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Wie ein DB-Qualitätsreferent seinen Arbeitgeber bei „Kreuz und quer“ in Neersen präsentiert

Selbstfahrendes Auto rollt zum Bahnhof

Neersen. „Du gehst doch sonst auch in die Kirche. Dann kannst Du doch auch mal nach Neersen fahren.“ Als Dr. Ing. Cay Lienau aus Hannover seinen Zuhörern beim „Kreuz und quer – über Gott und die Welt“-Abend im Gemeindehaus des Pyrmonter Bergortsteils berichtete, wie er zu ihrem Referenten wurde, war das Eis schnell gebrochen.

veröffentlicht am 16.02.2016 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 27.10.2016 um 15:41 Uhr

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Von den eigens eingeladenen Konfirmanden, die die Gastgeber und auch der Qualitätsreferent aus dem dreiköpfigen Stab des Bahn-Konzernbevollmächtigten für Bremen und Niedersachsen gern für die etwa 50 Ausbildungsberufe der DB AG begeistert hätten, tauchte zwar keiner zu Lienaus Vortrag auf. Wohl aber traf der Bahn-Repräsentant, der seine Doktorarbeit einst über die „Abbildung von Infrastrukturkosten in der Eisenbahnbetriebssimulation“ geschrieben hatte, auf ein gespanntes Publikum.

„Wir wollen eine Verbindung schaffen zwischen Kirche und normaler Welt“ umreißt Walter von der Heide aus Baarsen bei der 20. Veranstaltung seit Oktober 2012 das Ziel der Reihe. „Denn als Kirche läuft man Gefahr, im eigenen Saft zu brodeln.“ Den größten Erfolg landete er mit dem Thema Windkraft, der großen Betroffenheit wegen.

Die fällt beim Thema „Deutsche Bahn“ in einem Bergdorf naturgemäß kleiner aus. Allerdings griff Lienau in seinem rund 90-minütigen Power-Point-gestützten Vortrag auch nicht die heißen Eisen wie Güterverkehr oder Barrierefreiheit an, die derzeit viele Menschen im Talkessel umtreiben. Er präsentierte seinen Arbeitgeber als international führendes Mobilitäts- und Logistikunternehmen und gab einen Einblick in die Strukturen, Geschäftsfelder und Strategien des Konzerns. Die von einigen Zuhörern kritisch hinterfragte Privatisierung sei der Bahn gut bekommen, befand er. „Und warum sind die Züge immer so voll?“, wollte eine Zuhörerin wissen, als der Refrent von 50 Prozent Auslastung im Fernverkehr sprach. Darauf Lienau: „Weil Sie immer fahren, wenn alle anderen auch fahren.“

Bevor er zum Zug musste, streifte Lienau noch die Herausforderungen der Zukunft: Mit der Markteinführung der automatischen Autos werde es darum gehen, diese in die Verkehrsplanung zu integrieren. Eine Vision: „Dann holt Sie das selbstfahrende Auto zum Bahnhof ab.“ An anderen Entwicklungen arbeite man schon konkret: „Wir fangen jetzt an, eine Arztpraxis auf Rädern zu betreiben“, berichtete er. Apropos demografischer Wandel: Auf der Spur der Bedürfnisse ihrer Kunden hat die Bahn sie neun Typen zugeordnet. „Wer nicht mit dem Smartphone umgehen kann, heißt Elvira“, plauderte Lienau aus der Typologie.

Walter von der Heide indes freute sich, dass der Termin, für dessen Zustandekommen er sich zwei Jahre lang ins Zeug gelegt hatte, nun endlich stattfand. „Zwischendurch hatte mich schon der Mut verlassen“, erzählt er. Dann fuhr er eines Tages einfach zur DB-Konzernniederlassung nach Hannover. Und der Security-Mann am Eingang stellte das Telefon zu den richtigen Leuten durch. jl



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