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Ehepaar Schmidt schließt Nahversorger in der Oesdorfer Straße

Schmidt schließt: Geschäftsaufgabe nach über 30 Jahren

BAD PYRMONT. Nach über 30 Jahren schließen Klaus und Ursula Schmidt am 29. Mai ihren Nahkauf an der Oesdorfer Straße. Für den Stadtteil fällt damit ein Nahversorger weg. Obwohl es zwei Interessenten für das Geschäft gibt, ist ein Nachfolger noch nicht gefunden.

veröffentlicht am 21.05.2019 um 17:43 Uhr
aktualisiert am 21.05.2019 um 19:00 Uhr

Freuen sich auf ihren neuen Lebensabschnitt: Ursula und Klaus Schmidt. Foto: ti
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Klaus Titze Reporter
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BAD PYRMONT. „Je näher der Tag kommt, desto erleichterter fühlen wir uns“, sagen übereinstimmend Klaus und Ursula Schmidt. Dabei können sie sehr gut verstehen, dass manche Kunden weniger erfreut sind. „Da schwingt auch die Sorge mit, wo man in Oesdorf demnächst wohnungsnah das Nötigste oder alltägliche Dinge einkaufen kann“, weiß der Geschäftsinhaber. Dennoch sei ihm und seiner Frau von vielen Kunden auch gesagt worden, dass sie ihnen das Leben ohne geschäftliche Belastung gönnen und sich mit dem Ehepaar freuen würden.

Und Freude empfänden sie beide. „Dabei geht es nicht nur um gemeinsames Verreisen und Urlaub, den wir nun zusammen verbringen können. In den ganzen Jahren hatten wir mal eben im Januar für eine Woche den Markt geschlossen“, sagt Schmidt. Nun plane er, gemeinsam mit seinem Freund Dirk Emme, auf die Jagd gehen zu können. Auch den Golfschläger will er jetzt öfter mal schwingen lassen. „Da bin ich trotz meiner Vorliebe in den Jahren kaum zu gekommen.“

Für Ursula Schmidt spielt es eher eine Rolle, nicht mehr unter Zeitdruck stehen zu müssen. „Endlich mal meinen Tagesablauf selbst gestalten können“, ist für sie wichtig, denn seit sie diesen Markt bewirtschaftete, hat er doch Woche für Woche, Monat für Monat, Jahr für Jahr den Tagesablauf bestimmt. Dazu seien sie sogar sonntags zur Vorbereitung der folgenden Woche noch im Laden gewesen, berichtet das Ehepaar.

1964 hatte Klaus Schmidts Vater Hermann einen „VeGe-Markt“ an dieser Stelle eröffnet. Seit 1988 führen Klaus und Ursula Schmidt gemeinsam den Nahkauf.

Was sie vermissen werden? Das seien zum Beispiel die vielen Schüler, die sich alltäglich ihren Pausensnack abholten oder die Polizisten vom nahen Polizeikommissariat, die einen „Frede spezial“ bestellen. „Es werden die Gespräche sein, mit den Kunden und mit den angestellten Verkäuferinnen, eben die sozialen Kontakte“, meint Ursula Schmidt.

Und die Kunden? Oft hätten sie gehört, dass es einfach schade sei, keinen Nahversorger mehr in der Nähe zu haben, der sogar eingekaufte Waren nach Hause liefert, wenn die Kunden selbst zum Schleppen der Waren nicht in der Lage sind. Und stets sei deren Bedauern auch von der Hoffnung begleitet gewesen, dass es doch irgendwie noch mit dem Markt weitergehen könnte.

„Nun, wir hatten uns fest entschlossen, dass wir Ende Mai den Markt schließen und dann ein anderes Leben für uns beginnen soll“, sagt Klaus Schmidt. Dass dies nun nicht mit der Neueröffnung des Rewe-Marktes an der Schillerstraße zeitlich zusammenfalle, läge an einer Bauverzögerung, die eine Eröffnung erst Mitte Juni zulasse. Ob es denn irgendwie mit ihrem Nahkauf weitergeht? Einen konkreten Abschluss hätten sie noch nicht schaffen können, doch gäbe es immer noch zwei wirklich Interessierte, sodass es für die Oesdorfer nicht gänzlich ausgeschlossen sei, in nich allzu ferner Zukunft auch wieder in ihrer Nähe einkaufen zu können.

Doch für sie sei nun am kommenden Mittwoch, dem 29. Mai, definitiv der letzte Tag, an dem sie bis 18 Uhr ihren Markt geöffnet haben werden. Und an diesem Tag, so haben sie es sich vorgenommen, möchten sie sich bei ihren treuen Kunden mit einem Glas Sekt ganz besonders bedanken und sich von ihnen verabschieden.

Da schwingt auch die Sorge mit, wo man in Oesdorf demnächst wohnungsnah das Nötigste oder alltägliche Dinge einkaufen kann.

Klaus Schmidt, Geschäftsinhaber


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