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Chris Pichler nahm ihr Publikum mit auf den Lebensweg der berühmten Schauspielerin

Romy Schneiders Euphorie und Schmerz

Bad Pyrmont. Mucksmäuschenstill ist es im Zuschauerraum des Kurtheaters – Indiz dafür, dass die Schauspielerin Chris Pichler ihr Publikum mitgenommen hat auf den Lebensweg Romy Schneiders. ,,Die zwei Gesichter einer Frau“ hieß einer von 60 Kinofilmen der international berühmten Künstlerin, und so nennt auch die Österreicherin Chris Pichler ihr Programm, das sie mit Auszügen von Original-Texten aus Tagebüchern und Briefen gestaltet. Mit einer Stimme, die Romy Schneiders ganz eigene Sprachmelodie faszinierend echt trifft. Diese natürliche Gabe und ihr ähnliches Aussehen ist schon der halbe Erfolg des Abends.

veröffentlicht am 23.07.2009 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 06.11.2016 um 21:41 Uhr

Chris Pichler gestaltete die euphorischen Augenblicke ebenso übe

Autor:

Karin Heininger
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Die andere, schwierigere Hälfte hat sie sich hart und ohne Regisseur im Alleingang erarbeitet, erzählt Pichler in einem Gespräch mit unserer Zeitung im Anschluss an die Vorstellung. Aus großem Respekt vor der Künstlerin war die Produktion zum 25. Todestag Romy Schneiders 2007 zunächst nur als Lesung konzipiert. Als sie dann spürte, wie sehr die Zuhörer mitgingen, wurde daraus eine szenische Darstellung: ,,Ich habe dafür mein ganz eigenes inneres Fieberthermometer entwickelt und mich dennoch bemüht, die Balance zwischen Annäherung und Distanz zu wahren.“

Dass ihr dies eindrucksvoll gelingt, zeigt die gespannte Aufmerksamkeit im Parkett, die sich nach Romys letzten verzweifelten Worten ,,Ich schaffe es nicht“ in anerkennenden Beifall löst. Die Szenenfolge, die sich zwischen einem Ledersessel, einem kleinen Tisch mit Stuhl und einem Mikrofon abspielt, beginnt mit der Bahnfahrt vom Heimatort Berchtesgarden zu ersten Filmaufnahmen nach München. Sie endet mit dem Verlöschen nach einem allzu schwer gewordenen Leben.

Romy rechnet ab mit Presse und Publikum

Die zwei Gesichter einer Frau: Das ist auf der einen Seite die Maske der erfolgsverwöhnten Schauspielerin, die nach den Erwartungen ihrer ehrgeizigen Familie und den unerbittlichen Gesetzen der Filmbranche funktioniert, und das ist auf der anderen Seite ein sensibler Mensch, lebenshungrig und scheu, immer auf der Suche nach Liebe und Geborgenheit. Romy rechnet ab, mit der Presse und dem Publikum, die sie doch beide zum Erfolg braucht.

Die Darstellerin auf der Bühne gestaltet die euphorischen Augenblicke ebenso überzeugend wie die verzweifelten Momente, die lauten Ausbrüche ebenso wie den leisen Schmerz, am berührendsten in dem lautlosen Schrei nach dem Tod des Sohnes.

Der Abend war eine gelungene Ergänzung zur Romy- Schneider-Ausstellung im Museum. Die hatte auch Chris Pichler am Nachmittag besucht, und die Schauspielerin zeigte sich davon ,,total begeistert“.



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