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Der Beifall will kaum enden

Schwarzmeer Kosaken-Chor begeistert Hörer in St. Georg

BAD PYRMONT. Sie stammen aus Russland, der Ukraine, Weißrussland und Bulgarien, und als sie als Mitglieder des international berühmten Schwarzmeer Kosaken-Chores am Samstagabend in der katholischen St. Georg Kirche ihre Stimmen erschallen ließen, bebte der voll besetzte Kirchenraum unter der Wucht und Präsenz dieses Vortrages.

veröffentlicht am 30.10.2017 um 12:47 Uhr
aktualisiert am 30.10.2017 um 14:30 Uhr

Ihre Stimmen füllen das Kirchenschiff: Peter Orloff und der Schwarzmeer Kosaken-Chor. Foto: rr
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Autor

Rudi Rudolph Reporter
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Dieser traditionsreiche Chor sei ein Beispiel für die grenzüberschreitende verbindende Wirkung der Musik, verkündete sein musikalischer Leiter Peter Orloff. Mit leichtem Pathos moderierte er das Konzert, das in seiner Qualität doch deutlich höher einzuschätzen war als die so mancher bisher in Bad Pyrmont gehörten Kosakenchöre. Derer gibt es viele, doch hat dieser in der Zeit von 1938 bis heute nur sechs musikalische Leiter gehabt, darunter seit 1993 den jetzigen, Peter Orloff. Seine Stimmlage ist der Bariton, und vielen der Konzertbesucher war er sogar noch aus den 60er und 70er Jahren als Schlagersänger ein Begriff. Doch seine Berufung ist dieser Chor, von dem Orloffs Vater Nikolai schon sagte, „dass er singend bete und betend singe“.

Das dokumentierte sich auch im Programm, das in seiner ersten Hälfte neben einigen Opernauszügen aus geistlichen Liedern wie dem „Ave Maria“, „Gott rette Dein Volk“ oder „Ich bete an die Macht der Liebe“ bestand. Etwas theatralisch forderte Orloff das Publikum beim brillant gesungenen „Vater unser“ auf, sich zu erheben. Und die mächtigen Stimmen, vor allem von Bass Stefan Arininsky und Tenor Fjodor Kunitsky, ließen das Publikum erschauern und füllten das Kirchenschiff mit purer Klanggewalt.

Jeder Solist könnte eine Opernrolle ausfüllen, was sowohl Stefan Arininsky und Tenor Vladimir Kuzmenko mit ihren herausragenden Stimmen und beeindruckenden Staturen bereits getan haben. Doch in dem Schwarzmeer Kosaken-Chor gab es zahlreiche Solisten. Ob Bariton Ognian Wladimirow mit dem „Ave Maria“ oder Peter Orloff, der „Die Legende von den zwölf Räubern“ interpretierte, jeder ein Meister seiner Stimmlage. Begleitet wurde der Chor von Ilya Kurtev auf dem Bajan, einem aus dem russischen Raum stammenden Knopfakkordeon, das in seinen Ausmaßen schon riesig war und dem er die Töne eines ganzen Orchesters entlockte. Auf der Domra, einem ebenfalls typisch russischen Instrument, das eine nahe Verwandte der Mandoline ist, Irina Kripakova, echte Kosakin und mit „magischen Händen“ gesegnet. Während im ersten Programmteil Stücke von Franz Schubert, Giuseppe Verdi, Puccini und Tschaikowsky das Gerüst bildeten, lag der Schwerpunkt im zweiten Teil eher auf russischen Volksliedern. „Wolgaschlepper“, sehr getragen und melancholisch, „Eintönig klingt das Glöckchen“ oder „Auf der Straße nach St. Petersburg“ betonten mit enormer Stimmkraft die voluminösen Volksweisen. Der „Kosaken-Reitermarsch“ oder die „Abendglocken“ zählten zu den bekannten und erwarteten Liedern.

Natürlich durfte „Die Ballade vom Kosaken-Hauptmann Stenka Rasin“ nicht fehlen, mit der Peter Orloff einen nochmaligen Höhepunkt des Konzertes an den Schluss setzte. Der Applaus wollte nicht enden, zumal dieses Konzert ein außerordentlich hohes Niveau zeigte und gerne noch länger hätte dauern können.

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