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Vollauf gelungen: „Was Ihr wollt“

Shakespeare pur – ein Theaterspaß mit viel Musik

Bad Pyrmont. „Wenn die Musik Nahrung der Liebe ist…“: Mit diesem Satz betritt Herzog Orsino in der Komödie „Was Ihr wollt“ die Bühne. Und Regisseur Norbert Kentrup nimmt William Shakespeare beim Wort: Er füttert die Liebenden mit süßen und melancholischen Tönen, lässt sie singen und tanzen und schafft so eine neue Interpretation des Stückes, das Kentrup die „wahrscheinlich schönste Komödie“ des englischen Dramatikers nennt.

veröffentlicht am 13.03.2009 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 07.11.2016 um 14:41 Uhr

Malvolio (Martin Lüttge) und Olivia (Julia Grimpe) zwischen Intr

Autor:

Karin Heininger
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Klassisches Theater ist leider selten geworden im Repertoire des Staatsbades, die Wirtschaftlichkeit zwingt mehr zu (durchaus beachtlicher) Kleinkunst und zu Kassenschlagern. Umso schöner, wenn das Ensemble „Shakespeare und Partner“ von Norbert Kentrup und Dagmar Papula wieder einmal zu Gast ist in Bad Pyrmont. Wie gewohnt konnte man in der Kentrup-Inszenierung Originalität und den ganzheitlichen Blick auf die Welt Shakespeares erleben: Ein Mix von Komödie und Klamotte, Liebesschmerz und Lotterleben, Romantik und Rüpel-Szenen. Wie das Leben eben so spielt.

Und das Leben spielt heftig und deftig auf der kleinen schrägen Bühne des Kurtheaters. Bemerkenswert ist das Bühnenbild von Sibylle Meyer: Eine U-Bahn-Station mit historischen Figuren bemalt, so wie sie Kentrup anlässlich seines Londoner Gastspiels selbst erlebte. Die Metro spuckt sie alle aus: den Herzog und die junge Viola, die sich nach einem Schiffbruch als Diener Cesario verkleidet, bei ihm verdingt.

Die Rollen sind bestens besetzt

Die selbstbewusste Gräfin Olivia, die ihr Herz für Cesario entdeckt und sich ihm (ihr) anbietet. Den liebeskranken Malvolio, dem übel mitgespielt wird von dem komischen Quartett aus Zofe Maria, Andreas Bleichenwang, Sir Tobi Rülps und Narr, alle in historischen Kostümen (Hannah Hamburger).

Die Rollen sind bestens besetzt mit der mädchenhaften Dominique Lüdi als Viola und dem romantischen Melancholiker Michael Jagusch als Orsino – vielseitig als Schauspieler, Tänzer und Instrumentalist. Julia Grimpe agiert mit blitzendem Charme als Olivia, ist aber auch ein skurriler Bleichenwang und spielt zauberhaft Querflöte. Urs Stämpfi erscheint als ausgeflippter Narr von heute, ein durchgeknallter Techno-Freak, ebenso wie Ivan Vrgoc als Sir Tobi mitunter nah an der Grenze zur etwas nervigen Rüpelei.

Faszinierend spielt Martin Lüttge den alternden Liebhaber, der sich der Lächerlichkeit preisgibt. Die mimische Ausdruckskraft dieses grandiosen Schauspielers erreicht ihren Höhepunkt beim Lesen von Olivias vermeintlichem Liebesbrief. Doch der erfahrene Darsteller spielt niemanden an die Wand. Es zählt die wirklich überzeugende Gesamtleistung des Ensembles, einschließlich Tanz, Gesang und Musik, nah am Stück von Florian Schwartz komponiert.

Und nicht zuletzt ist die Sprache Shakespeares in der Spielfassung von Maik Hamburger, gekonnt rezitiert von den Schauspielern, ein selten gewordenes Theater-Vergnügen. Es gab zwar kein ausverkauftes Haus, aber ein beifallfreudiges Publikum, das dieses Erlebnis zu schätzen wusste.



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