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„20 Prozent mehr als in letzten zwei Jahren“ / Eine Ursache: falsches Lüften und zu kühle Räume

Schimmel wird immer häufiger zum Problem

Bad Pyrmont (jhe). Schwarze, grüne oder weiße Flecken auf der Tapete, hinter Möbeln oder in den Fugen der Dusche. Dazu in extremen Fällen ein modriger Geruch – klare Anzeichen für Schimmel in der Wohnung. „Das Thema ist schon alt, aber es wird nicht kleiner“, sagt Michael Rausch, Vorsitzender des Haus-, Wohnungs- und Grundeigentümervereins Bad Pyrmont.

veröffentlicht am 09.03.2009 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 07.11.2016 um 15:21 Uhr

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In den vergangenen zwei Jahren habe sich die Zahl der Problemfälle um 20 Prozent erhöht, so der Vorsitzende. Ein Viertel der wöchentlich rund zehn Arbeitsfälle des Vereins betreffe Schimmelbildung in Mietwohnungen. Die Ursache dafür liegt laut Rausch darin, dass „in der Wohnung nicht richtig gelüftet wird“. Ein weiteres „triftiges Argument“ sei unzureichendes Heizen, was auf die gestiegenen Energiekosten zurückzuführen sei. Denn die beim Duschen, Kochen oder Waschen entstehende Luftfeuchtigkeit schlage sich an kalten Wänden nieder und kondensiere. „Das Ergebnis ist Schimmelpilzbildung“, erklärt Rausch den Prozess. „In 90 Prozent der Fälle ist der Mieter schuld.“

Martina Versen, Sachbearbeiterin des Mietervereins Bad Pyrmont, betont, dass auch bauliche Mängel wie Risse in der Außenwand oder undichte Dachrinnen zum Schimmelbefall führten. Aber auch sie weiß, dass „wegen der Energiepreise die Wohnungen nicht mehr so geheizt werden“. In Bad Pyrmont gebe es viele Arbeitslose, die versuchten, Energiekosten zu sparen.

Ähnlich sei es bei den Pyrmonter Senioren, sagt Hans-Georg von Bodecker vom Seniorenbeirat: „Selbst diejenigen, die viel Geld haben, glauben, bald zu verarmen“ und versuchten, ihren Energieverbrauch zu senken.

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Dementsprechend sei auch der Verbrauch für Strom- und Wasser in den letzten Jahren „deutlich zurückgegangen“, bestätigt Dieter Boldt, Geschäftsführer der Stadtwerke Bad Pyrmont, das Sparverhalten manchen Bürgers. Der Gasverbrauch hingegen hänge entscheidend von der Witterung ab – „das kann man nicht über einen Kamm scheren“, so Boldt. Annähernd vergleichbar sind jedoch die Wintermonate im Jahr 2006 mit denen im vergangenen Jahr. Die Gasabgabe 2006 betrug 220 Millionen Kilowattstunden und „ist 2008 ungefähr gleich geblieben“ bei 218 Millionen Kilowattstunden.

Martina Versen vom Mieterbund erklärt: „Wenn die Ursache von Schimmelpilz nicht am falschen Lüft- und Heizverhalten liegt, kann eine Mietminderung beantragt werden. Der Vermieter hat die Pflicht, bauliche Mängel sofort zu beheben.“ In jedem Fall müsse der Mieter einen Schimmelpilzbefall umgehend dem Vermieter meldeten.

Den weiteren Vorgang schildert Michael Rausch so: „Ein Malermeister wird beauftragt, mit Messgeräten festzustellen, ob die Ursache von außen kommt.“ Sei der Mieter für den Schimmelbefall verantwortlich, müsse er auch die Kosten tragen.

„Auf keinen Fall nur Kipplüftung“

Damit es erst gar nicht soweit kommt, empfiehlt Rausch nach einer Vorlage des Deutschen Instituts für Normung (DIN) vier bis sechs Minuten Stoßlüften im Winter und bis zu einer halben Stunde in den warmen Sommermonaten. Martina Versen fügt hinzu: „Auf keinen Fall sollten die Fenster die ganze Zeit auf Kipp stehen.“ Bei dieser Art des Lüftens könne die Luftfeuchtigkeit nicht richtig aus den Räumen entweichen, und zusätzlich kühlten die Wände aus.

Michael Rausch zeigt, wie eine Wohnung richtig gelüftet wird, damit kein Schimmel entsteht. Foto: jhe

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