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Zahlreiches Publikum verlangt nach Zugaben

Schwelgen in Erinnerungen: Christian Mädler interpretiert Udo Jürgens

BAD PYRMONT. Bis auf den letzten Platz waren die Stühle vor der Konzertmuschel am Donnerstagnachmittag besetzt, als der Hildesheimer Kulturwissenschaftler und Marketingmanager Christian Mädler in die Rolle von Udo Jürgens schlüpfte.

veröffentlicht am 23.07.2021 um 10:30 Uhr

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Reporter

Und es waren die echten Fans des großen – bereits vor fast sieben Jahren verstorbenen – Entertainers, konnten sie doch alle Refrains der eingängigen Stücke voller Inbrunst mitsingen. Seine Songs sind Allgemeingut, die wohl beinahe jeder kennt, und Christian Mädler interpretiert sie vehement und virtuos am Flügel, verzichtet allerdings aufgrund der knappen Auftrittszeit weitgehend auf Ausflüge in Jürgens Biografie.

Seit seinem Auftritt in Bad Pyrmont vor fünf Jahren ist Mädler gewachsen, souveräner geworden, die Moderation witzig und eloquent, sehr dem Publikum zugewandt. Seine Stimme klingt manchmal der von Udo Jürgens sehr ähnlich, manchmal mit einer eigenen Charakteristik, was den Liedern auch eher guttut.

„Ohne Masken“ ist der Beginn, bei dem Mädler von außen singend an die Konzertmuschel herankommt, dann macht er gleich Tempo. „Zeig mir den Platz an der Sonne“ bringt die Zuhörer zum Mitklatschen, dann folgt ein Song aus dem Jahr 1974, der eigentlich „Sonja, wach auf!“ hätte heißen sollen.

Die fragenden Gesichter der Menschen verwandeln sich in gelöste Heiterkeit, denn dieses Lied ist das altbekannte „Griechischer Wein“, obwohl Udo Jürgens gerade griechischen Wein nicht mochte, wie Christian Mädler aufklärt. Es ist eine eigenwillige Interpretation, beginnt sehr langsam und steigert sich allmählich bis zum Normaltempo, was dem Pianisten die ersten Bravorufe einbringt.

Aus den Comic-Filmen von Tom & Jerry kennt man den spritzigen Titelsong „Vielen Dank für die Blumen“, dann erklingt der Siegersong des Grand Prix d’Eurovision 1966 in Luxemburg, die Hymne für Verliebte „Merci Cherie“.

Ein roter Faden ist für ein Konzert von knapp einer Stunde nicht nötig, und so ist Kaffee-und-Kuchen-Zeit mit „Aber bitte mit Sahne“. Das können alle mitsingen, wobei der Refrain etwas durcheinanderpurzelt.

Am Flügel gibt Christian Mädler nun richtig Gas. Das „Ehrenwerte Haus“ bringt das Instrument zum Beben, wie auch „Der Teufel hat den Schnaps gemacht“. Und nach dem Reggae „Die Sonne und Du“ ist schon Schluss des Konzerts.

Aber das Publikum lässt den Entertainer nicht von der Bühne, zwei Zugaben müssen schon sein. Für den Musiker ein schöner Auftritt, endlich wieder vor Publikum, und für dieses ein Schwelgen in Erinnerungen an den großen Künstler Udo Jürgens.



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