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Entlastung für Familien: Die Diakonie Himmelsthür betreut in den Ferien erstmals behinderte Jugendliche

Selbst gebastelt, selbst bemalt

Bad Pyrmont. Wenn die Sommerferien zu Ende sind, können Christopher, Nico, Peer und Steffen eine richtige kleine Schatzkiste mit nach Hause nehmen. Und das Besondere daran: Die vier Jungen aus der Ferienbetreuung der Diakonie Himmelsthür (Haus Pyrmont) haben diese Holzkisten nicht nur selbst bemalt und bunt beklebt, sondern auch eigenhändig gebastelt.

veröffentlicht am 05.08.2015 um 13:50 Uhr
aktualisiert am 28.10.2016 um 22:21 Uhr

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Autor:

Karin Heininger
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In der Tischlerei Mundrzik im Gewerbegebiet West (Holzhausen) herrscht ohrenbetäubender Lärm. Zwar sind zu dieser Zeit keine Mitarbeiter mit der Produktion beschäftigt, aber die Gesellen Lars Hundertmark und Sergej Meier haben trotzdem zu tun. Sie betreuen die Jugendlichen, die im Rahmen eines Ferienprojektes etwas Eigenes, nämlich kleine Holzkisten, gestalten werden. Also Stöpsel in die Ohren und ran an die Maschinen, wenn auch nur als Beobachter.

Die einzelnen Teile werden automatisch geschnitten, und die Jungen sehen interessiert dem Arbeitsablauf zu, drücken auch mal einen Knopf oder nehmen ein Holzteil entgegen. Das ist schon viel für diese Heranwachsenden: Steffen (16), Peer und Christopher (beide 15) sowie Nico (11) sind gehandicapt, leben in ihren jeweiligen Familien und werden, um diese zu entlasten, zeitweise auch im Haus Pyrmont betreut.

Jetzt kümmern sich die beiden Tischlergesellen mit Geduld und Einfühlungsvermögen um ihre Gäste, sind behilflich beim Zuordnen und Anpassen der Holzteile. Doris Hülsebusch und Nadja Jentsch vom Haus Pyrmont haben ihre Schützlinge begleitet, helfen ihnen beim Zusammenfügen der Teile. Eine klebrige Angelegenheit, doch als die Kisten fertig sind, strahlen die Jungen. Für zwei Freunde, die verhindert oder krank sind, haben sie ebenfalls Kisten gefertigt.

„Wir werden in der nächsten Woche gemeinsam die Kisten bemalen oder bunt bekleben, dann nimmt jeder seine mit nach Hause“, sagt Doris Hülsebusch. Die vier wissen auch schon, wie sie ihre Schatzkisten nutzen werden – für Spiele, Papier oder CDs.

Seit Oktober 2014 gibt es bei der Diakonie Himmelsthür, in Bad Pyrmont vertreten durch das Haus Pyrmont, einen familienentlastenden Dienst. In dessen Rahmen werden geistig und/oder körperlich behinderte Jugendliche und junge Erwachsene, die zu Hause leben, regelmäßig samstags für einige Stunden in der Einrichtung betreut, um den Angehörigen etwas Freiraum zu gewährleisten. Die zweiwöchige Ferienbetreuung gibt es zum ersten Mal, doch es könnte sein, dass sie im nächsten Jahr noch um eine Woche verlängert wird, wie Doris Hülsebusch hofft. Die Physiotherapeutin ist durch ihren Einsatz im Haus Pyrmont erfahren im Umgang mit „Menschen mit hohem Hilfebedarf“, wie es offiziell heißt. Sie kann sich vorstellen, noch weitere gehandicapte Kinder im Rahmen des familienentlastenden Dienstes der Diakonie zu betreuen. Informationen dazu über Telefon 016 093 833 443.



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