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Kurdirektor fürchtet Umsatz-Rückgang durch beschlossene Mehrwertsteuer-Anhebung

Sauna-Besuche bald teurer?

Bad Pyrmont. Weil der Saunagang demnächst als Wellness-Vergnügen und nicht mehr der Gesundheitsprophylaxe gilt, sollen Dampfbadfreunde ab Juli 2015 den vollen Mehrwertsteuersatz bezahlen – 19 statt bislang sieben Prozent. Diesen Beschluss haben die Finanzministerien des Bundes und der Länder gefasst. Der Deutsche Sauna-Bund prognostiziert deshalb einen erheblichen Besucher-schwund, rechnet mit einem Rückgang von zehn Prozent und bundesweit mit einem volkswirtschaftlichen Schaden in Millionenhöhe.

veröffentlicht am 04.11.2014 um 20:00 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 14:25 Uhr

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Hans-Joachim-Weiß-Redakteur-Lokales-Hameln-Dewezet

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Kurdirektor Heinz-Hermann Blome ist zwar nicht erfreut von dieser Entscheidung der Politik, will aber nicht in Schwarzmalerei verfallen, sondern mit besonderen Aktionen in der Hufeland-Therme dagegen steuern, um möglichst wenig Sauna-Publikum zu verlieren. „Das war auch Thema beim niedersächsischen Bädertag, wo wir beschlossen haben, gemeinsam die Stimme zu erheben“, berichtet der Geschäftsführer des Staatsbades und fügt hinzu: „Das habe ich inzwischen auch gemacht.“

Blome hat Kontakt mit den heimischen Landtags- und Bundestagsabgeordneten aufgenommen, um vielleicht doch noch zu verhindern, was seiner Meinung nach jedoch dauerhaft nicht mehr zu verhindern ist. „Für uns bedeutet das, dass wir einen Teil des Umsatzes nicht mehr zur Kostendeckung nutzen können, weil mehr an den Fiskus abzuführen ist“, erläutert er. Blome kündigt jedoch an, dass das Staatsbad die volle Differenz nicht sofort an den Sauna-Freund weitergeben wolle, wenn denn die volle Mehrwertsteuer tatsächlich ab dem 1. Juli des kommenden Jahres gelten sollte. „Denn das hätte zur Folge, dass sich die Besucherzahlen drastisch senken“, fürchtet er.

Das Staatsbad will stattdessen das Angebot noch attraktiver gestalten, „ein Maßnahmenpaket schnüren, das dem erwarteten Besucherschwund entgegenwirkt“, wie Blome es formuliert. Was sich dahinter verbergen könnte, will der Kurdirektor allerdings noch nicht verraten. „Damit sich die Politik darauf nicht ausruhen kann“, wie er begründet, merkt jedoch an: „Es gehört zu unserem Tagesgeschäft, dass wir uns auf Verädnerungen einstellen.“

Heinz-Hermann Blome ist überzeugt, dass sich mit dieser Anhebung die öffentlichen Haushalte nicht sanieren ließen: „Und dem Kunden wird nicht zu vermitteln sein, dass er mehr bezahlen soll, aber nicht mehr bekommt.“ Der Staatsbad-Geschäftsführer hofft deshalb, dass das gemeinsame Erheben der Stimme doch noch Früchte trägt und die Erhebung des vollen Mehrwertsteuerersatzes für Sauna-Besuche zumindest auf einen späteren Zeitpunkt verschoben wird: „Denn jeden Monat, den wir aufschieben können, trägt dazu bei, die Wirtschaftlichkeit zu sichern.“



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