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Die erste Planungswerkstatt fürs Konzept

Reichlich Ideen für die Kurstadt der Zukunft

Bad Pyrmont. Es gibt viel zu tun in der Kurstadt. Und damit in Zukunft alle wissen, was genau in den nächsten Jahrzehnten wie getan werden kann oder muss, sollen die Ideen und Belange möglichst vieler – von der jungen Familie bis zum Greis, von Kurgast bis zum Firmenchef – in das städtebauliche Gesamtkonzept Bad Pyrmonts einfließen, mit dessen Entwicklung die Stadtverwaltung ein Bielefelder Planungsbüro beauftragt hat.

veröffentlicht am 09.03.2009 um 00:01 Uhr
aktualisiert am 29.05.2017 um 17:46 Uhr

Andreas Hollstein wählt die Teilnehmer der drei jeweils etwa 20-
Juliane Lehmann

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Juliane Lehmann Reporterin zur Autorenseite
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Rund 60 an der Zukunft ihrer Stadt interessierte Pyrmonter folgten am Samstagmorgen der Einladung der Experten zur ersten „Planungswerkstatt“ in die Max-Born-Schulaula. Und sie wurden gleich mit einem Kompliment begrüßt: So viele Ideengeber hätten sich selten beteiligt, lobten die Herren von „Drees und Huesmann“.

Zuerst Interviews mit „Schlüsselpersonen“

Die Bielefelder hatten sich aber nicht allein auf die Briefe und E-Mails diverser unzufriedener bis kreativer Normalbürger verlassen wollen, sondern erst einmal sieben örtliche Funktionsträger befragt, deren Meinungsführerschaft und Macht in der Stadt unbestritten sind. Hinzu kamen Interviews mit Vertretern der vier Pyrmonter Polit-Lager: Kurt-Heinz Zühlke (CDU), Ulrich Watermann (SPD / Muchow), Martina Tigges-Friedrichs (FDP) und Wilfried Seibel (Bürgersinn).

Die meisten der insgesamt elf „Schlüsselpersonen“ gaben zunächst einmal imagefördernde Meinungen preis und lobten – je nach Blickwinkel – auf Anhieb Bad Pyrmont als lebens- und liebenswerten Premium-Kurort. Nur einer befand die Kurstadt vor allem „in der Rückentwicklung“.

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Problemzone Bahnhof: Rote Blitze zeigen, wo es hakt.
  • Problemzone Bahnhof: Rote Blitze zeigen, wo es hakt.

Ein von den meisten Interviewpartnern genanntes Manko der Kurstadt – Leerstände, marode Altbauten sowie Hotels und Geschäfte mit Nachfolgeproblemen – stellte sich am Samstag auch in den „Kleingruppen“ als ein Kernproblem heraus.

Was Planer Reinhard Drees und seine Kollegen an Bad Pyrmont kritisieren: „Man erlebt die Emmerauen nicht. Was fehlt, ist ein Emmerauenpark.“ Und auch den Bahnhof machen die Fachmänner als Problembereich aus. Denn seine Gestaltung stimme nicht auf die Kurstadt ein. Und die Laden- und Wohnungsleerstände rufen bei ihnen die Frage nach einem Innenstadt-Manager auf.

Kritischer Blick aufs Sorgenkind Solbadbrücke

In Sachen Verkehr gilt ihnen die Solbadbrücke als Sorgenkind, und auch das Parkhaus an der Rauchstraße müsse besser beworben oder speziell Mitarbeitern von Unternehmen im Zentrum zur Verfügung gestellt werden.

In den drei aus jeweils etwa 20 Werkstattbesuchern rekrutierten „Kleingruppen“ ging es dann gut zwei Stunden lang zur Sache. Und die wurde zur Gratwanderung zwischen Kritik und Vision, kurz- und langfristig umzusetzenden Zielen sowie dem Blick auf konkrete Probleme und auf das große Ganze. Forderte hier jemand kostenlose Stadtbusse, so regte dort einer an, marode Altbauten durch mutige moderne Architektur zu ersetzen. Wieder andere stießen sich an der „unordentlichen“ Optik des Waisenhofs. Und immer wieder ging es um die Bedeutung der Blickachsen quer durch die Stadt. Und auch das Parken war ein großes Thema.

Zu teure Mieten, keine Investoren

In puncto Leerstände – vor allem in der Hauptallee und der Schlossstraße – wurde schnell klar: „Geld ist das A und O.“ Sind hier die Mieten zu hoch, fehlt es dort an Investoren. Und zum Problem vieler Pensionen meinte eine Frau: „Der Kurgast kommt nicht mehr, weil er nicht mehr lebt.“ Bad Pyrmont müsse aber seine besondere Atmosphäre bewahren, denn „wir sind keine normale Stadt“.

Ende 2009 soll das Konzept fertig sein. Denn es ist eine Voraussetzung dafür, dass Bad Pyrmont für Wunschprojekte an EU-Zuschüsse kommt. Die gesammelten Ideen sollen in der nächsten Planungswerkstatt am 6. Juni konkretisiert werden. Bis dahin sollen auch Jugendliche einbezogen werden. Denn sie fehlten am Samstag in der Aula fast ganz.

Kritischer Blick auf den Stadtplan: Das Papier führt die Vor und Nachteile der Stadt aus Sicht der Planer auf. Damit setzten sich am Samstag 60 Menschen vier Stunden lang auseinander.

Fotos: jl



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