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Pyrmont fehlt ein Radwegekonzept

„Schreckliche Lücken“

BAD PYRMONT. Was Radwege angeht, so ist Bad Pyrmont im Grunde genommen gut erschlossen. Alleine in der Kernstadt und Holzhausen gibt es 27 Kilometer Radwege. Doch viele dieser Wege werden in ihrem Verlauf unterbrochen, ein Gesamtkonzept fehlt.

veröffentlicht am 06.04.2017 um 16:07 Uhr
aktualisiert am 29.05.2017 um 17:39 Uhr

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Hans-Ulrich Kilian

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Hans-Ulrich Kilian Redaktionsleiter Bad Pyrmont zur Autorenseite
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Das müsse sich ändern und besser werden, meinte Johannes Güse vom Pyrmonter Bürgersinn und beantragte im Dezember vergangenen Jahres, die Stadtverwaltung damit zu beauftragen, für Bad Pyrmont und alle Ortsteil ein zusammenhängendes Radwegekonzept zu entwickeln, wohl wissend, dass die Verwaltung im Jahr 2012 schon Vorarbeit geleistet hat. Doch das sei nur ein grober Entwurf und seitdem sei nichts geschehen.

Akribisch hat die Verwaltung vor fünf Jahren aufgelistet, was in der Kernstadt und Holzhausen vorhanden ist, hat Länge, Breite und Oberfläche der einzelnen Radwege erfasst und Schulnoten vergeben. Ein „Ungenügend“ gab es zwar nicht, aber gerade noch ausreichende oder gar mangelhafte Wege gibt es aus Sicht der Bauverwaltung in Bad Pyrmont durchaus. Der Bereich der Schillerstraße zwischen Schlossstraße und Erdfällen gehört dazu ebenso die Emmerstraße hinüber nach Lügde, der Hauptmann-Boelke-Weg und der Rischlaakeweg jeweils in Teilbereichen. Soweit die Zustandsbeschreibung. Doch beim nächsten Schritt ist die Verwaltung bislang nicht so richtig weiter gekommen. „Es gibt erste Überlegungen, ein sinnvolles Geflecht von Radwegen zu schaffen“, so Thomas Goretzki, der für Stadtgestaltung und ökologische Entwicklung zuständig ist, sich aber mit einer Erarbeitung eines kompletten Konzeptes fachlich überfordert fühlt. „Da muss ein Verkehrsplaner ran, das traue ich mir nicht zu“, ließ er jüngst den Bauausschuss wissen. Ziel müsse es sein, Radwege in Bad Pyrmont bequem und sicher zu machen, so der Baurat.

Auf der Hand liegt, dass es da, wo Radwege in Straßen münden, die auch von Autos befahren werden, zu gefährlichen Situationen kommen kann. Zum Beispiel im Milchweges, dessen Radweg an der Emmerstraße endet. „Das ist eine problematische Stelle“, bestätigt Bürgermeister Klaus Blome, der in der Nähe wohnt, aus eigener Anschauung.

Radwege, wie hier an der Südstraße hinüber zur Bahnhofstraße gibt es in Bad Pyrmont reichlich. Die Gesamtlänge macht 27 Kilometer aus. Was es nicht gibt, ist eine sinnvolle Verflechtung. Foto: uk
  • Radwege, wie hier an der Südstraße hinüber zur Bahnhofstraße gibt es in Bad Pyrmont reichlich. Die Gesamtlänge macht 27 Kilometer aus. Was es nicht gibt, ist eine sinnvolle Verflechtung. Foto: uk

Für Antragsteller Johannes Güse ist Sicherheit der wichtigste aber nicht einzige Aspekt. Er glaubt, dass durch ein zusammenhängendes Wegenetz auch der Radtourismus gefördert werde, ganz abgesehen von den gesundheitlichen und ökologischen Vorteilen.

Doch wie geht es weiter? Die finanzielle Situation der Stadt ist hinlänglich bekannt, die Entwicklung eines Radwegekonzeptes ist eine freiwillige Aufgabe. Fördergelder wären ein Ansatz und zwar Fördergelder der Europäischen Union. Die gibt es zum Beispiel unter dem Aspekt der Infrastruktur und des Umwelt- und Naturschutzes. Nur muss man das auch wollen. „Die Politik muss ein klares Signal geben, sonst ist die weitere Beschäftigung mit einem Radwegekonzept vertane Zeit und vertanes Geld“, betont Bürgermeister Klaus Blome, der davon ausgeht, dass die Optimierung des Streckennetzes nicht einfach sein werde.

Die Politik will nun über weitere Schritte beraten. Verständnis für den Bürgersinn-Antrag aber scheint es zu geben. Frank Maus (SPD) sprach im Ausschuss von „schrecklichen Lücken“ zwischen den Strecken und Ursula Körtner (CDU) von einem „wichtigen innovativen Zukunftsprojekt“, das zwingend auch alle Ortsteile einbeziehen müsse.

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