgesagt. Dazu kommt ein Brunnenwasser aus dem schlammigen Karstgebiet der Region, das besondere Mineralien und Spurenelemente enthält.

Für Shi Yan Lin als Vertreter der buddhistisch-tibetischen Medizin dürften sich an seinem Untersuchungsort Bama aber auch gesundheitsfördernde Energiefelder und Magnetströmungen ebenfalls positiv auf die Wasserqualität der Region auswirken. Den Magnetströmen wird nachgesagt, das Blut zu reinigen und die Durchblutung anzuregen, wodurch Bamaer seltener an Herzkreislauferkrankungen und Hirnkrankheiten leiden und außerdem noch besser schlafen können.

Bei seinem Besuch in Bad Pyrmont hat Shi Yan Lin viele dieser geologischen Voraussetzungen auch hier wiedergefunden. Ähnlich wie Bama böte auch Bad Pyrmont Voraussetzungen, um hier ein langes Leben führen zu können. Um westliche Naturheilverfahren und chinesische Heilkunst zusammenzuführen, könnten sich der Shaolin-Mönch und Dr. John Zhou daher eine Zusammenarbeit mit der Buchinger-Klinik und eine Städtepartnerschaft mit Bad Pyrmont gut vorstellen: Das ließen sie auch Eberhard Weber wissen, als der Erste Stadtrat und allgemeine Vertreter des Bürgermeisters den Gast aus dem Land der aufgehenden Sonne offiziell begrüßte.



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