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Beeindruckende Collage aus Film und Gesang

Pyrmonter Salon verinnerlicht den Flamenco

veröffentlicht am 14.09.2016 um 08:53 Uhr
aktualisiert am 25.10.2016 um 10:26 Uhr

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Autor:

Rudi Rudolph
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Er zeigte in den „Kronen-Lichtspielen“ seinen rasanten Film „Flamenco mi vida“.

Entgegen den gängigen Musikfilmen, bei denen einfaches, glückseliges Konsumieren genügt, um Wärme im Bauch und Klangharmonien im Kopf zu erzeugen, geht dieser Film tiefer. Rau ist er, hart und urgewaltig. Seine Bilder wechseln zwischen hektischen kurzen Schnitten und anhaltenden Passagen, immer unterlegt mit dem hämmernden Stakkato des Flamenco, dem Schmerz und Leid in den Gesichtern, dem aus tiefster Brust herausgeschrienen Unglück und Weltschmerz der Sängerinnen und Sänger. Dieser Film nimmt den Betrachter mit auf die Reise, er entführt in ein schmutziges Andalusien, die heiße, trockene und öde Landschaft mit streunenden Hunden, einem einsamen Pferd in der Hitze des Tages, doch er zeigt ebenso die Fiesta des Flamenco in Sevilla oder das verzückte, dicht gedrängte Publikum in engen, stickigen Tavernen und den spontanen Flamenco-Ausbruch in einer einfachen Bodega. Die abendliche Schwüle ist förmlich spürbar, die gebrochenen Farben des Films sind gelegentlich bedrohlich, die intensive Musik laut und fordernd. Da geht der Flamenco auf seine Wurzeln zurück als bestimmender Teil der andalusischen Kultur, doch seine weltweite Gefolgschaft in Indien, in Ägypten oder Japan hat Peter Sempel nicht ausgespart.

Sempel stellte sich im Anschluss an den Film den Fragen der interessierten Zuschauer und setzte den Dialog danach im „Musischen Haus“, dem Domizil von Luisa Islam-Ali-Zade, fort. Im Genre verbleibend genoss das Publikum das Liederkonzert der international gefeierten Mezzosopranistin mit fünf Liedern aus dem Zyklus „Siete Canciones Populares Espanolas“ von Manuel de Falla, kongenial am Flügel begleitet von Mathias Mönius, der als Studienleiter mit Dirigierverpflichtung am Landestheater Detmold tätig ist.

Mit dem Abschluss durch Luisa Islam-Ali-Zade, dem „Les Triangles des sistres tintaient“ aus „Carmen“ von Georges Bizet, und sehr persönlichen Gesprächen mit den drei Künstlern bei Champagner und Gebäck endete ein für den „Pyrmonter Salon“ wegweisender Nachmittag, der Lust auf mehr machte.



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