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Dem Wetter und Klima auf der Spur

Schüler gehen in die Luft

BAD PYRMONT. Für die 44 Schülerinnen und Schüler einer neunten Klasse und eines Bio-Leistungskurses der hannoverschen Helene-Lange-Schule war das Wochenende ganz sicher ein High-Light. „High“ nicht nur, weil es außerhalb des gewohnten schulischen Umfeldes um praktische Erfahrungen in der Erforschung des Klimawandels geht, sondern weil es im wahrsten Sinne des Wortes „hoch“ hinausgeht.

veröffentlicht am 27.09.2021 um 09:00 Uhr

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Reporter

Es ist sicherlich ein begünstigendes Moment, dass ihre Klassenlehrerin Rosemarie Dreimann und deren Ehemann Hans-Walter begeisterte Segelflieger sind. So ergibt sich nahezu zwangsläufig die Verbindung zur Bad Pyrmonter Luftsportgemeinschaft (LSG), die den kleinen Flugplatz nahe Kleinenberg belebt. „Wir sind hier selbst Mitglied und fliegen von hier aus“, gesteht die Pädagogin.

Ihre Schulklasse habe sich um die Durchführung eines Umweltprojekts beworben, dabei klare Vorstellungen entwickelt, mit welchen technischen Hilfsmitteln sie den Klimaveränderungen auf die Spur kommen wollen. Auf diese Weise hätten sie einen Förderer gewinnen können, der ihnen so ermöglichte, recht teure Technik, wie zum Beispiel Wärmebildkameras, anschaffen zu können. „Das sind Flir-Thermography-Cameras, wie sie Inspekteure bei Starkstromanlagen oder auch im Bauwesen zum Aufspüren von Kältebrücken Anwendung finden. Damit lassen sich virtuell Vergleiche zwischen Fotos mit normalen Kameras und einer Wärmebildtechnik auf iPads darstellen und übereinanderlegen, um so unmittelbar Veränderungen sichtbar werden zu lassen“, erklärt Sarah. Mit dieser Technik lassen sich die Ergebnisse auch in unterschiedlichen Detailfarben darstellen. Ein Ergebnis: gesunde, dichte Wälder dunkel, da kühl; abgestorbene Waldflächen, Felder und Städte als warme Flächen hell.

Um nun Veränderungen insbesondere in größeren Baumbeständen aufspüren zu können, gehen die jungen Forscher allesamt nacheinander in die Luft. Sie verlassen sich dabei auf die Professionalität von erfahrenen Piloten der LSG, die Start für Start die neugierigen Klimaforscher in die Luft bringen und mit ihnen eine Runde über die nähere Umgebung drehen. Dabei haben die Jungforscher die Möglichkeit, ihre Fototechnik anzuwenden. Wieder am Boden werden sodann die Aufnahmen am iPad oder Laptop ausgewertet.

Die Schüler werten mit einem Air-Q-Messgerät die Luftdaten aus. Foto: ti

Darüber hinaus erkunden die Angehörigen des Bio-Leistungskurses unter der Leitung ihrer Lehrerin Birgit Krauße-Opatz die nähere Umgebung am Boden. Dazu gehört die Bestimmung von Bäumen und Pflanzen wie eben auch klimabedingte Einflüsse auf diese Gewächse. „Diese Kombination zwischen beiden Gruppen ist geradezu ideal, da sich deren Ergebnisse ergänzen und in einer späteren gemeinsamen Präsentation zusammenfassen lassen“, sagt die Bio-Lehrerin.

Neben der Kameratechnik steht den Jungforschern auch weitere Technik zur Verfügung. Mit Air-Q-Geräten lässt sich beispielsweise die Zusammensetzung der Luft analysieren und herausfinden, wie hoch der Schadstoffanteil an Stickoxiden oder Ozon ist und sich unterschiedliche Tageszeiten oder wechselnder Witterung auswirkt. Wie verändert sich die Zusammensetzung bei veränderten Wetterbedingungen, also bei bewölktem Himmel oder an einem Sonnentag? Was macht Wetterveränderungen aus und welche Auswirkungen sind damit verbunden? „Die jungen Leute erhalten so ein Verständnis zu ihren Umweltbedingungen und Gesundheit beeinflussenden Momenten“, erklärt die das Projekt begleitende Lehrerin.

Seit Donnerstag halten sich beide Gruppen am Flugplatz auf. Die Schüler reisten mit dem Zug an, bauten bei beginnendem Regen ihre Zelte auf und campen nahe der Rollbahn. Ein ständiges Kommen und Gehen spiegelt auch die Aufgeregtheit wider, denn für alle ist es neben dem schulischen Projekt eben auch ein gewisses Abenteuer, sich den Gurt anlegen zu lassen und dann in der Kanzel eines Flugzeugs Platz nehmen zu können. „Das Kribbeln im Bauch, wenn der Flieger am Seil beschleunigt und steil in die Luft steigt, werde ich wohl nicht so schnell wieder vergessen“, erzählt Clara.



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