weather-image
15°
Blome zeigt Verständnis, Diedrichs greift an

Rückendeckung vom Bürgermeister für Sparkassen-Vorstand

BAD PYRMONT. Die am Montag bekanntgewordenen Differenzen zwischen Stadtsparkasse und Staatsbad in puncto Kultur-Sponsoring hat der Pyrmonter WiR-Politiker Lars Diedrichs zum Anlass für einen offenen Brief an den Bürgermeister genommen. Darin greift er Klaus Blome an. Und auch der äußert sich zum Thema Sparkasse.

veröffentlicht am 20.12.2017 um 22:33 Uhr

„Ich habe Verständnis für die Entscheidung des Sparkassen-Vorstands. Klaus Blome Bürgermeister
Juliane Lehmann

Autor

Juliane Lehmann Reporterin zur Autorenseite
Weiterlesen für 20 Cent oder mit Ihrem Digital-Abo
Sie haben bereits ein Digital-Abo der DEWEZET? Dann melden Sie sich hier mit Ihren DEWEZET -Login an und lesen Sie den Text, ohne Ihn bei LaterPay bezahlen zu müssen.

Blome ist bekanntlich nicht nur Chef der Stadtverwaltung. Er steht auch dem Verwaltungsrat der Sparkasse vor – jenem Gremium, dessen Aufgabe es ist, das Handeln des Geldinstituts-Vorstandes zu überwachen. Denn die Stadt ist Trägerin der Sparkasse, einer „Anstalt Öffentlichen Rechts“ (AöR).

In seinem Schreiben erklärt Diedrichs, er könne bei Klaus Blome „die konstruktiv-kritische Hinterfragung der Geschäftsentwicklung der Stadtsparkasse im Sinne der Stadt Bad Pyrmont, in dem von mir für notwendig gehaltenen Maße“ nicht erkennen.

Zur Erinnerung: Der heutige WiR-Vorsitzende im Stadtrat hatte seit 2015, nach seinem Abschied aus der CDU-Fraktion bis zur Kommunalwahl 2016 als „Einzelkämpfer“, die Abwahl der damaligen Sparkassen-Verwaltungsratsvorsitzenden Ursula Körtner und das Amt für den Bürgermeister gefordert. Die CDU-Ratsfrau hatte sich 2011 von ihrer Fraktion (zu der damals Diedrichs gehörte) zulasten der seinerzeitigen Bürgermeisterin Elke Christina Roeder (SPD) in dieses Amt berufen lassen.

Unter Körtners Ägide an der Spitze des Kontrollgremiums wurde die Arbeit des kommunalen Geldinstituts dann nicht transparenter. So werden seither zum Beispiel die Bezüge des Vorstands nicht mehr veröffentlicht. Weil die Beteiligten per Satzung zur Verschwiegenheit nach außen verpflichtet sind, bleiben auch Entscheidungsprozesse und eventuell plausible Gründe für Beschlüsse geheim.

Bei Lars Diedrichs lässt der Rückzug der Stadtsparkasse aus der Förderung des Staatsbad-Kulturprogramms, „das ein nicht zu ersetzendes Standbein des Bad Pyrmonter Kur-, Tourismus- und somit auch Wirtschafts- sowie Gesellschaftslebens“ sei, nun jedenfalls „alle Alarmglocken schrillen“, wie er schreibt. Aus dem „schwerwiegenden Einschnitt in das ebenso schützenswerte wie sensible Geflecht zwischen Staatsbad, Stadt sowie deren Einrichtungen“ schließt er auf einen „äußerst schwerwiegenden“ Sachverhalt. „Sollten diese für Bad Pyrmont enorm wichtigen Mittel zugunsten der Eigenkapitalstärkung nicht mehr ausgeschüttet werden können, wäre dies sehr bedenklich“, schreibt Diedrichs weiter und fragt, „ob es Politik und Verwaltung verantworten können, weiterhin auf eine Prüfung, ob eine neue organisatorische und gesellschaftliche Aufhängung der Stadtsparkasse Bad Pyrmont für die Stadt und ihre Bürger von Vorteil wäre, zu verzichten?“. Damit verfolgt Diedrichs deutlich die Linie, die ihn 2015 in der Pyrmonter CDU in Ungnade fallen ließ.

Zum Schluss seines offenen Briefes bittet er den Bürgermeister um eine „ergebnisoffene Beschäftigung“ mit dem Thema Sparkasse. In der derzeitigen Situation der Stadt und den für das Finanzwesen herrschenden Rahmenbedingungen dürfe es keine Denkverbote geben.

Und wie blickt der Adressat des Briefes auf das Sparkassen-Thema? „Ich habe Verständnis für die Entscheidung des Sparkassen-Vorstands“, sagte Klaus Blome am Mittwoch auf Anfrage. „Die zeitlichen Abläufe sind Vorstandsangelegenheit.“ Zwischen Sparkassenvorstand und -Verwaltungsrat finde stets ein Austausch auf Augenhöhe statt. „Aber der Vorstand muss seine Entscheidung treffen.“

Und wie begegnet Blome der Wahrnehmung vieler Pyrmonter, wonach der Sparkassenvorstand mache, was er wolle – und der Verwaltungsrat nicke alles ab? „Das wird der Arbeit des Verwaltungsrats überhaupt nicht gerecht“, lautet seine Antwort hier. In dem Gremium säßen sehr verantwortungsvolle Leute. „Ich fühle mich in meinen beiden Funktionen gut informiert.“

Warum das Kultur-Sponsoring-Thema vor einer Woche im Rat nicht zur Sprache kam? „Das weiß ich nicht“, sagt Klaus Blome dazu.

Zu dem von der Mehrheitsgruppe im Rat wiederholt kritisierten mutmaßlichen Ausbleiben einer Gewinnausschüttung der Sparkasse an die Stadt erklärt Blome allgemein, die Kreditinstitute müssen mit ausreichend Eigenkapital ausgestattet sein, „um gewappnet zu sein für das, was noch kommt“.Er habe die Begründung des Vorstands gut nachvollziehen können.



Copyright © Deister- und Weserzeitung 2018
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.


Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Anzeige

    Immobilien in Hameln: auf immo.dewezet.de finden Sie tagesaktuelle Angebote zur Miete und zum Kaufen

    Immobilien mieten

    Immobilien kaufen

    Anzeige
    Kommentare

    Kontakt

    Redaktion
    E-Mail: redaktion@dewezet.de
    Telefon: 05151 - 200 420/432
    Anzeigen
    Anzeigen (Online): Online-Service-Center
    Anzeigen (Telefonisch): 05151 / 200 - 666
    Abo-Service
    Abo-Service (Online): Online-Service-Center
    Abo-Service (Telefonisch): 05151 / 200 777

    Keine Zeitung bekommen? Hier zur Zustell-Reklamation.
    X
    Kontakt