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Nina George wuchs in Bad Pyrmont auf und wurde mit Erotika und Romanen bekannt

Schulabbrecherin wird Bestsellerautorin

Bad Pyrmont. „Ich glaube, dass Seelen Landschaften haben“, sagt Nina George. „Frankreich entspricht meiner Seele. Es altert alles anständig und mit Würde.“ Die erfolgreiche Schriftstellerin, Journalistin und Kolumnistin schreibt gern über „Menschen, die schon etwas gelebt haben“. Und, was weniger bekannt ist: Sie ist in Bad Pyrmont aufgewachsen.

veröffentlicht am 24.04.2014 um 21:00 Uhr
aktualisiert am 01.11.2016 um 07:41 Uhr

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Autor:

Claudia Guenther
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Ihre Sichtweise und eine wunderbare, einfühlsame, keinesfalls kitschige Liebesgeschichte, füllt die 382 Seiten ihres Buches „Das Lavendelzimmer“. Es hielt sich 43 Wochen auf der Spiegel-Bestsellerliste 2013, wurde als Übersetzung in 25 Ländern veröffentlicht und hat inzwischen eine Auflage von 170 000 Exemplaren erreicht. George erzählt die Geschichte eines einsam liebenden und verletzten Buchhändlers, dessen Schiff „Literatur Apotheke“ am Pariser Seine-Ufer liegt, in einer lebendigen, fein nuancierten und anrührenden, beinahe zärtlichen Sprache. Sie blickt auf das Innerste ihrer Figuren. Anhand vieler ineinandergreifender und miteinander verwobener Geschichten malt sie mit Sprache ihre Bilder. Drei Filmproduktionsfirmen prüfen derzeit die Verfilmung.

George, die 1973 in Bielefeld geboren wurde und schon als Kind oft umzog, verbrachte ihre zehn Jahre in der Kurstadt in vier Wohnungen, war Schulsprecherin des Humboldt-Gymnasium, sang im Kirchenchor der Stadtkirche und holte viele Medaillen im Rückenschwimmen für den MTV (Trainer Dieter Rehm). „Ein Highlight war der Orgelunterricht in Oesdorf bei Herrn Warnke“, erinnert sie sich.

Nach einem Krankenhausaufenthalt brach sie die Schule ab, trotz guter Schulnoten. „Ich hatte ein intensives Gefühl, leben zu wollen“, blickt die Autorin zurück. Sie arbeitete als Restaurantfachfrau in den elterlichen Gaststätten „Georgis Café“ am Brunnenplatz und dem Restaurant an der Schlossstraße, bewarb sich an elf Schauspielschulen und wurde abgelehnt. Danach konzentrierte sie sich mehr aufs Schreiben. Sie schickte eine Kurzgeschichte an „Penthouse“, die wurde gedruckt „und plötzlich war alles anders“, sagt sie. Ihr Roman „Mondspielerin“ wurde als bester Liebesroman des Jahres 2011 mit dem DeLiA-Preis gekürt und für „Das Spiel ihres Lebens“ erhielt sie 2012 den Friedrich-Glauser-Preis in der Kategorie Kurzkrimi.

Bereits als Elfjährige war sie „Verliebt in Hamburg“ (Buchtitel 2012) und verkündete „Wenn ich groß bin, werde ich Hamburgerin“, berichtet die seit 1995 im Hamburger Grindelviertel lebende und arbeitende Schriftstellerin, die auch als Restaurantkritikerin aktiv ist. Bisher veröffentlichte sie 25 Bücher, 2013 den Provence-Thriller „Commissaire Mazan und die Erben des Marquis“, den sie unter dem Pseudonym „Jean Bagnol“ gemeinsam mit ihrem Ehemann, dem Schriftsteller Jo Kramer, geschrieben hat. Nina George ist vielen vielleicht unter dem Namen Anne West bekannt, denn unter diesem Pseudonym veröffentlichte sie Sachbücher zu Liebe, Sexualität und Erotik. Sie galt lange als erfolgreichste deutschsprachige Erotika-Autorin. 2011 gründete die Schriftstellerin die Initiative „JA zum Urheberrecht“, um sich für die Rechte von Kreativarbeitern und Kulturschaffenden im Literaturbetrieb gegen die Gratismentalität im Internet einzusetzen.

Als sie vor wenigen Wochen nach einer Lebensmittelvergiftung diesmal ein französisches, Krankenhaus verließ, verwarf sie den Roman, an dem sie acht Monate lang gearbeitet hatte, denn „er war verkantet“, wie sie es formuliert. „Doch ich hab eine neue Idee, die ist noch ganz zart, aber irre“, ist George in Aufbruchstimmung.



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