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Finanzkabarettist Chin Meyer witzelt im Kurtheater über Geld und Politik

Reich werden um jeden Preis

Bad Pyrmont. „Wie wird man reich?“ Die Frage stellte Chin Meyer am Freitag in den Raum. Antwort: „Erben“, das ist schließlich die todsicherste Methode.

veröffentlicht am 02.12.2013 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 02.11.2016 um 05:21 Uhr

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Der Finanzkabarettist hatte im Bad Pyrmonter Kurtheater noch ein paar andere Lösungen anzubieten: Als Vermögensexperte rechnete er vor, dass mit Gründung einer Bank in einem Jahr deutlich mehr Geld zu verdienen sei, als durch tägliches räuberisches Abheben in einer Filiale über Jahrtausende hinweg. Idealerweise sollte ein Finanzingenieur noch ein Produkt schaffen, das sich so lange verkauft, bis einer versteht, was das eigentlich ist. Und dann den Rettungsschirm über sich aufspannen lässt. Chin Meyer machte in seinem Programm „Der Jubel rollt“ auch einen Ausflug in die Tagespolitik, sprach von Asylkonten für staatlich verfolgte Gelder und erkannte den Vorteil des Mindestlohnes, der die Friseure im Osten alle in die Pleite treiben werde: „Dann ist das Glatzenproblem gelöst.“ Er bedauerte aber, dass sie NSA nicht beim Wiederherstellen verloren gegangener Daten behilflich sei und erklärte, dass die Deutschen Angst vor dem Falschen haben: „Todesopfer in den letzten zehn Jahren durch islamistische Anschläge: null. Im gleichen Zeitraum durch Autos: rund fünfzigtausend.“ Und selbst Rehe hätten durch unsachgemäßes Benutzen von Verkehrsstraßen mehr Todesopfer gefordert als Haie und Wölfe zusammen.

Die rund 70 Gäste lachten über diese Analysen ebenso wie über seine mitunter etwas langatmig geratenen Wortspielereien. Meyer zeigte ein Faible dafür, sich die Welt über Akronyme zu erklären wie „Ehe - ehemals höchst erregt“. Oder optimierte Bezeichnungen zu finden: „Steueroptimiertes Burnout-Prophylaxe-Syndrom, kurz Hartz IV“.

Dazwischen griff Meyer immer wieder zum Mikrofon, um zu singen. Meyer begeisterte mit einer super Stimme, mit der er zum Schluss sogar eine spontan getextete Arie über Bad Pyrmont, dessen Krux mit der Bad Freienwalder Brücke, dem Hotelsterben und dem Frauenüberschuss zum Besten gab. Die Stichworte wurden ihm zuvor auf Nachfrage zugerufen. Begleitet wurde er bei seinen musikalischen Einlagen vom Jazzpianisten Andreas Gundlach, der selbst bei umgetexteten Schmalzsongs wie „Are you lonesome tonight“ Gelegenheit hatte, seine wahre Profession aufblitzen zu lassen, wenn er dafür auch von Meyer zur Ordnung gerufen wurde.yt



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