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… und in der Brunnenstraße 38 zieht ein „MäcGeiz“ ein / „Tisch und Küche“ läuft weiter wie bisher

Schluss mit lustig: „Spiel und Freizeit“ macht dicht

Bad Pyrmont (jl). Ob Puppenkarre, Plüschteddy, Gesellschaftsspiel, Schleich-Tier oder Modellflugzeug – Engelhardt hat Tausende von Produkten im Sortiment, die nicht nur Kinderherzen höherschlagen lassen. Mehrere Generationen von Mädchen und Jungen haben einen Gutteil ihres Taschengelds in dem Spielwarengeschäft gelassen, das – nach zwei Umzügen, seinen Standort seit 26 Jahren an der Brunnenstraße 38 hat. Doch dort hat es sich bald ausgespielt. „Wir schließen unser Fachgeschäft für Spiel und Freizeit Ende des Jahres“, kündigt Geschäftsführer Rolf Engelhardt an. Damit verliert Bad Pyrmont nicht nur seine traditionell erste Adresse in Sachen Spielwaren, die vergleichbare Städte schon vor Jahren eingebüßt haben. Zugleich werden auch fünf Mitarbeiterinnen ihre Jobs los.

veröffentlicht am 02.09.2009 um 20:00 Uhr
aktualisiert am 06.11.2016 um 17:21 Uhr

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„Die Entscheidung ist unserer Familie sehr schwergefallen“, sagt der 60-Jährige, dessen Vater das Geschäft vor 55 Jahren, damals noch am Brunnenplatz, eröffnet hatte. „Aber wir hatten keine Wahl.“ So hätten seine Kinder andere Berufe gewählt. Ins Kontor schlügen aber auch die „negativen betriebswirtschaftlichen Ergebnisse“ der letzten Jahre. So kauften viele Kunden eben nicht mehr im Fachhandel, sondern beim Discounter oder im Verbrauchermarkt. „Zusätzlich wird der Einkauf übers Internet gerade bei jüngeren Leuten immer beliebter“, stellt Engelhardt fest. „Würden die Verbraucher ihren Bedarf im Fachgeschäft decken, dann hätte der Einzelhandel diese Probleme nicht. Aber ich kann die Entwicklung nicht aufhalten.“

Rolf Engelhardt und seine Familie haben über mehrere Jahre nach jemandem aus der Branche gesucht, der das Geschäft weiterführen sollte. Doch die Mühe blieb letztlich vergeblich.

Dabei hatte er erst im vergangenen Jahr Hoffnung geschöpft: „Damals fanden wir ein kompetentes Ehepaar“, erinnert sich der Fachhändler. „Aber dann haben die beiden von den Banken nicht die notwendige Unterstützung bekommen.“ Diesen Umstand wertet er als Ursache dafür, „dass sich heute kaum noch jemand als Einzelhändler selbstständig machen kann“.

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Und was wird aus dem Laden? „Im Frühjahr 2010 zieht dort eine ,MäcGeiz‘-Filiale ein“, sagt Engelhardt. Die Handelskette, die als „cleveres Warenhaus“ für sich wirbt, wird das schlauchförmige 450-Quadratmeter-Geschäft mit ihrem Sortiment aus diversen Bereichen füllen. „Sie haben uns gesagt, dass unsere Mitarbeiterinnen sich dort auch bewerben sollen“, sagt Engelhardt, der sich künftig ganz auf sein Geschäft „Tisch und Küche“ in der Brunnenstraße 1 konzentrieren will. Denn das läuft mit dem gewohnt hochwertigen Sortiment weiter.

„Würden die Verbraucher ihren Bedarf im Fachhandel decken, dann hätte der Einzelhandel diese Probleme nicht“, sagt Rolf Engelhardt, der sein Spielwarengeschäft schweren Herzens schließt.

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