weather-image
19°
Die „12 Tenors“ sorgen für Gänsehaut

Quer durch die Musikgeschichte

BAD PYRMONT. Ein vollbesetztes Konzerthaus zum Kochen zu bringen, gelingt nicht vielen Künstlern, doch das Publikum ging am Freitagabend beim Auftritt der 12 Tenors gleich vom ersten Stück an mit und feierte die populäre Formation spontan mit Jubel, Klatschen, Pfeifen und Trampeln.

veröffentlicht am 10.12.2017 um 19:04 Uhr

Versetzten den Saal in Begeisterung: Die 12 Tenors. Foto:rr
IMG-20161016-WA0000

Autor

Rudi Rudolph Reporter
Weiterlesen für 20 Cent oder mit Ihrem Digital-Abo
Sie haben bereits ein Digital-Abo der DEWEZET? Dann melden Sie sich hier mit Ihren DEWEZET -Login an und lesen Sie den Text, ohne Ihn bei LaterPay bezahlen zu müssen.

Ein geschmettertes „Funiculi, funicula“, interpretiert von Alexander Herzog, dem Nürnberger Opernsänger, der sowohl mit seiner Körperfülle kokettierte als auch mit seiner Stimme brillierte, brachte die Zuhörer sogleich in die richtige Spur. Die zwölf Tenöre, zusammengewürfelt aus Deutschland, Polen, den USA, England, Wales, Irland, der Isle of Man und Südtirol und bis auf wenige „Alte“ im Vergleich zum letzten Jahr mit mindestens acht Neuzugängen besetzt, rockten den ehrwürdigen Saal komplett. Dem klassischen Einstieg mit „La Donna e mobile“ folgte der „Kleine grüne Kaktus“, der schmachtend und doch auch prägnant intoniert wurde. Dann schwenkte das Ensemble zu den Beatles über, und der Medley aus „Yesterday“, Twist & Shout“ und „Hey Jude“ zeigte, dass, bis auf kleine Veränderungen in Details, das selbe Programm abgespult wurde wie im Jahr 2016. Die 12 Tenors sind immer noch auf ihrer Millennium-Tour, und es ist eine Hommage an Lieder, welche die Pop- und Rockkultur geprägt haben, und die diese Genres geschickt mit den Zeiten verbinden, als Arien diverser Opern das Musikverständnis der Menschen geprägt haben. Neben der heutigen Instrumentierung mit zwei Keyboards und einem exzellenten Drummer an der Schießbude, beeindruckten die zwölf Sänger mit ihren sehr unterschiedlichen Stimmen, von denen etwa vier bis fünf wahre Opernqualität besitzen und die weiteren ihren Platz sehr gut in Musicals oder der Popmusik finden könnten. Das wurde in dem sensiblen und mit gedämpfter Präsenz gesungenen „Hallelujah“ von Leonard Cohen deutlich, im „Delilah“ von Tom Jones oder im „Amazing Grace“, das im Publikum für Furore sorgte. Gänsehaut und Tränen in den Augen waren da Attribute hatten vor allem die weiblichen Fans. Nach der Pause war der Einstieg der 12 Tenors wiederum fulminant. Der „Triumphmarsch“ aus Aida bildete mit „Granada“ den passenden Auftakt, dann wurde es mit einem differenzierten „Walking in Memphis“ und einem sphärisch gehauchten „Sound of Silence“ populär und landete bei einem interessanten Arrangement von Heinz Rudolf Kunzes „Dein ist mein ganzes Herz“. Bei den wunderbaren Stimmen der 12 Tenors durfte ein Ausflug in das Musical „Evita“ mit „Don’t cry for me, Argentina“ und in das Queen-Repertoire nicht fehlen, und die „Bohemian Rhapsodie“ war erneut ein absoluter Gänsehauterzeuger. Das Publikum forderte am Ende Zugabe auf Zugabe, bis das Ensemble mit „Time to say Goodbye“ einen vielbejubelten Schlusspunkt setzte. Insgesamt eine Veranstaltung, die mit viel Interaktion ein ganz anderes Publikum ansprach als die gewohnte Klassik.

Copyright © Deister- und Weserzeitung 2018
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.

Mehr Artikel zum Thema
Weiterführende Artikel
    Anzeige

    Immobilien in Hameln: auf immo.dewezet.de finden Sie tagesaktuelle Angebote zur Miete und zum Kaufen

    Immobilien mieten

    Immobilien kaufen

    Anzeige
    Kommentare