weather-image
17°
Staatsbad muss 200 Jahre alten Baum im Kurpark fällen / „Es tut mir schon weh, ihn abzusägen“

Selbst der Himmel weint beim Fall der Buche

Bad Pyrmont (yt). Sogar der Himmel weinte, als Sashi Dersen das Schwert seiner Motorsäge an die fast 200 Jahre alte Blutbuche anlegte.

veröffentlicht am 15.05.2009 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 07.11.2016 um 06:21 Uhr

Die 200 Jahre alte Blutbuch kracht zu Boden. Foto: yt
Weiterlesen für 20 Cent oder mit Ihrem Digital-Abo
Sie haben bereits ein Digital-Abo der DEWEZET? Dann melden Sie sich hier mit Ihren DEWEZET -Login an und lesen Sie den Text, ohne Ihn bei LaterPay bezahlen zu müssen.

Sie musste fallen, denn sie war vom Baumkrustenpilz befallen, gegen den man nichts tun kann. „Der Pilz hat die Wurzeln schon fast zerstört, sodass die Rotbuche nicht mehr standfest war“, bedauerte Michael Mäkler, der als Leiter der Pflege des Bad Pyrmonter Kurparks zu allererst die Sicherheit der Besucher im Auge haben muss.

Nachdem der Gutachter vom Institut für Baumpflege in Hamburg für den Baum, der vor dem Palmengarten stand, die Alarmstufe Rot ausgerufen hatte, musste schnell gehandelt werden. „Ansonsten hätten wir den Park weiträumig um die Buche absperren müssen, um keine Gäste zu gefährden“, erklärte Michael Mäkler. Und so wurde das Baumpflegeunternehmen „Jan van Hofmann“ beauftragt, die Gefahr zu beseitigen. „Es tut mir schon weh, so einen Baum abzusägen“, betrauerte Sashi Dersen die stattliche Rotbuche. Immerhin haben sich die Mitarbeiter des Unternehmens eher darauf spezialisiert, Bäume zu retten und zu pflegen. „Aber man kann schon sehen, wie der Pilz auch schon in den Stamm vorgerückt ist.“ Dabei zeigte Mäkler auf einen dunklen Kreis, der sich von dem hellen Holz kontrastreich abhebt: „Hier versucht sich der Baum noch vor dem Pilz abzuschotten und wenigstens seine vitalen Bereiche zu schützen.“ Aber gegen den Baumkrustenpilz stand er von Anfang an auf der Verliererseite. Und so legte Sashi Dersen das Schwert seiner langen Motorsäge an und hatte in kürzester Zeit einen Keil herausgeschnitten. Dann setzte er von hinten an, und bald fiel die Rotbuche krachend zu Boden. „Das war wohl der dickste Baum, der in meiner Dienstzeit beim Staatsbad im Kurpark gefällt wurde“, bedauerte Mäkler. Er konnte dem aber auch etwas Gutes abgewinnen. So kann sich jetzt der Ahorn besser entwickeln. Immerhin war die Blutbuche ein Konkurrent um das Wasser, das in den vergangenen Jahren gerade im Frühling zu knapp war.

„Wir werden an gleicher Stelle auch wieder eine Blutbuche pflanzen.“ Makler vermutet, dass das im nächsten Frühjahr zur Wachstumsphase sein wird. Und dann wird schon bald das jetzt etwas unnatürliche Loch aus dem Blickfeld verschwinden.

Copyright © Deister- und Weserzeitung 2018
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.

Mehr Artikel zum Thema
Weiterführende Artikel
    Anzeige

    Immobilien in Hameln: auf immo.dewezet.de finden Sie tagesaktuelle Angebote zur Miete und zum Kaufen

    Immobilien mieten

    Immobilien kaufen

    Anzeige
    Kommentare