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Erste Veranstalter sagen ab

Schlosshof: Feuerwehr lehnt Brandwache in Gruppenstärke ab

BAD PYRMONT. Bad Pyrmonts Stadtbrandmeister Maik Gödeke hat verständnislos auf das neue Brandschutz- und Sicherheitskonzept für den großen Pyrmonter Schlosshof und den damit verbundenen Anforderungen für die Feuerwehr reagiert. „Brandwachen in Gruppenstärken werden wir nicht stellen und können sie nicht stellen.“

veröffentlicht am 15.05.2018 um 12:58 Uhr
aktualisiert am 15.05.2018 um 18:00 Uhr

Wie der Denkmalschutz das wohl findet: Die Anschlüsse der neuen knallroten Löschwasserleitung vor dem Schloss ist nicht zu übersehen. Foto: uk
Hans-Ulrich Kilian

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Hans-Ulrich Kilian Redaktionsleiter Bad Pyrmont zur Autorenseite
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Gödeke äußerte sich anlässlich der jüngsten Sitzung des Ausschusses für Feuerschutz, Sicherheit und Verkehr der Stadt Bad Pyrmont zum Thema. Derweil werden die ersten Absagen von Veranstaltungen beziehungsweise Verlegungen bekannt.

Die Verärgerung Gödekes beruht auf fehlender Kommunikation. „Mit uns hat noch niemand über die neuen Brandschutzanforderungen gesprochen, wir mussten das aus der Presse erfahren“, fügte er hinzu. Bei seinen Kameraden habe das viele Fragen ausgelöst, berichtete der Stadtbrandmeister. Bürgermeister Klaus Blome betonte, dass nicht die Stadtverwaltung Ansprechpartner dafür sei, sondern das Staatliche Hochbaumanagement des Landes Niedersachsen.

Bekannt geworden waren die Auflagen durch eine Berichterstattung der Pyrmonter Nachrichten über die Absage des Public Viewings zur Fußball-WM durch Pro Inter Holzhausen. Der Vorsitzende Thomas Bertram hatte davon gesprochen, dass für pro Veranstaltung neun Feuerwehrleute, sechs Sanitäter (davon vier Rettungssanitäter), ein Notarzt, ein geschulter Veranstaltungsleiter sowie mindestens sechs Security-Kräfte notwendige werden – und das Ganze bei einem Limit von maximal 600 Menschen.

Mittlerweile haben die ersten Veranstalter den Rückzug aus dem Schlosshof angetreten. Das Humboldt-Gymnasium verlegt sein traditionelles Schulkonzert am 6. Juni in das Konzerthaus. Schulleiterin Dr. Barbara Conring begründet das expliziert mit den neuen Brandschutzanforderungen. Der Kunsthandwerkermarkt am 4. und 5. August parallel zum Kleinen Fest im großen Kurpark fällt sogar ersatzlos aus. Nach Informationen dieser Zeitung spielen auch dabei die neuen Anforderungen eine Rolle. Das Staatsbad habe auf die verschärften Sicherheitsauflagen hingewiesen, berichtet Veranstalterin Michèle Diconne und vorgeschlagen, den Markt auf die Hauptallee zu verlegen. „Die Händler wollten aber in den Schlosshof und darum haben wir uns zur Absage entschlossen. „Den Einsatz von Sanitätern und Feuerwehrleuten hätte man sowieso nicht gewährleisten können, betonte Diconne, die sich enttäuscht zeigte und nun hofft, im nächsten oder übernächsten Jahr nach Bad Pyrmont zurückkehren zu können. Der Kunsthandwerkermarkt findet seit etwa 15 Jahre im Schlosshof statt. Möglicherweise sind noch weitere Veranstaltungen betroffen.

Erster Veranstalter, der von den Auflagen betroffen ist, ist die Stadtsparkasse Bad Pyrmont, die am 9. Juni ihre alljährliche Party im Schlossfeiern will und voraussichtlich auch feiern wird – „es sei denn, die Auflagen sind exorbitant hoch, was wir nicht hoffen“, sagte Vorstand Jens Veneman am Dienstag auf Anfrage. „Zurzeit wissen wir noch gar nicht, welche Auflagen wir erfüllen müssen. Wir stehen deswegen im engen Kontakt mit dem Staatsbad und hoffen, noch in dieser Woche eine finale Aussage zu bekommen.“ Bei der Sparkassenparty ist auch die Stadt im Boot, die dazu 150 Ehrenamtliche einladen wird, um sich bei ihnen für ihr Engagement zu bedanken. In diesem Jahr sind das neben DRK- und DLRG-Mitgliedern vor allem auch Pyrmonter Feuerwehrleute. Insgesamt erwartet die Sparkasse bis zu 550 Gäste.

Aktuell arbeitet das Staatliche Hochbaumanagement an einer Abstufung der Sicherheitsvorgaben, die sich laut Kurdirektor Maik Fischer nach den Besucherzahlen richten sollen, damit nicht auch für kleine Veranstaltungen dieselben Vorgaben gelten. Kurdirektor Maik Fischer bestätigte, dass diese Woche klar sein werde, welche Auflagen gelten. „Ich hoffe, dass es zu einem abgestuften System kommen kann“, bekräftigte er gestern auf Anfrage. Er zeigte Verständnis für die Aussage des Stadtbrandmeisters, die er vollkommen nachvollziehen könne. „Die Feuerwehr ist unser wichtigster Partner und wenn es zu dem abgestuften System kommt, dann werden auch nicht so viele personelle Ressourcen benötigt.“

Derweil wird der Schlosshof als Veranstaltungsort hergerichtet. Die große Bühne an der Stirnseite steht bereits und unmittelbar dahinter in der Ecke ist auch der zweite Rettungsweg, der hinauf auf die Wallanlage führt, installiert worden, der an dieser Stelle natürlich besonders ins Auge fällt. Ins Auge fällt auch die knallrote Löschwasserleitung, die von der Schlossstraße aus auf die Schlossinsel verlegt worden ist. Zwei große Anschlüsse hängen unübersehbar im Geländer zur Graft.



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