weather-image
22°
Expansionswünsche in Holzhausen

Schillerstraße: Rewe will wachsen, Edeka wiederkommen

BAD PYRMONT. Angedeutet wurde es schon mehrfach, aber offiziell ist es noch nicht: Gleich zwei Lebenmittelkonzerne bauen die Schillerstraße in ihre Expansionsbestrebungen ein: Rewe will wachsen, und Edeka will wiederkommen. Wann es soweit ist, scheint derzeit aber noch offen.

veröffentlicht am 24.04.2017 um 21:25 Uhr

Die Nahversorgung an der Schillerstraße zu gewährleisten zählt zu den erklärten Zielen der Stadtentwicklung. Aber passt die von gleich zwei Unternehmen geplante Expansion noch dazu? Foto: uk
Juliane Lehmann

Autor

Juliane Lehmann Reporterin zur Autorenseite
Weiterlesen mit Ihrem Digital-Abonnement
Sie haben bereits ein Digital-Abo der DEWEZET? Dann melden Sie sich hier mit Ihren DEWEZET -Login an und lesen Sie den Text, ohne Ihn bei LaterPay bezahlen zu müssen.

Ganz vorneweg: Falls manche Einwohner der Kurstadt keine Chance zum Lebensmitteleinkauf haben, dann liegt das eher nicht an fehlenden Geschäften. Dennoch: Insbesondere ältere Menschen, die im Zentrum leben, empfinden das Fehlen eines zusätzlichen Nahversorgers in der Stadtmitte seit vielen Jahren als Mangel.

Durch die Einschätzung der Fachleute von der „Gesellschaft für Markt- und Absatzforschung mbH“ von 2015 konnten sie sich bestätigt sehen. Denn im damals von der GMA vorgelegten Einzelhandelskonzept für Bad Pyrmont schaffte es der von vielen Bürgern an den Waisenhof gewünschte Supermarkt auf Rang 1 der kurzen Liste dreier potenzieller Lebensmittelmarkt-Standorte für die Innenstadt. Allerdings hat sich hier in den vergangenen Jahren ebensowenig getan wie auf den nächstplatzierten Arealen am Marktplatz und an der Bäckerstraße.

Dabei gibt es in der Innenstadt oder nah dran diverse Möglichkeiten zum Lebensmitteleinkauf: von den Supermärkten an der Oesdorfer Straße sowie der Südstraße über das Reformhaus, den Bioladen und zwei türkische Geschäfte bis hin zu mehreren Bäckern und Schlachtern im Zentrum. Und auch der Drogeriemarkt führt einige Lebensmittel.

… und auch Edeka hat mit dem leerstehenden Laden an derselben Straße offenbar Größeres vor. Passt das zusammen – und verträgt es sich mit den Entwicklungsplänen für die Innenstadt? Die Antworten stehen aus. Foto: uk
  • … und auch Edeka hat mit dem leerstehenden Laden an derselben Straße offenbar Größeres vor. Passt das zusammen – und verträgt es sich mit den Entwicklungsplänen für die Innenstadt? Die Antworten stehen aus. Foto: uk

Eine Gegend, in der die Zeichen auf Expansion zu stehen scheinen, ist indes die Schillerstraße. Der dortige Rewe-Markt will sich dem Vernehmen nach vergrößern. Weil dazu das bisherige Gelände jedoch nicht ausreicht, hat der Kölner Konzern ein Auge auf mehrere benachbarte Privatgrundstücke geworfen. Kaufverträge stehen schon, wie aus den Reihen der Eigentümer zu erfahren ist. Allerdings mit aufschiebender Wirkung, bis das Expansionsprojekt in trockenen Tüchern ist. Die betroffenen Bewohner haben sich bereits umgetan: Sie haben neue Häuser gekauft oder Wohnungen gesucht. „Das ist in Bad Pyrmont nicht ganz einfach“, sagt einer. „Hier gibt es weder viele vernünftige Grundstücke noch Häuser“, schildert er seinen Eindruck. Was die Wohnqualität betreffe, wolle man sich natürlich nicht verschlechtern.

Doch irgendwie scheint die Sache ins Stocken geraten zu sein. So soll eine Hauseigentümerin auf Nachfrage im Rathaus zur Antwort bekommen haben, es könne noch bis ins nächste Jahr hinein dauern. Ein Anderer, der davon erfahren hat, gibt sich gelassen: „Letzten Endes ist es egal, wann aus dem Verkauf an Rewe etwas wird. Hauptsache, er kommt zustande.“

Was die Angelegenheit nicht eben vereinfacht: Ebenfalls an der Schillerstraße will sich allem Anschein nach auch Edeka wieder niederlassen – und zwar genau dort, wo vor vier Jahren der damalige „nah und gut“-Supermarkt schloss. Dessen Leerstand allein dürfte dem Hamburger Konzern aber auch nicht ausreichen. Der Vorteil hier für die Hamburger: Drumherum stehen bereits mehrere Gebäude leer.

Wie man im Pyrmonter Rathaus mit der Angelegenheit umgeht, war am Montag nicht in Erfahrung zu bringen. Baudezernent Matthäus Schmidt war am frühen Nachmittag in einer Besprechung und daher telefonisch nicht zu erreichen. Der erbetene Rückruf blieb aus. Schmidt ließ später telefonisch den Wunsch ausrichten, Fragen per E-Mail zu stellen – was dann auch geschah.

Was sich aus dem gültigen Pyrmonter GMA-Einzelhandelskonzept ableiten lässt: Als Potenzialflächen innerhalb des „Nahversorgungszentrums Schillerstraße“ ist neben dem heutigen Rewe-Areal auch das Gelände des einstigen „nah und gut“-Marktes inklusive der anschließenden Leerstände ausgewiesen. Auf die möglichen Folgen einer Realisierung beider aktuellen Expansionsvorhaben für die Pyrmonter Innenstadt konnte das Konzept noch nicht eingehen.

Weiterführende Artikel

    Immobilien in Hameln: auf immo.dewezet.de finden Sie tagesaktuelle Angebote zur Miete und zum Kaufen

    Immobilien mieten

    Immobilien kaufen

    Anzeige
    Kommentare