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Demoliertes Auto liegt auf dem Dach

Seltsame Sauerei im Dallensen-Steinbruch

BAD PYRMONT. Als der dunkelblaue Ford Ka auf der Abschleppwagen-Rampe landet, ist kaum noch etwas heil an ihm. Kein Wunder: Der Kleinwagen lag am Rand des stillgelegten Dallensen-Steinbruchs im Grenzland zwischen Bad Pyrmont und Lügde auf dem Dach.

veröffentlicht am 25.10.2017 um 22:19 Uhr

Der demolierte Ford Ka wird aus dem stillgelegten Dallensen-Steinbruch abgeschleppt. Doch wie kam er dorthin? Und wer hat ihn zerstört? Auf diese Fragen gibt es bisher keine Antwort. Für die Kosten des Einsatzes wird wohl sein Halter aufkommen müssen
Juliane Lehmann

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Juliane Lehmann Reporterin zur Autorenseite
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Total zerbeult, mit aufgebogenen Türen und rundum zersplitterten Scheiben fand Lügdes Polizei-Bezirksbeamter Reinhold Hartmann den Wagen dort vor. „Die Reifen waren auf den Standflächen dreckig, aber nicht rundherum“, sagt er und schließt daraus: „Das Auto wurde aus dem Stand umgekippt.“

Verwunderlich bleiben die Umstände: Dass der Kleinwagen im Steinbruch stand, hatte die Polizei Anfang Oktober gesehen. Da sah der Ford aber längst noch nicht so lädiert aus wie am Mittwoch. „Als ich das letzte Mal dort vorbeifuhr, stand er noch aufrecht“, sagt Reinhold Hartmann.

Nummernschilder trug das Auto nicht. Anhand der Fahrgestellnummer war der Halter jedoch bald ermittelt. Die Polizei kontaktierte ihn und schrieb einen Bericht, auch für den Steinbruch-Eigentümer. Da das Auto relativ unversehrt dort stand, schien der Fall erledigt.

Der Regen vergrößert die Pfütze. Es muss mehr Bindemittel her. Foto: jl
  • Der Regen vergrößert die Pfütze. Es muss mehr Bindemittel her. Foto: jl
Von Hand heben die Feuerwehrmänner den verseuchten Boden ab.
  • Von Hand heben die Feuerwehrmänner den verseuchten Boden ab.
Michael Wöltje fängt ausgelaufenes Motoröl mit der Schaufel auf. jl
  • Michael Wöltje fängt ausgelaufenes Motoröl mit der Schaufel auf. jl

Bis Mittwochmittag. Da lag das kleine blaue Auto demoliert auf dem Dach, wo es vorher gestanden hatte. Was in der Folge die Untere Wasserbehörde des Kreises Hameln-Pyrmont sowie Baarsens Freiwillige Feuerwehr und Bad Pyrmonts Stadtbrandmeister Maik Goedeke auf den Plan brachte: Aus dem Wrack tropfte reichlich Öl in den Boden. Die Gegend liegt im Landschaftsschutzgebiet, und der Dallensenbach ist nicht weit.

Als geklärt war, in welchem Bundesland das Auto lag – etwa 20 Meter hinter der Grenze auf niedersächsischem Gebiet, informierten die Lügder Frank Wöbbecke von der Unteren Wasserbehörde in Hameln. Dass die Angelegenheit keinen Aufschub duldete, sah er vor Ort sofort: „Das Öl verteilt sich entweder direkt übers Wasser, oder es dringt in den Boden ein.“ Er rief die Feuerwehr. Baarsens Ortsbrandmeister Michael Wöltje und fast ein Dutzend seiner Leute fingen einen Teil des Öls auf und streuten die im zeitweise strömenden Regen immer tiefer werdende Pfütze mit Bindemittel ab. Auch den Rest erledigten die Männer, mittlerweile im Dunkeln unter Flutlicht, von Hand: Schicht für Schicht schaufelten sie das ölhaltige Geröll ab. Den kontaminierten Aushub sammelten sie in einem eigens herangeschafften Container. Zwischendurch ließ Frank Wöbbecke sie mehrfach mit der Axt prüfen, wie weit die Verunreinigung ins Erdreich eingedrungen war. Alles in allem dauerte der Einsatz, den auch Steinbruch-Betriebsleiter Lothar Methfessel von der Norddeutschen Naturstein GmbH aus Rinteln vor Ort verfolgte, fast drei Stunden lang.

Laut Polizei gab der Halter des Autos vor einigen Wochen an, den Wagen weitergegeben zu haben. Den Namen des Abnehmers wisse er jedoch nicht. Also wird der Pyrmonter wohl die Kosten des Einsatzes tragen müssen.

Doch wie kam der Ford überhaupt dorthin? „Das ist mir ein Rätsel“, sagt Reinhold Hartmann. Denn die Schranke zum alten Steinbruch war stets heruntergelassen und sogar mit zwei Schlössern gesichert.

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