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Im kommenden Jahr sucht Uwe Schenkemeyer nach Stellen, die sich selbst überlassen werden

Pyrmonts Wald wird wilder – ein wenig

Bad Pyrmont. Das Land Niedersachsen geht voran und die Stadt Bad Pyrmont folgt ein Stück. Forstamtsleiter Uwe Schenkemeyer hält die Ausweisung von Flächen im Wald, die sich selbst überlassen werden, für sinnvoll. Im nächsten Jahr soll es losgehen.

veröffentlicht am 27.10.2015 um 17:31 Uhr
aktualisiert am 28.10.2016 um 10:21 Uhr

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Autor:

Hans-Ulrich kilian
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Bad Pyrmont. Die von der Stadt Bad Pyrmont und dem Land Niedersachsen gemeinsam bewirtschaftete Waldfläche ist in erster Linie ein Wirtschaftswald – und wird es auch überwiegend bleiben. Doch Forstamtsleiter Uwe Schenkemeyer will gemeinsam mit seinem neuen Kollegen Philipp Klapper Stellen suchen, die sich selbst überlassen werden können. Das bestätigte er am Dienstag auf Anfrage.

Das Land Niedersachsen ist Vorreiter. Bis zum Regierungswechsel 2013 waren 5,1 Prozent des Landeswaldes nutzungsfrei, mittlerweile sind es 8,3 Prozent. Erklärtes Ziel ist es, den Anteil der gesamten Fläche, die sich in öffentlicher Hand befindet, bis zum Jahr 2020 auf zehn Prozent zu heben. Unter Wäldern mit natürlicher Entwicklung werden alle Waldbestände und waldfähigen Flächen mit einer Größe von mehr als 0,3 Hektar verstanden, die sich dauerhaft und verbindlich gesichert eigendynamisch entwickeln können. Sowohl forstwirtschaftliche Eingriffe als auch naturschutzfachliche Pflegemaßnahmen sind in diesen Flächen ausgeschlossen.

Niedersachsen setzt damit im Landeswald – wie im Koalitionsvertrag vereinbart – Ziele der „Nationalen Strategie zur biologischen Vielfalt“ (NBS) der Bundesregierung um. „Mit der Erfassung von Flächen, die sich für die natürliche Waldentwicklung eignen, kommen wir dem Ziel, den Wald als Zentrum der natürlichen Arten- und Lebensraumvielfalt dauerhaft zu schützen, wieder ein Stück näher“, sagt Abteilungsleiter Kay Nitsche vom Umweltministerium.

Entsprechende Empfehlungen der Niedersächsischen Landesforsten für die Pyrmonter Wälder liegen auch Schenkemeyer vor. „Wir können glücklicherweise selber entscheiden, wie viel wir ausweisen, denn zehn Prozent sind schon ein großer Anteil mit entsprechenden Konsequenzen, und ich weiß, dass das in manchen Forstrevieren für Kopfzerbrechen sorgt.“ Sinnvoll sei eine Ausweisung aber auf jeden Fall, betont der Forstamtsleiter. Die gibt es bislang nicht – zumindest nicht in zusammenhängenden Flächen. „Wir haben bislang einzelne Baumgruppen, die wir aus Naturschutzgründen sich selbst überlassen“, berichtet er. Zum Beispiel die 400 Jahre alte Eiche im Langen Grund, die langsam ihrem Ende entgegengeht. „Nutzungsfreie Waldflächen tragen zur biologischen Vielfalt bei und sind ökologische Nischen für viele Tiere.“

Schenkemeyer geht davon aus, dass es auch in den 2150 Hektar großen Pyrmonter Wäldern dafür geeignete Flächen gibt; sei es, weil die Standorte für eine Bewirtschaftung ungeeignet oder die Böden karg sind. „Wir lassen diese Flächen nur suchen und werden das im kommenden Jahr auch tun“, kündigte er an.

Info: Der Weg des Landes

Das Land geht einen eigenen Weg. Interessierte Bürger können sich jetzt auf dem Portal der Nordwestdeutschen Forstlichen Versuchsanstalt anhand einer interaktiven Karte über den bestehenden Anteil der natürlichen Waldentwicklung informieren und bis zum 18. Dezember 2015 schriftlich eigene Vorschläge für weitere landeseigene Flächen machen, die in die natürliche Waldentwicklung einbezogen werden sollen (das gilt nicht für die Pyrmonter Wälder). Die zukünftigen Naturwald-Flächen müssen dabei mindestens 3000 Quadratmeter groß sein und sollen dauerhaft nicht forstwirtschaftlich genutzt werden. Größere zusammenhängende Flächen sind besonders geeignet, das ganze Spektrum an Entwicklungsphasen natürlicher Wälder zu entwickeln.

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