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Unbekannte legen Baumstämme über die Fahrbahn

Sabotage auf dem Bad Pyrmont Jägerweg?

BAD PYRMONT. Fast scheint es, als sei Ruhe eingekehrt am Jägerweg, knapp vier Wochen nach der von Bad Pyrmonts Bürgermeister Klaus Blome verfügten Teilsperrung der Straße für den öffentlichen Autoverkehr. Tatsächlich sind dort seither weniger Autos unterwegs. Aber es gärt. Und jetzt kommt noch ein Zwischenfall dazu, der die Betroffenen zusätzlich auf die Palme bringt.

veröffentlicht am 13.08.2018 um 18:22 Uhr
aktualisiert am 13.08.2018 um 22:40 Uhr

Gefährlicher Eingriff in den Straßenverkehr: An dieser Stelle des Jägerwegs haben unbekannte Täter am Sonntagabend zwei Baumstämme quer über die Fahrbahn gelegt. Eine Autofahrerin bemerkte die Hindernisse in der Dunkelheit gerade noch rechtzeitig. Fo
Juliane Lehmann

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Juliane Lehmann Reporterin zur Autorenseite
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Doch, der Reihe nach: Ein Gutteil der Anwohner von 21 Häusern der Straße „Am Luisenstein“ will sich nach wie vor nicht abfinden mit den Folgen der von der Stadtforst gewünschten, im politischen Raum aber einsamen Entscheidung des Verwaltungschefs. Denn Ausnahmegenehmigungen gibt es nur für die Bewohner von zwei Häusern der Straße, deren Adressen noch „Jägerweg“ lauten. Die Bewohner der übrigen 19 dahinterstehenden Häuser werden im Rathaus nicht als Anwohner betrachtet.Sie kommen nun mit dem Auto nur noch über Umwege nach Hause oder in die Stadt. Die Begründung, wonach die Stadtverwaltung den Weg unterhalb des Königsbergs wegen seines schlechten Fahrbahnzustands gesperrt hat, um im Falle eines Unfalls Regressforderungen vorzubeugen, überzeugt niemanden – sind doch die Ausweichstrecken längst nicht alle in einem besseren Zustand als der Jägerweg.

Jetzt erreicht das Thema eine neue Eskalationsstufe: Von Anwohnern ist zu hören, dass die Betroffenen eine Bürgerinitiative gründen wollen, um für die Wiederfreigabe des Jägerwegs zu kämpfen.

Weitere, ganz andere Fragen wirft nun ein Zwischenfall vom späten Sonntagabend auf: Da war eine junge Frau in ihrem Kleinwagen – mit Sonderdurchfahrtsgenehmigung – um kurz nach 21.30 Uhr auf dem gesperrten Teilstück des Jägerwegs nach Hause unterwegs, als es plötzlich nicht mehr weiterging. Zwei jeweils rund vier Meter lange Baumstämme blockierten die Fahrbahn auf ganzer Breite.

Zum Glück erkannte die Fahrerin das Hindernis noch rechtzeitig. Andernfalls hätte mindestens ihr Auto Schaden genommen. Weil die junge Frau körperlich fit ist, gelang es ihr nach der ersten Schrecksekunde sogar aus eigener Kraft, die Hindernisse beiseite zu räumen.

Doch wer hat die schweren Stämme dort abgelegt? Und aus welchem Grund? Waren es nur ein paar Kindsköpfe, die die Folgen ihrer Handlungen nicht absehen können? Oder wollte mit den Hindernissen jemand Autofahrern einen Denkzettel verpassen, die sich von den umstrittenen Verbotsschildern nicht beeindrucken lassen? Verlässliche Antworten auf diese Fragen gibt es bislang nicht. Fest steht aber: Sollte die Polizei den Unbekannten auf die Spur kommen, dann steht denen Ärger ins Haus. Denn solche Delikte werden geahndet als gefährliche Eingriffe in den Straßenverkehr. „Die Polizei hat zugesagt, hier verstärkt Streife fahren so wollen“, sagt die Mutter der jungen Autofahrerin nach einem ersten Anruf im Kommissariat. Sie findet: „Dass da irgendwelche Leute willkürlich eine Verkehrsgefährdung herbeiführen, ist der Hammer.“ Erleichtert ist sie hingegen darüber, dass ihrer Tochter nichts passiert ist. Aber sie ist sicher: „Die Baumstämme hat jemand ganz bewusst dort hingelegt.“ Sie betrachtet den mutmaßlichen Sabotageakt als indirekte Folge der Straßensperrung, denn: „So etwas ist hier in den vergangenen 25 Jahren nicht passiert.“

In jüngster Zeit aber machten sie und andere mehrer befremdliche Erfahrungen: Die Inhaber von Sonderdurchfahrtsgenehmigungen würden zunehmend von Spaziergängern zurechtgewiesen, berichtet sie. „Wir fühlen uns jetzt ein bisschen missverstanden von Fußgängern, die durch den Jägerweg laufen.“

Mit Spannung sieht sie nun der Gründung der Bürgerinitiative entgegen, die eine Wiederfreigabe des Jägerwegs erreichen möchte. Denn, so die Anliegerin: „Wozu haben wir denn eine Demokratie?!“



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